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Commonwealth Kriegsfriedhof in Klagenfurt

Der Commonwealth Kriegsfriedhof in Klagenfurt (Englisch: Klagenfurt War Cemetery) ist der einzige britische Soldatenfriedhof in Österreich.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Zweck
  2. 2. Aufbau und Gestaltung
  3. 3. Entstehung und rechtliche Entwicklung

Bedeutung und Zweck

Der Commonwealth-Kriegsfriedhof in Klagenfurt, englisch Klagenfurt War Cemetery, ist der einzige britische Soldatenfriedhof in Österreich. Er liegt im Klagenfurter Stadtteil Waidmannsdorf und dient als Ruhestätte für Kriegstote des Zweiten Weltkriegs aus den Commonwealth-Staaten sowie für Tote aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Auf dem Friedhof sind außerdem Tote des Ersten Weltkriegs bestattet, die aus anderen Friedhöfen Österreichs umgebettet wurden oder deren ursprüngliche Gräber unbekannt sind.

Aufbau und Gestaltung

Der Friedhof liegt auf dem Grundstück 207/3 in der Katastralgemeinde Waidmannsdorf, inmitten eines Wohngebietes. Seine annähernd rechteckige Form ist mit der Langseite in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Der Eingang befindet sich an der Westseite an der Lilienthalstraße.

Zwischen den beiden Eingangstüren steht ein kapellenartiger Sichtziegelbau mit quadratischem Grundriss. In den Plänen wird er als „Tempietto“ bezeichnet. Sein Pyramidendach ist mit Blechbahnen gedeckt und trägt als Abschluss einen Kugelknauf. Im Inneren befindet sich ein Wandschrein mit dem Cemetery Register, also dem Verzeichnis der Namen der Bestatteten.

Von der Eingangsanlage führt eine zentrale Mittelachse zu einem großen Kreuz am gegenüberliegenden Ende des Friedhofs. Dieses Kreuz steht auf einem stufenartigen Unterbau. Die Gräber liegen rechts und links der Mittelachse in jeweils vier ungleich großen Sektoren und sind in exakten Reihen angeordnet.

Die Grabsteine haben, wie auf britischen Soldatenfriedhöfen üblich, unabhängig von Rang und gesellschaftlichem Stand der Bestatteten dieselbe Größe. Sie sind flachbogig-rechteckig und tragen das Regimentsemblem, die Regimentsbezeichnung, den Namen, das Alter und das Todesdatum der bestatteten Person. Zusätzlich zeigen sie ein Kreuzsymbol oder einen Davidstern. Die kleinen Grabbeete sind nicht eingefasst; dadurch entspricht die Anlage dem Typ des Rasenfriedhofs. Im südlichen Bereich weisen die Grabsteine nach Westen, im nördlichen Bereich nach Süden.

Entstehung und rechtliche Entwicklung

Die britischen Besatzungskräfte richteten den Friedhof im Juni 1945 auf einem Grundstück ein, das ihnen von der Republik Österreich zur Verfügung gestellt wurde. Insgesamt sind dort 589 Angehörige der britischen Streitkräfte bestattet.

In den frühen 1950er Jahren wurden acht britische Kriegstote des Ersten Weltkriegs aus verschiedenen Friedhöfen Österreichs nach Klagenfurt umgebettet. Für zwei weitere Tote des Ersten Weltkriegs, deren Gräber unbekannt sind, errichtete man spezielle Grabsteine.

Die Fertigstellung des Friedhofs erfolgte 1965. Der genaue Architekt ist nicht bekannt, weil die erhaltenen Pläne nicht unterzeichnet sind. Als wahrscheinlich gelten Louis de Soissons, der verantwortliche Architekt der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) für Italien, Österreich und Griechenland, oder sein Assistenzarchitekt William Ferguson Stewart.

Artikel 19 des Staatsvertrags von 1955 enthielt die grundsätzlichen Regelungen zu den Kriegsfriedhöfen der Alliierten in Österreich. 1967 schlossen die britische und die österreichische Regierung ein Abkommen über den Commonwealth-Kriegsfriedhof in Klagenfurt. Es regelte die Zuständigkeit der CWGC und die dauerhafte Überlassung des Grundstücks. Danach wurden gleichlautende Abkommen auch mit Australien, Südafrika, Pakistan, Kanada und Indien getroffen. Das Portikusgebäude am Eingang wurde 1998/99 saniert.

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