Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Geographie der Vereinigten Arabischen Emirate
Die Geographie der Vereinigten Arabischen Emirate ist die Beschreibung der Beschaffenheit des Staatsgebietes der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).
Inhalt5 Abschnitte
Lage, Staatsgebiet und Grenzen
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) liegen an der östlichen Küste der Arabischen Halbinsel in Südwestasien. Ihr Staatsgebiet erstreckt sich zwischen 22°50′ und 26°00′ nördlicher Breite sowie zwischen 51°00′ und 56°25′ östlicher Länge. Im Norden grenzen sie an den Persischen Golf, im Osten an den Golf von Oman. Die Landgrenze zu Saudi-Arabien im Süden und Westen ist 457 km lang, die Grenze zu Oman im Osten 410 km. Über ihre Hoheitsgewässer grenzen die VAE außerdem im Westen an Katar.
Die Küstenlinie am Persischen Golf verändert sich durch die ständige Verlagerung von Sand und Schlick. Deshalb lässt sich auch die Landesfläche nur ungenau bestimmen: Genannt werden 77.700 km² beziehungsweise 83.600 km², wenn die 1992 einseitig vom Iran übernommenen Tunb-Inseln und die Insel Abu Musa einschließlich des umliegenden Meeresgebietes eingerechnet werden. Im Riad-Vertrag vom August 1974 gaben die VAE ihre Landverbindung nach Katar und ihren Anteil am Seegebiet des Chaur al-Udaid an Saudi-Arabien ab. Im Gegenzug verzichtete Saudi-Arabien auf territoriale Ansprüche auf die Oase Buraimi/al-Ain.
Der Staat besteht aus sieben Emiraten: Abu Dhabi, Adschman, Dubai, Fudschaira, Ra’s al-Chaima, Schardscha und Umm al-Qaiwain. Abu Dhabi ist mit 67.340 km² das größte Emirat und umfasst etwa 87 % der Gesamtfläche. Adschman ist mit 259 km² beziehungsweise 0,33 % das kleinste. Die britischen Protektoratsbehörden legten vor ihrem Abzug 1971 die Grenzen zwischen den Emiraten weitgehend fest, um Konflikte bei der Staatsgründung zu vermeiden.
Besonders kompliziert sind die Grenzen im Hadschar-Gebirge. Dort stritten sich fünf Emirate und Oman um mehr als ein Dutzend Exklaven, also vom übrigen eigenen Gebiet abgetrennte Landesteile. Einige Gebiete werden gemeinsam verwaltet. Zwischen den Emiraten liegt außerdem die omanische Exklave Madha. Innerhalb von Madha befindet sich wiederum Nahwa, eine Exklave Schardschas und damit eine Enklave zweiter Ordnung.
Wüsten, Küsten und Inseln
Die VAE sind fast vollständig von trockener Sandwüste bedeckt. Mehr als zwei Drittel des Landes gehören zu den nördlichen Ausläufern der Großen Arabischen Wüste, der Rub al-Chali. Ihre Dünen können über Hunderte Kilometer wandern und dadurch Oasen und Städte bedrohen. Großflächige Bepflanzungen konnten das Vordringen der Wüste nur teilweise aufhalten. Bedeutende Wüstenoasen sind Al-Ain/Buraimi an der Grenze zu Oman und die Liwa-Oase im Süden.
Zwischen der Sandwüste und der Nordküste liegt eine etwa 15 km breite Salzsumpfebene mit Salzpfannen und brackigem, also leicht salzhaltigem Grundwasser. Im Westen befindet sich der mehrere Hundert Quadratkilometer große Sabcha Matti. Eine Sabcha ist eine zeitweise feuchte Salzfläche. Dieses Gebiet ist 60 km breit und reicht 150 km weit bis nach Saudi-Arabien. Es gilt als Überrest eines ehemaligen Flusses, der im Inneren der Arabischen Halbinsel entsprang.
Der Nordküste sind zahlreiche Inseln, Sandbänke, Untiefen und Korallenriffe vorgelagert. Sie erschweren die Schifffahrt. Selbst 100 km vor der Küste ist das Meer nur etwa 25 m tief; der Persische Golf erreicht insgesamt höchstens ungefähr 100 m. Einige Inseln sind aus dem Meer herausragende Salzdome. Zu den weiter von der Küste entfernten Inseln gehören Das, Zirku, Abu Musa und die Tunb-Inseln. Auf der Höhe von Abu Dhabi gibt es ein weitläufiges Netz aus Lagunen und künstlichen Kanälen. Weiter nördlich liegen die Städte Dubai, Schardscha, Adschman, Umm al-Qaiwain und Ra’s al-Chaima. Bei Umm al-Qaiwain befinden sich auch mit Mangroven bewachsene Inseln.
Landesinneres und Gebirge
Das Landesinnere besteht überwiegend aus flacher Wüste. Südlich der Liwa-Oase und im Südosten erreichen einzelne Dünen jedoch Höhen von mehr als 100 m. Im Osten liegt die Oasenstadt Al-Ain. Wenige Kilometer südlich davon erhebt sich der Dschabal Hafit, ein etwa 26 km langer, in Nord-Süd-Richtung verlaufender Bergrücken mit einer Höhe von bis zu 1134 m.
Der See Al-Wathba liegt 30 km südöstlich des Zentrums von Abu Dhabi. Er war als Sabcha ursprünglich meist nur im Winter mit Wasser gefüllt. Seit 1998 wird aufbereitetes städtisches Abwasser dorthin geleitet, sodass ganzjährig offenes Wasser vorhanden ist und dort sogar Flamingos brüten. Der See Al-Warsan liegt 20 km südöstlich des Zentrums von Dubai, nahe der Dubai International City. Er entstand 1990, wird ebenfalls mit aufbereitetem städtischem Abwasser gespeist und ist ein wichtiges Vogelbrutgebiet.
Im Nordosten steigt das Hadschar-Gebirge steil aus der Wüste auf. Dort liegen mit dem Dschabal Yibir (1527 m) und dem Dschabal Adhan (1127 m) zwei der höchsten Erhebungen der VAE. In dieser Region lassen sich große Mengen an Grund- und Oberflächenwasser gewinnen. Das Gebirge wird von Wadis durchzogen. Wadis sind Flussbetten, in denen nur zeitweise Wasser fließt. Das Wadi Bih ist ein traditioneller Weg durch das Gebirge. Es führt durch das omanische Musandam und über das Wadi Chabb Schamsi bis nach Dibba am Golf von Oman.
Die Küste am Golf von Oman ist fruchtbar und dicht besiedelt. Zu ihren wichtigsten Städten gehören Fudschaira und Dibba. Khor Fakkan besitzt einen Hochseehafen mit Container-Terminal.
Klima
In den VAE herrscht ein subtropisches bis tropisches Klima mit sehr geringen Jahresniederschlägen. Der Regen fällt überwiegend im Winter und verdunstet häufig, bevor er den Boden erreicht. Von Mai bis Oktober ist die Luft besonders schwül. Das Landesinnere besitzt ein trockenes Wüstenklima, während es im höher gelegenen Hadschar-Gebirge deutlich kühler ist. Auf dem Jebel Jais nahe Ra’s al-Chaima hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zweimal geschneit.
Vor allem im Winter und Frühsommer weht der Schamal, ein Nordwestwind, der viel Sand und Staub mitführt. Sandstürme können sogar aus dem Irak bis in die VAE gelangen. Im Spätsommer verursacht der feuchte Südostwind Sharqi besonders an der Küste ein unangenehmes Klima.
Für Abu Dhabi beträgt das mittlere Tagesmaximum im Jahresdurchschnitt 33,7 °C, das mittlere Tagesminimum 20,3 °C. Der heißeste Monat nach dem mittleren Tagesmaximum ist der Juli mit 42,0 °C; im August liegt das mittlere Tagesminimum mit 28,7 °C am höchsten. Der kühlste Monat ist der Januar mit einem mittleren Tagesmaximum von 23,8 °C und einem Tagesminimum von 11,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt nach den angegebenen WMO-Daten nur 88,9 mm, verteilt auf insgesamt 12 Regentage. Mit 42,0 mm fällt im Februar am meisten Niederschlag. Von Mai bis Oktober gibt es nahezu keinen Regen.
Pflanzen- und Tierwelt
Die natürliche Vegetation ist wegen der Trockenheit äußerst spärlich. In den Oasen wachsen vor allem Dattelpalmen, Akazien und Eukalypten. In der Wüste kommen hauptsächlich widerstandsfähige Hartgräser und Dornbüsche vor.
Viele einheimische Tierarten wurden durch intensive Jagd beinahe ausgerottet. In den Küstengewässern leben besonders Makrelen, Barsche und Thunfische; Haie und Wale treten nur selten auf. Die reichen Fischbestände gehen aufgrund der Verschmutzung rasch zurück.
Auf der Insel Sir Bani Yas ließ Scheich Zayid bin Sultan Al Nahyan in den 1970er Jahren ein Naturreservat für einheimische Pflanzen und Tiere einrichten. Dieses Schutzgebiet trug unter anderem zum Überleben der Arabischen Oryxantilope und des Leoparden bei. In den letzten Jahren wurden im Süden der VAE wieder Herden von Oryxantilopen in die freie Wildbahn entlassen.