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Frauenwahlrecht in Ostasien

Am 12. Dezember 1945 wurden das aktive und passive Frauenwahlrecht in Japan für das Unterhaus, am 24. Februar 1947 für das Oberhaus eingeführt. Die japanische …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. China: Entwicklung des Wahlrechts
  3. 3. Frauenbewegung, Nationalismus und Revolution
  4. 4. Krieg, Verfassungen und ausländische Vorbilder
  5. 5. Japan und Korea

Überblick und Bedeutung

Das Frauenwahlrecht in Ostasien umfasst hier das aktive Wahlrecht, also das Recht zu wählen, und das passive Wahlrecht, also das Recht, selbst gewählt zu werden, in China, Japan, Nordkorea und Südkorea. Auf nationaler Ebene wurde es in diesen Staaten überwiegend erst im Zusammenhang mit den politischen Umbrüchen nach dem Zweiten Weltkrieg verwirklicht.

Neue staatliche Ordnungen und Verfassungen waren dabei entscheidend. Dies galt unabhängig von der politischen Ausrichtung: China wurde ein kommunistischer Staat, während sich in anderen Staaten andere Staatsformen entwickelten. In Japan hing die Einführung mit der demokratischen Verfassung und der amerikanischen Besatzung nach 1945 zusammen. In Korea folgte sie auf das Ende der japanischen Kolonialherrschaft im Jahr 1945.

China: Entwicklung des Wahlrechts

In China forderten viele Frauen bereits kurz nach der von Sun Yat-sen geführten Revolution von 1911 das Wahlrecht. Noch im selben Jahr garantierte die Provinzversammlung von Guangdong Frauen dieses Recht. 1912 wurden zehn Frauen in diese Versammlung gewählt. Sie waren die ersten Frauen in Asien, die durch eine Wahl ein öffentliches Amt erhielten.

Auf nationaler Ebene nahmen Frauen erstmals bei den Wahlen von 1947–1948 auf Grundlage der chinesischen Verfassung an Wahlen teil. Nach der Errichtung der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949 wurde das allgemeine aktive und passive Wahlrecht für beide Geschlechter garantiert.

Frauenbewegung, Nationalismus und Revolution

Die politischen Aktivitäten chinesischer Frauen waren eng mit Nationalismus und der Vorstellung verbunden, dass die Unterdrückung von Frauen den Fortschritt der gesamten Nation behindere. Als sichtbarer Ausdruck dieser Unterdrückung galt die Tradition des Füßebindens. Anders als etwa in Großbritannien oder Frankreich wurden Frauenfragen in China nicht in gleicher Weise an den Rand gedrängt; dort betrachtete das Establishment die Beibehaltung traditioneller Frauenrollen teilweise als Bestandteil einer nationalen Mission.

Frauen beteiligten sich deshalb aktiv an der revolutionären Bewegung von 1911, die zum Sturz der Qing-Dynastie und zur Gründung der Republik China führte. Sie schmuggelten Waffen, platzierten Sprengstoff und bildeten Kampfeinheiten. Dabei zogen sie Parallelen zwischen ihrer Unterdrückung durch Männer und der Herrschaft der mandschurischen Qing über die mehrheitlich zur Han-Bevölkerung gehörenden Chinesen.

Wie in Europa und Indien wurde das Frauenwahlrecht besonders in einer Phase nationaler Erhebung und verfassungsrechtlicher Veränderungen zu einem dringenden Thema. Der Zugang von Frauen zu Führungspositionen blieb jedoch schwierig. Das Beispiel Xiang Jingyus zeigt, dass dieser Zugang zudem von der Verbindung zu einem mächtigen Mann abhängen konnte.

Auch Bürgerkrieg und feindliche Invasion bildeten in China Begleitumstände, die das Frauenwahlrecht förderten. Nachdem die Kommunisten an die Macht gelangt waren, gewährten sie den Frauen politische Rechte. Mao verband in seinen Schriften schon früh revolutionäre Vorstellungen mit der Stellung der Frau. Dennoch verzögerte die starre Lehre, dass das Volk die Macht besitzen solle, lange die konkrete Umsetzung. Nach Darstellung des Artikels ebneten die Kommunisten den Weg zum Frauenwahlrecht weniger aus Vertrauen in die Demokratie als aus ihrem Glauben an die Macht der Masse.

Krieg, Verfassungen und ausländische Vorbilder

Krieg und die anschließende Ausarbeitung neuer Verfassungen führten häufig zur Einführung des Frauenwahlrechts. Dieses Muster trat unabhängig von der politischen Ordnung auf: Der Artikel stellt dem kommunistischen China die Demokratie Indien gegenüber. Auch in China fiel der Kampf um politische Rechte mit einer nationalen Erhebung und einer Veränderung der staatlichen Ordnung zusammen.

Auf die chinesische Frauenwahlrechtsbewegung wirkten außerdem ausländische Vorbilder ein. Sie war vermutlich die einzige Frauenwahlrechtsbewegung weltweit, die der Linie Emmeline Pankhursts folgte und zur Durchsetzung ihrer Ziele Eigentum zerstörte. Aletta Jacobs traf 1912 auf ihren Reisen chinesische Aktivistinnen. Nach ihrem Bericht erklärten diese, die chinesische Presse habe nicht über den weltweiten Feminismus berichtet, sondern lediglich über die Kampfmethoden der britischen Suffragetten. Daher hätten sich die chinesischen Frauen nur an diesen radikalen Vorbildern orientieren können.

Japan und Korea

In Japan war das Frauenwahlrecht Teil der demokratischen Neuordnung, die auf die amerikanische Besatzung nach 1945 zurückging. Für das Unterhaus wurden das aktive und passive Frauenwahlrecht am 12. Dezember 1945 eingeführt, für das Oberhaus am 24. Februar 1947.

In Nordkorea wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht bereits unter alliierter Verwaltung durch das am 30. Juli 1946 eingeführte Gesetz zur Gleichheit der Geschlechter garantiert. Dies geschah vor der Unabhängigkeit von 1948. Bei der ersten Wahl von Frauen in das nationale Parlament im August 1948 wurden 69 Frauen gewählt.

In Südkorea wurden das aktive und passive Frauenwahlrecht am 17. Juli 1948 Gesetz. Die erste Frau, die in das nationale Parlament gewählt wurde, war Yim Yong-sin Louise im Jahr 1949.

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