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Geographische Entwicklungsforschung

GEF befasst sich unter anderem mit Themenbereichen wie dem Phänomen räumlicher Fragmentierung, Fragen risikobehafteter Lebenslagen (Verwundbarkeit, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Themen und Arbeitsweise
  3. 3. Historische Entwicklung
  4. 4. Theoretische Ansätze seit den 1970er Jahren

Begriff und Bedeutung

Geographische Entwicklungsforschung (GEF), veraltet auch Geographische Entwicklungsländerforschung, heißt im englischsprachigen Raum development geography. Sie ist eine Forschungsrichtung innerhalb der Geographie. Ihr Thema ist der Zusammenhang zwischen Entwicklung und räumlichen Strukturen, Prozessen und Funktionen.

GEF ist wichtig, weil sie den theoretisch-methodischen Beitrag der Geographie zur Entwicklungsforschung leistet. Als angewandter Zweig liefert sie außerdem Erkenntnisse für Entwicklungsplanung und Entwicklungszusammenarbeit.

Themen und Arbeitsweise

GEF untersucht unter anderem räumliche Fragmentierung, also die Aufspaltung von Räumen und Gesellschaften in ungleich verbundene Teile. Sie befasst sich auch mit risikobehafteten Lebenslagen, besonders mit Verwundbarkeit und Geographischer Risikoforschung.

Weitere Themen sind krisenbehaftete Globalisierung und fragile Mensch-Umwelt-Beziehungen. Letztere werden unter anderem in der Politischen Ökologie untersucht, also in einem Ansatz, der Umweltfragen mit politischen, sozialen und wirtschaftlichen Machtverhältnissen verbindet. Ein wichtiger räumlicher Bezug ist der globale Süden.

Wie die Geographie insgesamt ist auch die GEF durch Methodenpluralismus geprägt. Das bedeutet, dass sie verschiedene Methoden und theoretische Zugänge nutzt, statt nur mit einem einzigen Verfahren zu arbeiten.

Historische Entwicklung

Die Anfänge der GEF lagen in der Kolonialgeographie. Auch spätere Ansätze bis in die 1960er Jahre waren stark länderkundlich und deskriptiv geprägt: Sie beschrieben vor allem Länder und Regionen. Dabei lag ein meist unausgesprochener Schwerpunkt auf Modernisierung als Lösung, um traditionelle Wachstumsbarrieren zu überwinden.

Erst ab den 1970er Jahren entwickelte sich im deutschsprachigen Raum stärker eine theoretische und erklärende Auseinandersetzung mit Schlüsselfragen von Entwicklung und Unterentwicklung. Diese Phase dauerte etwa 40 Jahre.

Theoretische Ansätze seit den 1970er Jahren

Die neuere Entwicklung der GEF begann mit einem „dependenztheoretischen Aufbruch“. Dependenztheorie fragt nach Abhängigkeiten zwischen ärmeren und reicheren Weltregionen und danach, wie solche Abhängigkeiten Unterentwicklung erklären können.

Darauf folgten der verflechtungsanalytische Produktionsweisenansatz und ein Nachdenken über Theorien mittlerer Reichweite statt globaler Reichweite. Außerdem wurden sozial- beziehungsweise polit-ökologische, institutionenökonomische, handlungstheoretische und globalisierungskritische Ansätze aus dem englischsprachigen Raum adaptiert.

Aus dem französischsprachigen Raum wurden post/konstruktivistische Betrachtungsweisen aufgearbeitet. Heute ist die GEF zunehmend mit der Herausforderung eines sogenannten Post-Developmentalismus konfrontiert.

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