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Epidemiologischer Übergang
Der epidemiologische Übergang bezeichnet die Veränderungen der Häufigkeit von Krankheiten und Todesursachen als Folge und Ursache des demografischen …
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Begriff und Bedeutung
Der epidemiologische Übergang beschreibt Veränderungen darin, wie häufig Krankheiten und Todesursachen in großen Bevölkerungsgruppen vorkommen. Er ist Folge und zugleich Ursache des demografischen Übergangs. Dabei werden Infektionskrankheiten als häufigste Todesursache zunehmend durch chronisch-degenerative Krankheiten ersetzt. Chronisch-degenerative Krankheiten sind langfristige Erkrankungen, bei denen Körperfunktionen dauerhaft nachlassen oder geschädigt werden.
Vier Phasen des Wandels
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Phase 1: Das Zeitalter der Seuchen und Hungersnöte reicht vom 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Große Epidemien und Pandemien prägen diese Zeit; Infektionskrankheiten sind die häufigste Todesursache.
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Phase 2: Vom Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gehen Infektionskrankheiten als Todesursache zurück.
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Phase 3: In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stehen gesellschaftlich verursachte Krankheiten im Vordergrund. Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Unfälle sind häufige Ursachen vorzeitiger Todesfälle.
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Phase 4: Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts dominieren degenerative und altersbedingte Krankheiten. Herzversagen und Demenz sind die häufigsten Todesursachen.
Zusammenhang mit dem demografischen Übergang
Der demografische Übergang zeigt sich vor allem daran, dass die mittlere Lebenserwartung einer Bevölkerung steigt. Dadurch verändert sich ihre Altersstruktur: Es gibt mehr ältere Menschen. Diese Veränderung führt wiederum zu anderen Krankheitsbildern, besonders zu altersbedingten Erkrankungen. Der epidemiologische Übergang verstärkt sich daher selbst: Eine höhere Lebenserwartung verändert die Altersstruktur, und diese verändert die Häufigkeit von Krankheiten.
Gesellschaftliche Einflüsse und mögliche Rückschritte
Der Wandel hängt eng mit Veränderungen der Gesellschaftsstruktur zusammen. Deutliche Veränderungen der mittleren Lebenserwartung folgen laut Artikel auf tiefgreifende soziologische und ökonomische Veränderungen, etwa während und nach der Industrialisierung. Als Beispiel wird die Industrielle Revolution genannt, die 1785 in England begann.
Der epidemiologische Übergang ist nicht unumkehrbar und bedeutet nicht immer eine steigende mittlere Lebenserwartung. Als Gegenbeispiel zu modernen Staaten nennt der Artikel ehemalige Ostblockstaaten, etwa die Ukraine: Dort tritt Cholera seit einigen Jahren wieder sporadisch auf.