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Gerd Seid
Gerhard Hans Seid (* 20. Oktober 1930 in Heilbronn; † 24. Februar 1995) war ein deutscher Schauspieler. Inhaltsverzeichnis. 1 Leben und Wirken …
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Überblick
Gerhard Hans „Gerd“ Seid (* 20. Oktober 1930 in Heilbronn; † 24. Februar 1995) war ein deutscher Schauspieler. Er arbeitete vor allem am Theater, wirkte aber auch in Fernsehproduktionen und Kinofilmen mit. Zu seinen bekannten Fernsehrollen gehört Siegfried im TV-Zweiteiler Die Nibelungen (1967) nach Friedrich Hebbels Trauerspiel.
Ausbildung und frühe Theaterarbeit
Seid wuchs in Heilbronn mit sechs Brüdern auf. Nach dem Abitur studierte er auf Lehramt und arbeitete zunächst als Volksschullehrer, unter anderem an der Dammschule in Heilbronn. Danach gab er den Lehrerberuf auf und besuchte die Otto-Falckenberg-Schule in München, eine Schauspielschule.
Bis 1956 war er an den Münchner Kammerspielen engagiert. Dort spielte er im April 1955 die Titelfigur in Igor Strawinskys Musiktheaterwerk Die Geschichte vom Soldaten; Peter Lühr verkörperte den Teufel. Im selben Jahr übernahm Seid in Jeanne oder Die Lerche von Jean Anouilh den Bruder Ladvenu sowie in Elisabeth von England von Ferdinand Bruckner die Rolle Plantagenet.
Von 1956 bis 1958 gehörte er zum Ensemble des Landestheaters Darmstadt. In der Spielzeit 1957/58 spielte er dort Faust in Goethes Urfaust. Von 1959 bis 1961 war er Mitglied am Staatsschauspiel des Württembergischen Staatstheaters Stuttgart.
Weitere Bühnenrollen
In der Spielzeit 1960/61 spielte Seid am Berliner Renaissance-Theater Hermann in der Goethe-Adaption Hermann und Dorothea. Die Aufführung wurde fürs Fernsehen aufgezeichnet und ging im Winter 1961/62 auf Tournee. Anschließend trat er an der Komödie im Bayerischen Hof als junger Offizier Arthur Masham in Das Glas Wasser auf.
Im November 1962 gehörte Seid am Berliner Renaissance-Theater zur Uraufführungsbesetzung der Theaterfassung von Thornton Wilders Roman Die Iden des März. Er spielte außerdem in den Spielzeiten 1964/65 und 1968/69 an der Freien Volksbühne Berlin, 1971/72 an der Tribüne in Berlin und zwischen 1978 und 1984 mehrfach bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall.
Ein typisches Beispiel für seine Hauptrollen ist Troilus in Troilus und Cressida: Im Mai 1968 spielte er den Titelhelden in der Eröffnungsinszenierung der 22. Ruhrfestspiele Recklinghausen. Später übernahm er in Tourneeproduktionen den Leicester in Maria Stuart (1981/82) und den Sohn Jan in Das Missverständnis von Albert Camus (1984/85). Ab der Saison 1985/86 trat er bis 1990 regelmäßig am Contra-Kreis-Theater in Bonn auf.
Film und Fernsehen
Neben der Bühnenarbeit wirkte Seid in mehreren Fernsehproduktionen und einigen Kinofilmen mit. Er arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Harald Braun, Axel von Ambesser, Michael Verhoeven und Wilm ten Haaf. In Die Nibelungen (1967) spielte er unter der Regie von Wilhelm Semmelroth den Siegfried.
Ausgewählte Produktionen sind Madame Aurélie (1955), Regine (1956), Der Gauner und der liebe Gott (1960), Hermann und Dorothea (1961), Hafenpolizei: Die Pokerpartie (1966), Troilus und Cressida (1969), Unter Ausschluß der Öffentlichkeit (1973) und Sonntagskinder (1980).
Privates
Seid war eng mit Liselotte Rau und Karlheinz Böhm befreundet. Er starb am 24. Februar 1995 im Alter von 64 Jahren an einer Erkrankung der Atemwege.