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Christoph Schneider (Geograph)
Christoph Schneider (* 27. Februar 1965 in Blaustein-Herrlingen) ist ein deutscher Geograph im Fach Klimageographie. Er ist seit 2004 Professor und war 2021 …
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Überblick
Christoph Schneider (* 27. Februar 1965 in Blaustein-Herrlingen) ist ein deutscher Geograph mit dem Fachgebiet Klimageographie. Klimageographie untersucht räumliche Unterschiede des Klimas und ihre Bedeutung für Landschaften und Umwelt. Schneider ist seit 2004 Professor. Von 2021 bis September 2025 war er Vizepräsident für Forschung an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Juni 2025 wurde er zum Rektor der Universität Hohenheim gewählt; dieses Amt trat er am 1. Oktober 2025 an.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Nach dem Abitur in Ulm und dem Zivildienst im Allgäu studierte Schneider von 1986 bis 1993 Geographie und Physik an der Universität Freiburg. Von 1994 bis 1998 war er wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Physische Geographie der Universität Freiburg.
1998 promovierte er in Geographie an der Geowissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg zum Dr. rer. nat. Danach arbeitete er von 1999 bis 2004 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Physische Geographie. 2004 habilitierte er sich im Fach Geographie an der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften in Freiburg.
Von 2004 bis 2015 war Schneider Professor für Physische Geographie und Klimatologie am Geographischen Institut der RWTH Aachen. Seit 2015 war er Professor für Klimageographie am Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. Von August 2021 bis September 2025 war er beurlaubt, um als Vizepräsident für Forschung der Humboldt-Universität zu arbeiten.
Forschung und Engagement
Schneider arbeitet seit 1994 in der Klimaforschung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Frage, wie sich Klima und Klimawandel auf kleinere Gebirgsgletscher auswirken. Gletscher sind große Eismassen, die sich langsam bewegen; ihre Massenbilanz beschreibt, ob sie durch Schnee und Eis an Masse gewinnen oder durch Schmelzen und andere Prozesse verlieren.
Er führte Forschungsprojekte in Polarregionen und Hochgebirgen durch. Genannt werden Svalbard (Spitzbergen), Patagonien, Tibet, Tian Shan und die Mittelgebirge in Deutschland. Schneider ist außerdem Gründungsmitglied der Scientists for Future, einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich zu Fragen des Klimaschutzes äußert.
Leitungsämter und Privates
Am 27. Juni 2025 wurde Christoph Schneider als Nachfolger von Stephan Dabbert zum neuen Rektor der Universität Hohenheim gewählt. Die Amtszeit beträgt 8 Jahre. Er trat das Amt am 1. Oktober 2025 an.
Schneider ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und drei Enkelkinder.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Die aufgeführten Schriften zeigen vor allem Schneedecken, Gletscher, Energiebilanzen sowie Klima- und Klimawandelfragen als zentrale Themen. Zu seinen frühen Arbeiten gehören die Dissertation von 1998 zur Energiebilanz und zum Zustand der Schneedecke auf zwei Gletschern der Marguerite Bay an der Antarktischen Halbinsel sowie eine Arbeit von 1999 über Energiebilanz-Schätzungen während der Sommersaison von Gletschern der Antarktischen Halbinsel.
Weitere Arbeiten behandeln unter anderem das regionale Klima und die Gletschermassenbilanz am Gran Campo Nevado in Patagonien, Wetterbeobachtungen über die Südanden bei 53°S, Effekte von El Niño-southern oscillation auf Niederschläge im südlichsten Südamerika, Gletscherveränderungen in Patagonien und Hochasien sowie Schneesicherheit und Beschneibarkeit von Wintersportgebieten in deutschen Mittelgebirgen.
Neuere Beispiele sind Arbeiten zu COSIPY v1.3, einem offenen Modell für Schnee- und Eisoberflächen-Energie- und Massenbilanzen, zu räumlichen Mustern der Empfindlichkeit von Gletschermassenbilanzen in High Mountain Asia und der 2025 herausgegebene Band „Blickwinkel KOSMOS - Perspektiven auf Alexander von Humboldts Werk und das Anthropozän“.