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Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft
Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft, teilweise als GVNW abgekürzt, ist ein deutscher Verein mit Sitz in Bonn, …
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Aufgabe und Organisation
Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) ist ein deutscher eingetragener Verein mit Sitz in Bonn. Er vertritt die Interessen von Unternehmen, die Versicherungen abschließen. Der Verband wurde in seiner heutigen Form 2016 geschaffen; seine historischen Vorgänger reichen bis in das Jahr 1901 zurück. Präsident ist Patrick Fiedler.
Der GVNW unterstützt seine Mitglieder insbesondere bei Fragen zu Versicherungsverträgen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Vorgängerorganisation war die Entwicklung einheitlicher Standards für Brandschutzmaßnahmen im Austausch mit dem Verband der Schadenversicherer.
Entstehung der Vorgängerverbände
1892 entstand auf Initiative des Centralverbands deutscher Industrieller der Haftpflicht- und Versicherungs-Schutzverband deutscher Industrieller. Er beriet Mitgliedsfirmen zum Unfallversicherungsgesetz, zu damit verbundenen Haftungsfragen und zu den gesetzlich nicht geregelten „Haftpflichtresten“. Für solche Lücken entwickelte sich eine privatwirtschaftliche Haftpflichtversicherung.
1900 wurde im Umfeld der Fachzeitschrift „Unfallversicherungspraxis“ der Deutsche Versicherten-Verband gegründet. Kurzzeitig war er über einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit selbst als Versicherer tätig, stellte dieses Geschäft jedoch bald wieder ein.
Im Juni 1901 folgte der Deutsche Feuer-Versicherungs-Schutzverband. Er verstand sich als Gegenzusammenschluss zum Kartell in der Feuerversicherung und gewann durch die Beteiligung von Industrie- und Handelskammern an Einfluss. Hintergrund war außerdem die damalige politische Konzentration auf die schrittweise eingeführten gesetzlichen Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit, Unfall sowie für Invaliden- und Altersrenten. Gründungsvorsitzender war Hermann Wirth, damals Vorstandsvorsitzender des Bunds der Industriellen.
Ausbau und Entwicklung des Verbands
Ab 1905 bezog der Verband weitere Versicherungsarten ein und nannte sich Deutscher Versicherungs-Schutzverband (DVS). 1910 gründete er mit der Berliner Deutschen Reform-Versicherungsbank eine eigene Versicherung. Diese fusionierte mit der nicht dem Kartell angehörenden Freia Bremen-Berliner-Versicherungsgesellschaft und ging im März 1915 in der Hamburger Globus Versicherung auf.
Nach dem Ersten Weltkrieg gingen der Haftpflicht- und Versicherungs-Schutzverband deutscher Industrieller und der Deutsche Versicherten-Verband schrittweise im DVS auf. 1938 beantragte die Versicherungswirtschaft beim Reichswirtschaftsministerium erfolglos die Auflösung des DVS.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der DVS kurzzeitig wieder seinen Sitz in Berlin, verlegte ihn aber 1948 nach Bonn. 1951 erhielt er einen Sitz im Beirat des neu gegründeten Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen. Auch nach der 1991 angekündigten Verlegung der Bundesregierung nach Berlin blieb der Verband in Bonn. 2016 schlossen sich der DVS und der Bundesverband firmenverbundener Versicherungsvermittler und -gesellschaften zum heutigen GVNW zusammen.
Fachzeitschrift
Der GVNW beziehungsweise sein Vorgänger DVS veröffentlicht die Fachzeitschrift „Die Versicherungspraxis“. Sie trug bis 1908 den Titel „Feuerversicherung und Feuerschutz“ und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1952 wieder eingeführt.