Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Festival international de géographie
Globus in Saint-Dié, der selbsterklärten „Welthauptstadt der Geographie“. Das Festival wurde 1990 auf Betreiben von Christian Pierret, Bürgermeister von …
Inhalt4 Abschnitte
Festival und Bedeutung
Das Festival international de géographie (FIG) ist eine jährlich im Herbst, meist Anfang Oktober, stattfindende Geographieveranstaltung in Saint-Dié-des-Vosges in Frankreich. Bei jeder Austragung steht ein anderes geographisches Thema im Mittelpunkt. Das Festival richtet sich sowohl an Fachleute als auch an die breite Öffentlichkeit und verbindet wissenschaftlichen Austausch mit allgemein zugänglichen Angeboten.
Saint-Dié-des-Vosges ist für die Geographiegeschichte bedeutsam: Dort entstand 1507 die Waldseemüller-Karte, auf der erstmals die Bezeichnung „America“ zu finden ist.
Programm und Umfang
Zum Programm gehören Podiumsdiskussionen und Fachvorträge von Geographen sowie Filme, Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen. Dadurch sollen geographische Forschung und Themen einem großen Publikum vermittelt werden.
Das Festival wurde 1990 auf Betreiben von Christian Pierret erstmals veranstaltet. Pierret war Bürgermeister von Saint-Dié und später Staatssekretär. Das FIG dauert vier Veranstaltungstage und zählt jährlich etwa 45.000 Besucher.
Internationaler Geographiepreis
Der Lauréat Prix International de Géographie Vautrin Lud, kurz Prix Vautrin Lud, wird im Rahmen des Festivals vergeben. Er wurde 1991 erstmals verliehen, gilt als höchste internationale Auszeichnung im Fach Geographie und wird umgangssprachlich als „Nobelpreis für Geographie“ bezeichnet.
Namensgeber ist der in Saint-Dié geborene Kanoniker Vautrin Lud. Er war zusammen mit Matthias Ringmann und Martin Waldseemüller daran beteiligt, die Neue Welt nach Amerigo Vespucci „America“ zu nennen.
Ausgezeichnete Geographen
Seit 1991 wird der Preis an international tätige Geographinnen und Geographen vergeben. Zu den frühen Preisträgern gehören Peter Haggett (1991), Torsten Hägerstrand und Gilbert F. White (beide 1992), Peter Gould (1993), Milton Santos (1994), David Harvey (1995) sowie Roger Brunet und Paul Claval (beide 1996).
Weitere ausgezeichnete Fachleute sind unter anderem Doreen Massey (1998), Yves Lacoste (2000), Sir Peter Hall (2001), Michael F. Goodchild (2007), Denise Pumain (2010), Yi-Fu Tuan (2012), Michael Batty (2013), Anne Buttimer (2014), Akin Mabogunje (2017), Brenda Yeoh (2021), Michael Storper (2022), Jamie Peck (2023), Ron Boschma (2024), Anssi Paasi (2025) und Karen Seto (2026). Die Herkunftsangaben zeigen die internationale Ausrichtung des Preises; einige Ausgezeichnete werden mehreren Staaten zugeordnet.