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Genetivus obiectivus

Der Genetivus obiectivus (dt. Objektsgenitiv) ist eine Funktion des Genitivs, bei der das im Genitiv stehende Wort das Objekt der durch sein regierendes …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Typische Beispiele

Definition und Bedeutung

Der Genetivus obiectivus, auf Deutsch Objektsgenitiv, ist eine Funktion des Genitivs. Dabei bezeichnet das Wort im Genitiv das Objekt einer Handlung, die durch das übergeordnete Substantiv ausgedrückt wird. Das bedeutet: Das Genitivwort ist nicht der Handelnde, sondern das, worauf sich die Handlung richtet.

Das Gegenstück ist der Genetivus subiectivus. Bei ihm bezeichnet das Genitivwort den Handelnden oder Träger der Handlung. Manche Ausdrücke können je nach Zusammenhang beide Bedeutungen haben. Beispiel: „Die Beschreibung der Frau“ kann bedeuten: „Die Frau wurde beschrieben“ (Genetivus obiectivus). Je nach Kontext kann es aber auch heißen: „Die Frau hat beschrieben“ (Genetivus subiectivus).

Der Genetivus obiectivus kommt in verschiedenen Sprachen vor, unter anderem im Lateinischen, Deutschen, Arabischen und Hethitischen.

Typische Beispiele

Beim Genetivus obiectivus lässt sich die Bedeutung oft durch einen Satz mit Passivform erklären:

  • „Die Schlachtung eines Pferdes“ bedeutet: „Das Pferd wird geschlachtet.“
  • „Der Verfasser der Schriften“ bedeutet: „Die Schriften werden verfasst.“
  • „Die Furcht des Herrn“ kann bedeuten: „Der Herr wird gefürchtet.“ Je nach Zusammenhang ist aber auch ein Genetivus subiectivus möglich: „Der Herr empfindet Furcht.“
  • Lateinisch „agri cultura“ bedeutet „die Bestellung des Ackers“, also: „Der Acker wird bestellt.“
  • Lateinisch „amor patris“ kann als Genetivus obiectivus bedeuten: „Der Vater wird geliebt.“ Als Genetivus subiectivus kann es bedeuten: „Der Vater liebt.“

Lernvideos zu Genetivus obiectivus

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