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GUM (Norm)

GUM ist die Abkürzung für den 1993 veröffentlichten und zuletzt 2008 überarbeiteten ISO/BIPM-Leitfaden Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Was der GUM ist
  2. 2. Entwicklung des Leitfadens
  3. 3. Bewertung nach Typ A und Typ B

Was der GUM ist

Der GUM ist der ISO/BIPM-Leitfaden „Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement“. Er wurde 1993 veröffentlicht und zuletzt 2008 überarbeitet. Die Technische Regel ISO/IEC Guide 98-3:2008-09 „Messunsicherheit – Teil 3: Leitfaden zur Angabe der Unsicherheit beim Messen“ ist identisch mit dem frei verfügbaren Leitfaden JCGM 100:2008 „Evaluation of measurement data — Guide to the expression of uncertainty in measurement“.

Der Leitfaden legt eine international einheitliche Vorgehensweise fest, um Messunsicherheiten zu ermitteln und anzugeben. Messunsicherheit beschreibt, wie unsicher ein Messergebnis aufgrund verschiedener Einflussgrößen ist. Durch ihre einheitliche Bewertung sollen Messergebnisse weltweit vergleichbar werden. Die Prinzipien lassen sich auf alle Situationen des Messens und Kalibrierens anwenden. Für Kalibrierscheine akkreditierter Kalibrierlaboratorien bildet der GUM die verbindliche Grundlage zur Ermittlung der Messunsicherheit.

Entwicklung des Leitfadens

Die Anfänge des GUM reichen bis 1978 zurück. Bei einem von einer deutschen Großforschungseinrichtung veranstalteten „Seminar über die Angabe der Messunsicherheit“ wurde deutlich, dass die von Carl Friedrich Gauß überlieferte Fehlerrechnung unvollständig war. Gauß hatte den von ihm erkannten und diskutierten „unbekannten systematischen Fehler“ nicht in seine mathematischen Verfahren einbezogen. Angesichts fortgeschrittener Methoden der Metrologie, also der Wissenschaft vom Messen, ließ sich dies nicht länger vertreten.

Bis dahin fehlte ein einheitliches Verfahren, um statistische und nicht-statistische Einflüsse auf ein Messergebnis gemeinsam in einem geschlossenen Formalismus zu bewerten. Deshalb wurde der Begriff der Messunsicherheit definiert und es wurden teilweise neue Methoden zu ihrer Bestimmung entwickelt. Der GUM war während seiner Entstehung jedoch Kritik ausgesetzt. 1995 erhielt er ein Korrekturblatt. 2008 wurde er überarbeitet, ergänzt und neu herausgegeben; ein Beiblatt beschreibt die Monte-Carlo-Methode zur Ermittlung der Messunsicherheit. Eine weitere Revision begann 2014.

Bewertung nach Typ A und Typ B

Der GUM unterscheidet zwei Kategorien von Methoden, mit denen sämtliche Einflussgrößen einer Messung bewertet und anschließend kombiniert werden:

  • Typ A: Die Messunsicherheit wird durch statistische Analyse der Messungen berechnet.
  • Typ B: Die Messunsicherheit wird mit anderen Mitteln als einer statistischen Analyse berechnet.

Für jede Einflussgröße wird dokumentiert, welcher Methodentyp verwendet wird und wie stark die Größe zur gesamten Messunsicherheit beiträgt. Das Verfahren verbindet somit statistisch und nicht-statistisch bestimmte Beiträge. Ziel ist eine realistische und nachvollziehbare Angabe der Messunsicherheit.

Lernvideos zu GUM (Norm)

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