Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Dascht-e Lut

Bedingt durch die Wendekreislage steht sie unter dem Einfluss der Passatzirkulation und ist somit eine Wendekreiswüste. Neben diesen Folgen wird die …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Lage und Bedeutung
  2. 2. Klima und extreme Temperaturen
  3. 3. Landschaft, Leben und Besiedlung
  4. 4. Darstellungen und Bauwerke am Wüstenrand

Lage und Bedeutung

Die Dascht-e Lut, auch Wüste Lut oder kurz Lut genannt, ist die größte Wüste Irans. Sie liegt im Iranischen Hochland und umfasst 166.000 km². Im Norden grenzt sie an die Dascht-e Kawir, die zweite große iranische Wüste. Die Lut ist heute wegen ihrer extrem lebensfeindlichen Bedingungen menschenleer und gilt als einer der heißesten Orte der Erde.

Die Wüste wurde 2016 auf der 40. Sitzung in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Sie gehört zur Kategorie Natur und erfüllt die UNESCO-Kriterien (vii) und (viii). Die eingetragene Fläche beträgt 2.278.015 ha, die Pufferzone 1.794.134 ha. Die Referenznummer lautet 1505; die Wüste gehört zur UNESCO-Region Asien und Pazifik. Vertragsstaat ist Iran.

Klima und extreme Temperaturen

Die Dascht-e Lut ist eine Wendekreiswüste. Das bedeutet, dass sie wegen ihrer Lage im Bereich der Wendekreise von der Passatzirkulation beeinflusst wird. Zusätzlich verstärkt das südwestlich gelegene Zāgros-Gebirge die Trockenheit, die als Aridität bezeichnet wird.

Der jährliche Niederschlag beträgt weniger als 50 mm. Dem steht eine potentielle Verdunstung von 5000 mm gegenüber. Dadurch verliert die Landschaft wesentlich mehr Wasser, als durch Niederschläge hinzukommt. Die Temperaturen können außergewöhnliche Werte erreichen: Eine Bodenmessung per Satellit ergab im Sommer 2005 70,7 °C. Eine wissenschaftliche Expedition maß sogar 78,2 °C. Beide Angaben zeigen die extremen thermischen Bedingungen der Wüste.

Landschaft, Leben und Besiedlung

Die Landschaft ist unterschiedlich aufgebaut. Im Südwesten entstand ein Abtragungsrelief, also eine durch Abtragung geformte Landschaft. Im Südosten gibt es dagegen Aufschüttungen mit Dünen, die bis zu 420 m hoch sind. Im Gegensatz zur Sahara wurden in der Lut keine Funde gemacht, die eine menschliche Besiedlung belegen. Ebenso fehlen bislang Fossilien oder andere Hinweise auf früheres Leben.

Am Rand der Wüste wurden jedoch archäologische Hinweise auf eine 6000 Jahre alte Kultur gefunden. Zu den bedeutenden Fundorten gehören Schahr-e-Suchte, Schahdad und Tepe Yahya in der Provinz Kerman. Schahr-e-Suchte wurde 2014 in die UNESCO-Liste der Welterbestätten aufgenommen. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass der Osten Irans vom Persischen Golf bis zum Nordrand des Iranischen Hochlands von womöglich Tausenden kleinen und großen Siedlungen durchzogen war.

Artefakte und menschliche Überreste zeigen, dass die dort lebende Bevölkerung große Städte errichtete, eines der ersten Schriftsysteme nutzte und Verfahren zur Herstellung von Keramik, Metall und Textilien entwickelte. Die Menschen waren außerdem am Aufbau eines globalen Handelsnetzes beteiligt und tauschten mit weiter entfernten Regionen administrative und religiöse Vorstellungen aus. Die Siedlungen verbanden Mesopotamien mit dem Osten und bildeten daher keine kulturelle Einöde. Um 2000 v. Chr. wurden sie aufgegeben. Die Gründe dafür sind unklar und Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Sicher ist, dass im Osten Irans anschließend mehr als 1500 Jahre lang kein städtisches Leben existierte.

Ein Hinweis auf zumindest zeitweilig mögliche Lebensbedingungen stammt aus dem Jahr 2017: Eine Expedition entdeckte in einem kleinen temporären See die neue Urzeitkrebsart Phallocryptus fahimii. Sie ist ein Kiemenfüßer. Die Art vermehrt sich durch Dauereier, die jahrzehntelang im ausgetrockneten Boden überleben können. In den südlich der Lut gelegenen Gebirgen leben im Sommer Nomaden; im Winter ziehen sie weiter in Richtung Persischer Golf.

Darstellungen und Bauwerke am Wüstenrand

Die Abbildungen zeigen die Lage der Dascht-e Lut und der Dascht-e Kawir in der Topografie Irans. Weitere Motive sind ein Yardang und eine kleine Karawanserei in der Dascht-e Lut. Außerdem ist eine Zisterne, eine sogenannte Ab Anbar, mit sechs Windtürmen, den Badgir, in Schahdad dargestellt. Diese Bilder veranschaulichen sowohl die von Wind und Abtragung geprägte Landschaft als auch historische Anlagen am Rand der Wüste.

Weiterlesen