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Eugene G. Rochow

März 2002 in Fort Myers, Florida) war ein US-amerikanischer Chemiker (Anorganische Chemie, Elektronegativität). Er ist für die Entwicklung einer neuen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Chemiker und Beitrag zu Silikonen
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Weg
  3. 3. Weitere Arbeiten und Veröffentlichungen
  4. 4. Auszeichnungen

Chemiker und Beitrag zu Silikonen

Eugene George Rochow (* 4. Oktober 1909 in Newark, New Jersey; † 21. März 2002 in Fort Myers, Florida) war ein US-amerikanischer Chemiker. Seine Arbeitsgebiete waren vor allem anorganische und metallorganische Chemie, Siliciumchemie sowie Elektronegativität. Bekannt wurde er besonders durch Beiträge zur Entwicklung der Silikone, einer neuen Klasse industrieller Polymere.

Ein wichtiger Beitrag war ein Verfahren zur Herstellung von Organochlorsilanen. Organochlorsilane sind Siliciumverbindungen mit organischen Gruppen und Chlor; sie dienen als Ausgangsstoffe für viele Silikone. Rochow entwickelte das Verfahren im Mai 1940 unabhängig von Richard Müller. Es heißt heute Müller-Rochow-Synthese, Rochow process oder direct process. Dabei wirkt Kupfer als Katalysator, also als Stoff, der eine chemische Reaktion ermöglicht oder beschleunigt, bei der Reaktion von Silicium mit Methylchlorid. Rochow entwickelte dazu mit Charles E. Reed auch einen Wirbelschichtreaktor und verwendete neben Kupfer Zink als Promotor.

1958 führten Rochow und Albert L. Allred die Allred-Rochow-Skala der Elektronegativität ein. Elektronegativität beschreibt, wie stark ein Atom in einer chemischen Bindung Elektronen anzieht. Die Skala beruht auf elektrostatischer Kraft.

Ausbildung und beruflicher Weg

Rochow wuchs in Maplewood, New Jersey, auf und besuchte die Columbia High School. Obwohl er zunächst Elektrotechnik studieren wollte, entschied er sich auf Rat seines Bruders und seines Vaters für Chemie. An der Cornell University erwarb er 1931 den Bachelor-Abschluss und promovierte dort 1935. Zwischenzeitlich arbeitete er 1931/32 bei der Halowax Corporation.

In Cornell synthetisierte er als Assistent von Louis Monroe Dennis im Baker Lab neue Germanium-Verbindungen. Gastvorlesungen von Alfred Stock beeinflussten ihn stark. Ab 1935 arbeitete Rochow für General Electric, zunächst bei Hotpoint. Dort entwickelte er Methylsilikon, das damals als bester bekannter Isolator galt. Seine Forschungen zu Silikonen, zu Syntheseverfahren und später zur metallorganischen Chemie setzte er trotz geringer Unterstützung innerhalb der Firma fort. Nachdem General Electric ihn zur Forschung für Kernreaktoren in Schiffen einsetzen wollte, beschäftigte er sich zeitweise mit Kernchemie in Richmond (Washington), verließ das Unternehmen jedoch 1948. Als Quäker war er Pazifist.

1948 ging Rochow an die Harvard University. Er wurde im selben Jahr Associate Professor, 1951 Professor und erhielt wegen seiner pädagogischen Fähigkeiten bald eine feste Professur („tenure“). Seine einführenden Chemievorlesungen waren besonders bekannt. 1970 wurde er emeritiert und blieb bis 1996 Professor Emeritus. Seit 1951 war er mit Helen Rochow verheiratet.

Weitere Arbeiten und Veröffentlichungen

Neben der Organosiliciumchemie befasste sich Rochow mit Keramiken, Kernchemie und Chemiepädagogik. Er hielt 38 US-Patente sowie zahlreiche Patente im Ausland und veröffentlichte rund 160 wissenschaftliche Arbeiten.

In einem Artikel der New York Times vertrat er die Ansicht, dass auf der Erde 15 Milliarden Menschen ernährt werden könnten, wenn die Ernährung vegetarisch wäre. Dabei nannte er die Herstellung von Proteinen mit Hefe und die Umwandlung von Zellulose in Nahrung. Gegen Kritik in Leserbriefen verteidigte er diese These nachdrücklich.

Zu seinen Schriften gehören „An introduction to the chemistry of silicones“ (2. Auflage, Wiley 1951), die deutsche Übersetzung „Einführung in die Chemie der Silikone“ (Verlag Chemie, Weinheim 1952) sowie „Silicium und Silicone“ (Springer 1991). Gemeinsam mit A. L. Allred veröffentlichte er 1958 „A scale of electronegativity based on electrostatic force“. Außerdem schrieb er mit Eduard Krahé „The Holland Sisters“ über den Einfluss dreier Schwestern auf das Leben und die Karrieren ihrer Ehemänner Perkin, Kipping und Lapworth.

Auszeichnungen

Rochow wurde 1949 in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Bedeutende Auszeichnungen waren die Baekeland Medal der ACS (1949), der Myer Award der American Ceramics Society (1951), die Perkin Medal (1962), der Frederic Stanley Kipping Award in siliciumorganischer Chemie (1965), der Chemical Pioneer Award (1968), der Award for Excellence in Teaching der Manufacturing Chemists Association (1970), der Norris Award for Teaching of Chemistry der ACS (1971), der Inventors Award von General Electric (1973) und der Alfred-Stock-Gedächtnispreis (1983). Er war außerdem Guggenheim Fellow.

Ehrenhalber erhielt er 1948 einen Master of Art in Harvard, 1966 die Ehrendoktorwürde der TU Braunschweig und 1992 ein Ehrendoktorat der TU Dresden für hervorragende Leistungen in der siliciumorganischen Chemie.

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