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Friedrich Schiller (1923)

Friedrich Schiller ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahre 1923 von Curt Goetz mit Theodor Loos in der Titelrolle.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Film und Handlung
  2. 2. Die Räuber und die Flucht
  3. 3. Entstehung und Wiederaufführung
  4. 4. Zeitgenössische Kritik

Film und Handlung

„Friedrich Schiller“ ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahr 1923. Curt Goetz führte Regie; Theodor Loos spielt die Titelrolle. Der Film schildert Schillers Jugend bis zu seiner Flucht aus Württemberg und verbindet seine persönliche Entwicklung mit dem Konflikt zwischen künstlerischer Freiheit und absolutistischer Herrschaft.

Der junge Friedrich Schiller möchte ursprünglich Pfarrer werden. Auf strengen väterlichen Willen hin besucht er jedoch die Württembergische Karlsschule. Diese Erziehungseinrichtung steht unter der Patronage des Herzogs von Württemberg und ist auf Zucht und Ordnung ausgerichtet. Schillers Neigung zur Dichtkunst soll dort unterdrückt werden; stattdessen soll er Jura und Medizin studieren. Nach seiner Einsetzung als Regimentsarzt widmet er sich dennoch immer stärker dem Schreiben.

Die Räuber und die Flucht

Heimlich schreibt Schiller das Drama „Die Räuber“. Auch an dessen Uraufführung 1782 am Mannheimer Nationaltheater nimmt er unerlaubt teil. Das Stück wird ein großer Publikumserfolg und eröffnet dem jungen Schriftsteller eine Laufbahn als Dichter.

Der Erfolg löst jedoch den Zorn des Herzogs aus. Der absolutistisch regierende Herzog Carl Eugen von Württemberg sieht in dem revolutionären Stück Rebellion und Umsturz. Weil er vor der Aufführung nicht um sein Plazet, also seine Genehmigung, gebeten wurde, droht er Schiller mit Zensur und Kerkerhaft. Um weiter frei und künstlerisch frei leben zu können, verlässt Schiller das Land. Er flieht zusammen mit seinem Freund Andreas Streicher, einem begabten Musiker, aus der Garnison.

Entstehung und Wiederaufführung

Der Film wurde in der zweiten Jahreshälfte 1922 in Stuttgart gedreht und passierte am 23. Februar 1923 die Filmzensur. Er bestand aus sieben Akten und hatte eine Länge von 2617 Metern; als Laufzeiten werden 102 beziehungsweise 111 Minuten angegeben. Die Uraufführung fand am 26. März 1923 im Stuttgarter Landestheater statt.

Produziert wurde der Film von der Götz-Film-Compagnie in Berlin. Curt Goetz war Regisseur, Produzent und Drehbuchautor; das Drehbuch wird außerdem Max Kaufmann zugeschrieben. Otto Tober und Hans Scholz übernahmen die Kamera, Julian Ballenstedt entwarf die Filmbauten und Leopold Verch die Kostüme. In einer Arte-Ausstrahlung von 2012 trug der Film auch den Titel „Friedrich Schiller – Eine Dichterjugend“. Nachdem er lange als verschollen galt, wurde er in München restauriert und 2005 wiederaufgeführt.

Zeitgenössische Kritik

Die Kritik würdigte überwiegend Curt Goetz’ Regie. Besonders hervorgehoben wurde, dass der Film Schiller nicht pathetisch überhöhe, sondern dessen Jugend mit Humor und anekdotischen, also kurzen charakteristischen Einzelszenen, darstelle. Herbert Ihering bezeichnete den gewählten Ansatz als humoristisch-anekdotischen Volksfilm und lobte die optisch wirksamen sowie mimisch reizvollen Genrebilder.

Die „Lichtbild-Bühne“ beurteilte die Darstellung von Schillers Jugend und Flucht mit Streicher als gelungen. Sie lobte Theodor Loos’ lebensechte Schiller-Darstellung und Hermann Vallentins Charakterisierung des Herzogs. Kritikpunkte waren eine nicht immer einwandfreie Photographie, eine stellenweise ungeschickte Akteinteilung und der Wunsch nach zusätzlichen Schnitten.

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