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Ernst Stahl (Botaniker)

Christian Ernst Stahl (* 21. Juni 1848 in Schiltigheim im Elsass; † 3. Dezember 1919 in Jena) war ein französisch-deutscher Botaniker.

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Botaniker und Begründer der Ökophysiologie
  2. 2. Ausbildung, akademische Tätigkeit und Schriften

Botaniker und Begründer der Ökophysiologie

Christian Ernst Stahl (* 21. Juni 1848 in Schiltigheim im Elsass; † 3. Dezember 1919 in Jena) war ein französisch-deutscher Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Stahl“.

Besonders wichtig ist seine Rolle für die Ökophysiologie. Dieses Forschungsgebiet untersucht, wie die Lebensvorgänge von Pflanzen von ihrer Umwelt beeinflusst werden. Stahl führte experimentelle Methoden in die Ökologie ein und gilt deshalb als Begründer der Ökophysiologie.

Er untersuchte zunächst den Einfluss des Lichtes auf Pflanzen. Weitere Fragen waren, wie sonnige und schattige Standorte die Ausbildung der Laubblätter verändern und wie trockene beziehungsweise feuchte Standorte auf die Blattbildung wirken. Außerdem erforschte er Schutzmittel der Pflanzen gegen Tierfraß, etwa gegen Schneckenfraß.

Zu seinen bedeutendsten Ergebnissen zählt die Aufklärung der Mykorrhiza der Waldbäume: Sie ist eine Symbiose, also ein Zusammenleben mit gegenseitigem Zusammenhang, zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln. Stahl untersuchte auch die Bedeutung der Stomata, der Spaltöffnungen von Pflanzen, sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Daneben arbeitete er zur Entwicklung von Pilzen und Flechten.

Ausbildung, akademische Tätigkeit und Schriften

Stahl studierte Botanik an der Universität Straßburg, unter anderem bei Pierre-Marie Alexis Millardet, und an der Universität Halle bei Anton de Bary. Ab 1872 studierte er wieder in Straßburg; 1874 wurde er dort zum Dr. phil. promoviert. Anschließend war er wissenschaftlicher Assistent bei Julius Sachs an der Universität Würzburg und habilitierte sich dort 1877 für Botanik. In Würzburg entstanden seine Arbeiten zur Flechtenbildung.

1877 wurde Stahl Privatdozent, 1880 außerordentlicher Professor in Straßburg. 1881 übernahm er den Lehrstuhl für Botanik an der Universität Jena und wurde zugleich Direktor des Botanischen Gartens. Er unternahm im Winter 1889/1890 eine Reise nach Ceylon und Java sowie eine Forschungsreise nach Mexiko. Seit 1882 war er Mitglied der Leopoldina, 1898 wurde er ordentliches Mitglied der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften und seit 1906 korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Seine Schriften spiegeln seine Forschungsthemen wider. Dazu gehören „Entwickelung und Anatomie der Lenticellen“ (1873), „Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der Flechten“ (1877) und Arbeiten über Licht, Pflanzenbewegungen und Blätter aus den Jahren 1880 bis 1884. Als typische Beispiele für seine ökophysiologischen Untersuchungen gelten „Pflanzen und Schnecken. Eine biologische Studie über die Schutzmittel der Pflanzen gegen Schneckenfraß“ (Jena 1888) und „Die Schutzmittel der Flechten gegen Tierfrass“ (1904).

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