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Faust II (Rockoper)
Faust II – Die Rockoper ist eine Rockoper von Rudolf Volz nach Faust. Der Tragödie zweiter Teil von Johann Wolfgang von Goethe.
Inhalt5 Abschnitte
Werk und Bedeutung
„Faust II – Die Rockoper“ ist eine deutschsprachige Rockoper von Rudolf Volz nach Johann Wolfgang von Goethes „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“. Volz schrieb das Libretto und die Musik und übernahm die Inszenierung; Michael Wagner und Uwe Rodi wirkten als Mitkomponisten und Arrangeure mit. Das Werk verbindet klassische deutsche Literatur mit Rockmusik und bringt Goethes zweiten „Faust“-Teil als zusammenhängendes Bühnenstück zur Aufführung.
Die Rockoper setzt „Faust I – Die Rockoper“ fort. Beide Produktionen können deshalb als ein durchgehendes Werk mit insgesamt vier Spielhälften verstanden werden. „Faust II“ umfasst die dritte und vierte Spielhälfte. Die Spieldauer beträgt 2:55 Stunden einschließlich einer 30-minütigen Pause.
Die Uraufführung fand am 17. Oktober 2003 im Hessischen Landestheater Marburg statt. Wenige Monate später erschien die erste CD. Seit 2010 wird die Rockoper auch auf dem Brocken aufgeführt, dem Handlungsort der Walpurgisnacht aus „Faust I“.
Text, Musik und Inszenierung
Das Libretto verwendet ausschließlich Originaltexte von Goethe. Als Bearbeitungsmittel dienen nur Repetition, also die Wiederholung von Textstellen, und Streichung. Goethes Wortlaut wird somit nicht durch neu geschriebene Dialoge oder Liedtexte ersetzt.
Musikalisch und szenisch ist das Werk als Rock-Spektakel gestaltet. Es ist nicht nur ein Konzeptalbum, also ein Album mit einem übergreifenden inhaltlichen Zusammenhang, sondern besitzt eine vollständige theatralische Umsetzung. Die Musik orientiert sich am Rockstil der 1970er Jahre.
Nach dem Artikel ist diese Rockoper bisher die einzige Opernfassung des literarischen Werks, die einen durchgehenden Handlungsstrang über alle fünf Akte bildet. Eine frühere klassische Opernbearbeitung einzelner Akte war Marc-André Souchays „Faust und Helena“, die 1940 in Halle uraufgeführt wurde.
Handlung, Orte und Figuren
Die Handlung führt durch zahlreiche, stark wechselnde Schauplätze: Blumenwiese, Kaisersaal, Laboratorium, Meer, Burghof, Hochgebirg, Palast, Grabstätte und Himmel. Dadurch folgt die Inszenierung dem weiten Handlungsbogen von Goethes zweitem „Faust“-Teil.
Im Mittelpunkt stehen Heinrich Faust und Mephistopheles, auch Mephisto genannt. Mephisto erscheint zudem verkleidet als Narr und als Phorkyas. Weitere wichtige Figuren sind Ariel, der Kaiser, der Astrologe, der Bischof, der General, Wagner, Homunculus, Helena, die Chorführerin, Philemon, Baucis, Gretchen und Goethe als Theaterdirektor und Erzähler. Ein Ensemble übernimmt unter anderem die Rollen von Teufelinnen und Engeln.
Die Bilder zur Produktion zeigen zentrale Konstellationen und Stationen: Faust erwacht im Blumenbeet; Mephisto tritt am Kaiserhof als Narr auf; Helena begegnet Phorkyas beziehungsweise dem verkleideten Mephisto und dem verjüngten Faust; außerdem ist der alte Faust mit Diener und Mephisto dargestellt.
Aufbau und ausgewählte Songs
Die dritte Spielhälfte verarbeitet Szenen aus dem ersten und zweiten Akt. Sie beginnt mit „Schlaf ist Schale“ aus „Anmutigende Gegend“ ab Zeile 4623. Es folgen unter anderem „Ist’s Lieb“, „Ein neuer Narr“, „Es fehlt an Geld“, „Der Kaiser brennt“, „Rechnung“, „Mischung“, „Drücke mich“, „Natur“ und „Vermähle dich dem Ozean“. Die Lieder greifen damit Fausts Erwachen, die Ereignisse am Kaiserhof, die Erschaffung des Homunculus und die Reise in die antike Welt auf.
Die vierte Spielhälfte reicht vom dritten bis zum fünften Akt. Zu ihr gehören unter anderem „Der Schönheit Ruhm“, „Ruf und Schicksal“, „Häßlichkeit“, „Hier knie nieder“, „Lass mich sterben“, „Unser Glück“, „Den neuen Kaiser“, „Gegenkaiser“, „Schlacht“, „Piraterie“ und „Durch die Welt gerannt“. Den Abschluss bilden „Zum Augenblicke“ ab Zeile 11574, „Seelenkampf“ ab Zeile 11699, „Erlösen“ ab Zeile 11934, „Er kommt zurück“ ab Zeile 12073 und „Gleichnis“ ab Zeile 12104. Der Song „Ein Wunder“ aus der Szene „Offene Gegend“ ab Zeile 11111 gehört seit 2009 zur Aufführung.
Veröffentlichungen und Forschung
Die Diskographie umfasst die Doppel-CD „Faust II – Die Rockoper“ von 2003 sowie die 2006 veröffentlichte 4-er-CD-Box „Faust – Die Rockoper“, die „Faust I“ und „Faust II“ zusammenführt.
Fachbeiträge behandeln das Werk vor allem als Rockoper, Musicalbearbeitung und Beispiel für die musikalische Aufnahme des Faust-Stoffs. Genannt werden Veröffentlichungen von Paul M. Malone aus den Jahren 2004, 2008 und 2011, Beiträge von Bernd Mahl aus dem Jahr 2004 sowie aus dem „Faust-Jahrbuch 2010–2013“ und eine Untersuchung von Waltraud Maierhofer aus dem Jahr 2017.
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