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Geographie Irlands

Irland ist eine Insel im Atlantischen Ozean im Nordwesten Europas. Der Ozean formte die raue Küstenlinie, sowie viele Inseln, Halbinseln und Buchten.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Lage und Grundstruktur
  2. 2. Entstehung und Gesteine
  3. 3. Landschaften und Gebirge
  4. 4. Gewässer, Küsten und Inseln
  5. 5. Klima und Bevölkerung
  6. 6. Naturschätze und Rohstoffe

Lage und Grundstruktur

Irland ist eine Insel im Atlantischen Ozean im Nordwesten Europas. Wegen ihrer grünen Landschaft wird sie auch „Emerald Isle“ genannt, also „Smaragdinsel“. Die Gesamtfläche der Insel beträgt 84.079 km². Politisch ist sie in die Republik Irland und das britische Nordirland geteilt.

Von Großbritannien ist Irland durch die Irische See und den Nordkanal getrennt. Zwischen Irland und dem europäischen Festland liegt die Keltische See. Der Atlantik hat die Küsten stark geprägt: Es gibt eine raue Küstenlinie, viele Buchten, Halbinseln und Inseln. Ein wichtiges Merkmal der irischen Geographie ist das zentrale Flachland, das von Gebirgen umgeben ist.

Entstehung und Gesteine

Die älteste bekannte Gesteinsformation Irlands ist etwa 1,7 Milliarden Jahre alt und liegt auf Inishtrahull Island vor der Küste des County Donegal. Die heutige Insel entstand über sehr lange geologische Zeiträume. Vor etwa 600 Millionen Jahren wurde die irische Landmasse in zwei Teile getrennt, die auf verschiedenen Seiten des Urozeans Iapetus lagen. Vor etwa 440 Millionen Jahren vereinigten sie sich wieder. Dabei entstanden unter anderem Berge im Nordwesten Irlands sowie Granit in Donegal und Wicklow.

Später lag Irland nahe dem Äquator und zeitweise unter warmen Meeren. Vor etwa 400 bis 300 Millionen Jahren bildeten Korallenriffe große Mengen Kalkstein. Dieser Kalkstein macht heute etwa 65 Prozent des steinernen Mantels Irlands aus. In der Karbonzeit entstanden aus tropischen Wäldern und Sümpfen Kohlevorkommen, von denen jedoch vieles durch Erosion abgetragen wurde. Vor etwa 250 Millionen Jahren lag Irland auf der Höhe des heutigen Nordafrika und hatte ein Wüstenklima. Aus dieser Zeit stammt unter anderem die Karstlandschaft des Burren im County Clare.

Vor 65 Millionen Jahren begann eine Phase vulkanischer Aktivität. Die Mourne Mountains und andere Gebirgszüge gehen auf diese Zeit zurück. Vor etwa 25 Millionen Jahren lag Irland schon nahe seiner heutigen Position, und vor etwa 3 Millionen Jahren hatte sich die heute existierende Landschaft weitgehend geformt. Die Eiszeiten hinterließen besonders deutliche Spuren: Gletschertäler wie in Glendalough, Gletscherseen, Kare, Drumlins und Oser. In Irland sind etwa 25.000 Drumlins bekannt; der Drumlin-Gürtel reicht über Teile Nordirlands bis in die Republik Irland und gehört zu den größten in Europa.

Landschaften und Gebirge

Das zentrale Flachland Irlands besteht vor allem aus Kalkstein, der von Gletschermaterial, Ton, Sand, Seen und Moorlandschaften bedeckt ist. Das größte Hochmoor ist das Bog of Allen. Die küstennahen Gebirge unterscheiden sich deutlich: Im Süden bestehen sie aus altem rotem Sandstein mit Flussbetten aus Kalkstein, in Galway, Mayo, Donegal, Down und Wicklow häufig aus Granit. Im Nordosten gibt es Basalt; die bekannteste Basaltformation ist der Giant’s Causeway im County Antrim.

Die Böden unterscheiden sich nach Region und Niederschlag. Im Norden und Westen bildeten sich durch schlecht abfließendes Wasser Torf- und Gleylandschaften. Im Süden und Osten überwiegen brauner und grauer Podsol. Eine besondere Landschaft ist der Burren im County Clare: ein Karstgebiet aus verwittertem Kalkstein mit wenig Erde, Karsttrichtern und einem ausgedehnten Höhlensystem.

Das zentrale Flachland ist von Gebirgsketten umgeben. Dazu gehören unter anderem die Macgillycuddy’s Reeks im County Kerry, die Wicklow Mountains, the Mournes, die Sperrin Mountains, die Derryveagh Mountains und die Twelve Bens/Maumturks. Die höchste Erhebung ist der Carrauntuohill mit 1041 m. Er gehört zu den Macgillycuddy’s Reeks. Die meisten irischen Berge sind nicht sehr hoch: Nur drei erreichen über 1000 m, und 455 Erhebungen überschreiten 500 m.

Gewässer, Küsten und Inseln

Der größte und längste Fluss Irlands ist der Shannon. Er ist etwa 386 km lang und damit auch der längste Fluss der Britischen Inseln. Er entspringt im County Cavan, fließt etwa 260 km südwärts, bildet die Seen Lough Allen, Lough Ree und Lough Derg und mündet nahe Limerick in einem 113 km langen Ästuar in den Atlantik. Weitere wichtige Flüsse sind Liffey, River Lee, Blackwater, Nore, Suir, Barrow und Boyne. Der größte See Irlands ist Lough Neagh in Ulster mit 396 km² Fläche, 30 km Länge und 15 km Breite. Weitere große Seen sind Lough Erne und Lough Corrib.

Die Küste Irlands ist reich an Meeresarmen und Buchten. Im Norden und Osten liegen unter anderem Lough Swilly, Lough Foyle, Belfast Lough, Strangford Lough, Carlingford Lough und Dublin Bay. An der Südküste befinden sich Waterford Harbour und Cork Harbour. Im Westen und Südwesten prägen Buchten wie Dunmanus Bay, Bantry Bay, Dingle Bay, Clew Bay, Blacksod Bay, Killala Bay und Donegal Bay die Küstenform.

Wichtige Landspitzen markieren die äußersten Punkte der Insel. Malin Head im County Donegal ist der nördlichste Punkt der Hauptinsel. Mizen Head ist einer der südlichsten Punkte; der tatsächlich südlichste Punkt der Hauptinsel ist Brow Head, etwa 3 km östlich von Mizen Head. Noch südlicher liegt der Felsen Fastnet Rock. Carnsore Point gilt als südöstlichster Punkt, Burr Point als östlichster und Dunmore Head auf der Dingle-Halbinsel als westlichster Punkt der Insel.

Die größte irische Insel ist Achill Island im County Mayo. Sie ist bewohnt und durch eine Brücke mit der Hauptinsel verbunden. Weitere bedeutende Inseln sind die Aran Islands vor Galway, Valentia Island vor der Halbinsel Iveragh und Omey Island bei Connemara. Bekannte Halbinseln sind Dingle, Iveragh, Beara, Cooley, Ards und Inishowen. Inishtrahull Island ist Irlands nördlichste Insel; der weiter nördlich gelegene Felsen Rockall wird von Irland beansprucht, aber auch von Großbritannien, Dänemark als Teil der Färöer und Island.

Klima und Bevölkerung

Irland hat ein gemäßigtes Klima. Durch den nordatlantischen Strom ist es wärmer als viele andere Gebiete auf demselben Breitengrad. Der vorherrschende Wind weht meist von Südwesten nach Nordosten. Deshalb ist Regen besonders typisch für den Westen: Auf Valentia Island an der Westküste fallen jährlich etwa 1400 mm Niederschlag, in Dublin 762 mm. Rund 60 Prozent der jährlichen Regenmenge fallen zwischen August und Januar.

Mai und Juni sind mit durchschnittlich fünf bis sieben Sonnenstunden pro Tag die sonnigsten Monate. Januar und Februar sind mit 4 bis 7 °C Durchschnittstemperatur die kältesten Monate, Juli und August mit 14 bis 16 °C die wärmsten. Extremwetter ist seltener als auf dem europäischen Festland, kommt aber vor. Atlantische Tiefdruckgebiete können im Dezember, Januar und Februar Stürme mit Windgeschwindigkeiten bis zu 160 km/h bringen. Im Sommer, besonders im Juli und August, treten plötzlich Gewitterstürme auf, vor allem im Inland und im Westen.

Die Insel war historisch in die vier Provinzen Connacht, Leinster, Munster und Ulster gegliedert. Diese Provinzen haben heute keine Verwaltungsfunktion mehr, sind aber im Bewusstsein der Bevölkerung und im Sport weiterhin wichtig. Die 32 historischen Grafschaften bilden bis heute eine wichtige Grundlage der Verwaltungsgliederung. Sechs der neun historischen Grafschaften Ulsters gehören zu Nordirland, die übrigen 26 zur Republik Irland.

In der Republik Irland leben 4.234.925 Menschen auf 70.280 km² (Stand: April 2006). Nordirland hat 1.710.300 Einwohner auf 13.843 km² (Stand: 2004). Insgesamt konzentriert sich die Bevölkerung der Insel, etwa 5,6 Millionen Menschen, stark auf die Ostküste, besonders auf Dublin, Belfast und deren Umgebung. In Nordirland wurden die traditionellen Grafschaften 1973 durch 26 Districts ersetzt; seit dem 1. April 2015 gibt es elf Districts.

Naturschätze und Rohstoffe

Irland besitzt etwa 12.000 km² Marschland, vor allem Deckenmoore und Hochmoore. Deckenmoore entstanden besonders dort, wo Bauern des Neolithikums Bäume fällten und dadurch Pflanzen wie Besenheide und Binsengewächsen günstige Bedingungen schufen. Durch das feuchte Klima und zunehmende Versäuerung bildeten sich aus Pflanzenresten mächtige Torfschichten. Hochmoore sind besonders im Talbecken des Shannon verbreitet; sie entstanden nach der letzten Eiszeit in wassergefüllten Talsenken.

Seit dem 17. Jahrhundert wurde Torf als Heizmaterial genutzt. In den 1940er Jahren kamen Maschinen zum Torfstechen auf; ein bekanntes Unternehmen ist Bord na Móna. Torf wurde und wird auch industriell verwendet, besonders zur Stromerzeugung. Die zunehmende Zerstörung der Moore wird jedoch kritisiert. Besonders Hochmoore sind betroffen, weil ihr Torf einen höheren Heizwert besitzt. In der Republik Irland und in Nordirland gibt es Maßnahmen zum Schutz dieser Bestände.

Wichtige Bodenschätze sind Erdgas, Erdöl und Metalle. Die Suche nach Erdgas vor der irischen Küste begann 1970. Das erste größere Feld war das Kinsale Gas Field von 1971, später folgten das Ballycotton Gas Field 1989 und das Corrib Gas Field 1996. Beim Corrib Field war die Erschließung laut Artikel noch nicht abgeschlossen, weil ungeklärt war, ob die Raffinierung an Land oder auf See stattfinden soll. Das Helvick Oil Field wurde mit einer geschätzten Kapazität von fünf Millionen Barrel Öl entdeckt.

Irland ist Europas größter Produzent von Zink. Bedeutende Zink- und Bleiminen liegen in Navan, Galmoy und Lisheen. Weitere mineralische Rohstoffe sind Gold, Silber, Gips, Talk, Calcit, Dolomit, Dachschiefer, Kalkstein, Sand und Kies.

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