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Geographie Kosovos

Das Kosovo liegt in Südosteuropa im zentralen Teil der Balkanhalbinsel. Es grenzt im Norden und Nordosten an Serbien (Grenzlänge 351,6 km), im Südosten an …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage und Grunddaten
  2. 2. Gebirge und Ebenen
  3. 3. Flüsse und Seen
  4. 4. Klima
  5. 5. Natur, Nutzung und Städte

Lage und Grunddaten

Das Kosovo liegt in Südosteuropa im zentralen Teil der Balkanhalbinsel. Es grenzt im Norden und Nordosten an Serbien (351,6 km), im Südosten an Nordmazedonien (158,7 km), im Südwesten an Albanien (111,8 km) und im Westen an Montenegro (78,6 km). Das Land umfasst 10.877 km² und hat rund 1,8 Millionen Einwohner. Die mittlere Bevölkerungsdichte beträgt 155 Einwohner pro km².

Das Landschaftsbild ist stark gebirgig. Nahezu an allen Landesgrenzen liegen teilweise über 2000 m hohe Berge. Dazwischen befinden sich die Ebenen Metochien im Südwesten und Amselfeld im Nordosten. Die Region um die Hauptstadt Prishtina ist besonders durch Kohleabbau und Energieerzeugung geprägt.

Gebirge und Ebenen

Das Gebirge Šar Planina bildet im Süden und Südosten die Grenze zu Nordmazedonien. Es ist ein wichtiges Ziel für Bergtouristen, besonders in Brezovica und Prevalla. Außerdem dient die Region als Rückzugsgebiet für viele im Kosovo bedrohte Pflanzen- und Tierarten.

Im Westen, bei Peja, liegen die Bjeshkët e Nemuna të Kosovës. Sie gehören zum Prokletije beziehungsweise zu den Nordalbanischen Alpen, die sich über das Dreiländereck von Montenegro, Albanien und Kosovo erstrecken.

Zwischen Šar Planina und Prokletije liegt die über 65 km lange Ebene Metochien. Sie ist landwirtschaftlich bedeutend, überwiegend flach und durch einzelne Hügelketten gegliedert. Im Osten wird sie durch die Carraleva begrenzt. Diese Bergkette verläuft von Nordwesten nach Südosten bis zu den Ausläufern der Šar Planina und teilt das Land in Metochien im Westen und Amselfeld im Osten. Metochien liegt durchschnittlich auf 450 m Höhe, das Amselfeld auf 550 m.

Das etwa 50 km lange Amselfeld erstreckt sich zwischen Vushtrria und Ferizaj und ist kleiner als Metochien. Hier liegen unter anderem Pristina, Ferizaj, Gjilan und Vushtrria. Östlich schließen sich die Berge von Žegovac an. Das Gebirge Kopaonik liegt im Nordkosovo und wird im Süden durch das Amselfeld begrenzt.

Flüsse und Seen

Das Kosovo ist ein Binnenstaat. Der wichtigste Fluss ist der 113 km lange Weiße Drin, der in die Adria mündet. Weitere bedeutende Flüsse sind die Sitnica (90 km), die Bistrica e Pejës (62 km), die Bistrica e Deçanit, die Morava e Binqes (60 km), der Ibar und der Lepenac (53 km).

Der wichtigste See ist der Gazivodasee im Nordwesten mit rund 9,1 km² Fläche. Weitere Seen sind der Batllava-See im Osten (3,27 km²), der Badovac-See im Nordosten (2,57 km²) und der Radoniq-See im Südwesten (5,96 km²). In den Bjeshkët e Nemuna liegen mehrere kleine Bergseen, darunter der Leqinat-See (1,66 ha) und der Drelaj-See (0,6 ha), die beide bekannte Touristenziele sind.

Klima

Durch seine Lage zwischen dem Mittelmeer und den bergigen Regionen Südosteuropas weist das Kosovo große jahreszeitliche Temperaturschwankungen auf. Im Sommer können die Höchsttemperaturen weit über 30 °C steigen, im Winter sind Temperaturen von −10 °C möglich. Es herrscht kontinentales Klima mit warmen Sommern sowie teilweise sehr kalten und schneereichen Wintern.

Natur, Nutzung und Städte

Zu den natürlichen Sehenswürdigkeiten gehören die Mirusha-Wasserfälle, die Rugova-Schlucht bei Peja, die Quelle des Flusses Drin, die Tropfsteinhöhle in Gadime und das Tal der Bistrica bei Prizren. Das Kosovo besitzt zwei Nationalparks: den Nationalpark Sharr bei Prizren und den Nationalpark Bjeshkët e Nemuna bei Peja in den Albanischen Alpen. Im Naturschutzgebiet Blinaja bei Pristina leben stark bedrohte Tierarten. Außerdem gibt es bei Pristina einen Bärenwald für Bären, die zuvor nicht artgerecht in kleinen Käfigen gehalten wurden.

Etwa 446 km² sind mit Eichen, Buchen, Kastanien und verschiedenen Nadelhölzern bewachsen. Rund 200 km² werden als Ackerland genutzt, besonders für Weizen, Gerste, Mais, Weintrauben, Tabak, Kartoffeln und Pflaumen. Viele Flüsse sind aufgestaut; dadurch entstanden fischreiche Stauseen. Genannt werden unter anderem Forellen, Karpfen, Aale, Barben, Welse, Hechte, Schollen und Huchen. Zu den seltenen Tieren gehören Bären, Luchse, Auerhühner und Schildkröten; seltene Pflanzen sind Edelweiß, Alpenveilchen und Päonien. Außerdem gibt es zahlreiche Karstquellen, Mineralquellen und Gletscherseen.

Die Volkszählung von 2011 ermittelte folgende zehn größten Städte: Pristina (198.897 Einwohner), Prizren (177.781), Ferizaj (108.610), Peja (96.450), Gjakova (94.556), Gjilan (90.178), Podujeva (88.499), Mitrovica (71.909), Vushtrria (69.870) und Suhareka (59.722).

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