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Ernst Fürlinger
Ernst Fürlinger (* 3. März 1962 in Linz, Oberösterreich) ist katholischer Theologe und Religionswissenschaftler. Er lebt und arbeitet in Wien.
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Überblick
Ernst Fürlinger (* 3. März 1962 in Linz, Oberösterreich) ist ein katholischer Theologe und Religionswissenschaftler. Religionswissenschaft untersucht Religionen wissenschaftlich, also vergleichend, historisch und gesellschaftlich, ohne selbst eine religiöse Lehre zu vertreten. Fürlinger lebt und arbeitet in Wien.
Seine Arbeitsschwerpunkte liegen vor allem bei interreligiösem und interkulturellem Dialog, Religion und Globalisierung, Migration, religiösem Pluralismus sowie ethischen Fragen wie Klimagerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung.
Ausbildung und berufliche Stationen
Fürlinger wurde 1991 in Salzburg zum Magister in Katholischer Fachtheologie graduiert. 2005 wurde er in Wien zum Doktor der Theologie im Fach Religionswissenschaft promoviert. 2013 habilitierte er sich an der Universität Wien im Fach Religionswissenschaft; eine Habilitation ist eine wissenschaftliche Qualifikation, die besonders für selbstständige Forschung und Lehre an Universitäten wichtig ist.
Von 1991 bis 2001 arbeitete Fürlinger als Studienleiter im Bildungszentrum St. Virgil Salzburg. Dort befasste er sich mit Ästhetischer Bildung, Politischer Bildung sowie interreligiösem und interkulturellem Dialog. Zwischen 1995 und 2001 war er Projektleiter der „Österreichischen Armutskonferenz“. 1996 erhielt er den Förderungspreis für Erwachsenenbildung des Landes Salzburg.
Vom Wintersemester 2006/2007 bis zum Sommersemester 2016 war er Lehrbeauftragter am Institut für Religionswissenschaft der Universität Wien. Ab Januar 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachbereichs Interkulturelle Studien der Donau-Universität Krems bei Wien. Von 2011 bis 2019 leitete er das Zentrum Religion und Globalisierung der Donau-Universität Krems. Seit November 2019 leitet er die Seminarreihe „Klimagerechtigkeit. Ethische Reflexion und transformatives Handeln“. Seit 2023 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der interfakultären „Plattform für Nachhaltige Entwicklung“ (SDGs) der Universität für Weiterbildung Krems.
Wichtige Themen seiner Veröffentlichungen
Fürlingers Veröffentlichungen behandeln vor allem Religion im gesellschaftlichen Zusammenhang. Dazu gehören interreligiöser Dialog, religiöser Pluralismus, Migration und Globalisierung. Religiöser Pluralismus bedeutet, dass mehrere Religionen oder religiöse Weltanschauungen in einer Gesellschaft nebeneinander bestehen.
Ein Beispiel ist sein Buch „Handwerker der Hoffnung. Papst Franziskus und der interreligiöse Dialog“ von 2023. Weitere Veröffentlichungen beschäftigen sich mit Islam und religiösem Pluralismus, Religionsgemeinschaften in Niederösterreich, muslimischer Vielfalt in Niederösterreich und Moscheebaukonflikten in Österreich.
Auch der Dialog zwischen Religionen spielt eine zentrale Rolle: 2009 gab Fürlinger den Band „Der Dialog muss weitergehen“. Ausgewählte vatikanische Dokumente zum interreligiösen Dialog 1964–2008 heraus. In seiner Arbeit „Verstehen durch Berühren“ von 2006 behandelte er interreligiöse Hermeneutik am Beispiel des nichtdualistischen Shivaismus von Kaschmir. Hermeneutik bedeutet hier die Lehre vom Verstehen und Auslegen religiöser Texte, Praktiken oder Traditionen.