Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Renaissance-Theater (Berlin)
Vor dem Renaissance-Theater steht der 1911 errichtete Entenbrunnen von August Gaul. Geschichte. Bearbeiten. Das Gebäude war 1902 von Konrad Reimer und …
Inhalt3 Abschnitte
Bedeutung und Baugestalt
Das Renaissance-Theater befindet sich in der Knesebeckstraße 100 an der Ecke Hardenbergstraße im Berliner Ortsteil Charlottenburg (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf). Es ist das einzige vollständig erhaltene Art-déco-Theater Europas und steht unter Denkmalschutz. Der Architekt des Theaterumbaus war Oskar Kaufmann.
Auffällig ist außen vor allem der halbrunde, zweigeschossige Vorbau des Eingangs. Er besitzt fünf schlanke, über beide Geschosse reichende rundbogige Fenster. Ihre blaue Verglasung wurde von Hella Santarossa entworfen und 1985 im Rahmen einer Restaurierung eingebaut. Im Inneren verbinden sich expressionistische Formen mit einer vielfältigen Gestaltung. Besonders wichtig sind die von César Klein geschaffenen Intarsien im Balkonbereich. Sie zeigen Szenen der Commedia dell’arte, einer Form der Berufsschauspielkunst beziehungsweise des „Schauspiels der Künste“.
Vor dem Theater steht außerdem der 1911 errichtete Entenbrunnen von August Gaul.
Entstehung und Entwicklung bis 1945
Das Gebäude wurde 1902 von Konrad Reimer und Friedrich Körte als Korporationshaus für den 1847 gegründeten Akademischen Verein Motiv errichtet. Seit 1919 wurde es als Kino genutzt.
Am 18. Oktober 1922 eröffnete Theodor Tagger das Renaissance-Theater mit Gotthold Ephraim Lessings Stück Miss Sara Sampson. Tagger leitete das Theater bis Juli 1926. Anschließend wurde das Gebäude unter Einbeziehung des Obergeschosses von Oskar Kaufmann umgebaut. Finanziert wurde dieser Umbau durch den Unternehmer Jakob Michael. Die Neueröffnung fand am 8. Januar 1927 statt.
Von 1927 bis 1930 war Gustav Hartung Direktor. 1929 inszenierte er Ferdinand Bruckners Krankheit der Jugend, ohne zu wissen, dass sich hinter dem Pseudonym sein Vorgänger Theodor Tagger verbarg. 1933 wurde das Theater geschlossen. 1937 zog die Reichsschrifttumskammer in die Räume über dem Theater ein.
Wiedereröffnung, Leitungen und Erhaltung
Trotz Kriegsschäden nahm das Renaissance-Theater am 27. Mai 1945 den Spielbetrieb wieder auf. 1946 erfolgte eine einfache Instandsetzung durch den Architekten von Lülsdorff. Eine umfassende Restaurierung wurde erst 1985 von Michael Lindenmeyer vorgenommen; dabei wurde auch die blaue Verglasung von Hella Santarossa eingebaut.
Die Leitung übernahm 1946 Kurt Raeck. Ihm folgten 1979 Horst Mesalla, 1981 Heribert Sasse, danach Knut Boeser, 1986 Gerhard Klingenberg und von 1995 bis zum Ende der Spielzeit 2019/20 Horst-H. Filohn. Seit Beginn der Spielzeit 2020/21 ist Guntbert Warns Intendant. Im Theater traten zahlreiche bekannte Schauspieler auf, darunter Tilla Durieux, Curt Goetz, O. E. Hasse und Helene Weigel.
Zur Erhaltung des Baudenkmals trug bereits 2005 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bei. Am 30. April 2006 fand außerdem eine Benefiz-Matinee statt, bei der insbesondere Vicco von Bülow auftrat.