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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Elativ

Beispiele für Elative sind: beim besten Willen, beim leisesten Anzeichen, gütigst, in tiefster Trauer, mit freundlichsten Grüßen, zu unserer vollsten …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Bildung im Deutschen
  3. 3. Feste Wendungen und Abgrenzungen
  4. 4. Elativ im Arabischen

Definition und Bedeutung

Der Elativ ist eine Steigerungsform des Adjektivs. Traditionell wird er auch absoluter Superlativ genannt. Anders als der relative Superlativ stellt er keinen Vergleich mit anderen Dingen oder Personen her. Er zeigt vielmehr an, dass eine Eigenschaft in sehr hohem Grad vorliegt.

Eine jüngere sprachübergreifende Untersuchung von Wilfried Baumgarten kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass Elative oft eher wesensimmanente, also typische und zum Wesen gehörende Eigenschaften bezeichnen. In solchen Fällen ist der Elativ qualitativ und nicht quantitativ zu verstehen. Arabische Elative für körperliche Gebrechen wie أعمى („blind“) bedeuten beispielsweise nicht „am blindesten“ oder „in sehr hohem Grad blind“, sondern bezeichnen eine naturgegebene, nicht ohne Weiteres veränderbare Eigenschaft.

Bildung im Deutschen

Das Deutsche und die anderen germanischen Sprachen besitzen keine eigene grammatische Form ausschließlich für den Elativ. Im Deutschen kann er formal mit dem Superlativ übereinstimmen oder durch eine vorangestellte Gradpartikel beziehungsweise eine Vorsilbe gebildet werden.

Der Unterschied zwischen relativem Superlativ und Elativ zeigt sich an folgenden Beispielen:

  • „Wir arbeiten mit den modernsten Maschinen ihrer Art.“ Hier liegt ein relativer Superlativ vor: Die Maschinen werden mit anderen Maschinen ihrer Art verglichen.
  • „Wir arbeiten mit modernsten Maschinen.“ Hier ist die Form ein Elativ: Die Maschinen werden unabhängig von einem Vergleich als herausragend bezeichnet.
  • „Wir arbeiten mit extrem modernen Maschinen.“ Der Elativ entsteht durch die Gradpartikel „extrem“.
  • „Wir arbeiten mit hochmodernen Maschinen.“ Der Elativ entsteht durch das Präfix „hoch-“.

Zur Bildung werden außerdem Präfixe wie erz-, schwer-, super-, mega-, ur-, end- und ober- verwendet. Beispiele sind erzkonservativ, schwerreich, superschnell, megavoll, urkomisch, endgeil und oberfaul. Entsprechende Intensivpartikeln, also Wörter zur Verstärkung einer Eigenschaft, sind sehr, konkret, voll, fett, krass, übel, derbe, hammer, übertrieben und arg. Viele solcher Bildungen stammen aus lokalen Dialekten oder Soziolekten, also Sprachformen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen.

Feste Wendungen und Abgrenzungen

Auch Superlativformen ohne Endungen, etwa höchst und herzlichst, gelten als Elative. Sie dürfen jedoch nicht mit dem Hyperlativ verwechselt werden.

Typische Elative finden sich in festen Wendungen und Höflichkeitsformeln: „beim besten Willen“, „beim leisesten Anzeichen“, „gütigst“, „in tiefster Trauer“, „mit freundlichsten Grüßen“ und „zu unserer vollsten Zufriedenheit“.

Die umgangssprachliche Wendung „in keinster Weise“ ist umstritten. Streng genommen handelt es sich nicht um einen Elativ, weil „kein“ kein Adjektiv, sondern ein Indefinitpronomen ist und daher nicht gesteigert werden kann. Nach der Sprachkolumne Zwiebelfisch ist die Steigerung logisch nicht möglich, kann aber stilistisch verwendet werden, weil der Elativ „außer Konkurrenz“, also ohne wirklichen Vergleich, steht.

Elativ im Arabischen

Auch im Arabischen ist der Elativ gebräuchlich. Mit seiner Hilfe werden nicht nur Komparativ und Superlativ ausgedrückt, sondern auch wesenstypische Eigenschaften. Ein Beispiel ist die als wesensimmanent verstandene Größe Gottes im bekannten Ausruf الله أكبر („Allah ist groß.“). Dieses Beispiel verdeutlicht, dass ein Elativ nicht immer lediglich eine besonders hohe messbare Ausprägung bezeichnet, sondern auch eine als zum Wesen gehörend verstandene Eigenschaft ausdrücken kann.

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