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Ernst-Ulrich Huster

Huster publiziert vor allem zur Sozial- und Verteilungspolitik, Sozialethik und politischen Soziologie. Er gilt als einer der Pioniere der Reichtums- und …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Politikwissenschaftler und Forschungsfelder
  2. 2. Ausbildung und berufliche Tätigkeit
  3. 3. Beratung, Auszeichnungen und Ehrenämter
  4. 4. Wichtige Veröffentlichungen und Themen
  5. 5. Vorträge zur sozialen Lage

Politikwissenschaftler und Forschungsfelder

Ernst-Ulrich Huster (* 11. September 1945 in Welbsleben) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Hochschullehrer. Seine zentralen Arbeitsgebiete sind Sozialpolitik, Verteilungspolitik, Sozialethik und politische Soziologie. Sozialpolitik umfasst staatliche und gesellschaftliche Maßnahmen zur sozialen Sicherung und zur Verbesserung von Lebensbedingungen; Verteilungspolitik befasst sich damit, wie Einkommen, Vermögen und Chancen in einer Gesellschaft verteilt sind.

Huster gilt als einer der Pioniere der Reichtums- und Armutsforschung im deutschsprachigen Raum. Er war unter anderem Gutachter für den Ersten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung sowie für drei Sozialberichte Hessens. Seine Veröffentlichungen behandeln besonders Armut, soziale Ausgrenzung, Reichtum, soziale Sicherung und die Rolle des Sozialstaats.

Ausbildung und berufliche Tätigkeit

Nach dem Abitur 1965 studierte Huster Politikwissenschaft und Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen und an der LMU München. Nach dem 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien der Sekundarstufe II arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Gießen.

1976 promovierte er zum Dr. phil. mit der Arbeit „Die Politik der SPD von 1945 bis 1950“. Danach war er Hochschulassistent und arbeitete an seiner Habilitation, einer wissenschaftlichen Qualifikation für eine Professur. Von 1984 bis 1989 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Seine kumulative Habilitation schloss er 1986 unter anderem mit der Studie „Die Ethik des Staates. Zur Begründung politischer Herrschaft in Deutschland“ ab.

Von 1989 bis zu seiner Pensionierung 2011 war Huster Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpolitik an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum. Von 1995 bis 2003 war er dort Rektor. Seit 2003 war er außerdem Privatdozent für Politikwissenschaft am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 2013 bis 2023 leitete er als Vorsitzender das Kuratorium der Evangelischen Hochschule Darmstadt.

Beratung, Auszeichnungen und Ehrenämter

Von 1993 bis 1994 war Huster deutsches Mitglied des „Observatory on National Policies to Combat Social Exclusion“ der Europäischen Kommission. Er gehörte außerdem einer Arbeitsgruppe von Nichtregierungs-Experten der Europäischen Kommission zu Nationalen Aktionsplänen gegen soziale Ausgrenzung an. Weitere Beratungsgremien waren die Diakonische Konferenz der Diakonie und der AWO-ISS-Fachbeirat.

Er erhielt eine Ehrenprofessur „Prof. e.H. (RUS)“ an der Staatlichen Pädagogischen Universität von Wologda sowie das Kronenkreuz der Diakonie. Ehrenamtlich war er von 2009 bis 2019 Vorsitzender des Kirchenvorstands der Evangelischen Kirchengemeinde Watzenborn-Steinberg in Pohlheim. Außerdem war er Stadtverordneter in Pohlheim für die SPD-Fraktion und stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Wichtige Veröffentlichungen und Themen

Husters Monografien zeigen die Schwerpunkte seiner Forschung. Zu Armut und Reichtum veröffentlichte er unter anderem „Armut im Wohlstand“ (1990, mit Diether Döring und Walter Hanesch), „Neuer Reichtum und alte Armut“ (1993), „Armut in Europa“ (1996), „Theorien des Reichtums“ (2002, mit Fritz Rüdiger Volz) und das „Handbuch Armut und soziale Ausgrenzung“ (3., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018, mit Jürgen Boeckh und Hildegard Mogge-Grotjahn).

Mit „Sozialpolitik in Deutschland. Eine systematische Einführung“ erschien 2022 die 5. Auflage eines Überblickswerks, das er mit Jürgen Boeckh, Benjamin Benz und Johannes D. Schütte verfasste. Weitere Arbeiten behandeln Familienhilfe, den Körper als Ressource in der Sozialen Arbeit und soziale Ausgrenzung.

In Sammelband- und Journalbeiträgen behandelte Huster beispielsweise die Bekämpfung von Armut durch diakonisches Handeln, Prekarität in der europäischen Armuts- und Sozialpolitik, soziale Sicherung, Kinderarmut, Inklusion und Bildungsgerechtigkeit. Prekarität bezeichnet unsichere Lebens- und Arbeitsverhältnisse; Inklusion meint soziale Teilhabe aller Menschen.

Vorträge zur sozialen Lage

Huster hielt Vorträge zu Armut, Reichtum, Kinderarmut, Alterssicherung und Armutsprävention. Beispiele sind „Muß unsere Gesellschaft mit der Armut leben?“ auf einer Tagung der Evangelischen Akademie in Loccum vom 20. bis 22. Oktober 1982 und „Armut und Reichtum in der Bundesrepublik“ beim 22. Deutschen Evangelischen Kirchentag am 19. Juni 1987 in Frankfurt am Main.

Weitere Themen waren die Ergebnisse einer AWO/ISS-Studie zur Kinder- und Jugendarmut, Strategien gegen „vererbte Chancenlosigkeit“, Bedingungen einer sicheren Rente, menschenwürdiges Leben im Alter sowie Präventionsketten in Hessen zur Armutsprävention und zur Verwirklichung von Kinderrechten.

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