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Chatham Rise
Die Chatham Rise ist ein östlich von Neuseeland unter dem Meeresspiegel liegender Gebirgszug. Er gehört zu dem 4,9 Millionen Quadratkilometer großen und zu …
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Einordnung und Lage
Die Chatham Rise ist ein untermeerischer Gebirgszug östlich von Neuseeland. Sie gehört zu Zealandia, einem 4,9 Millionen Quadratkilometer großen Gebiet, das zu 94 % unter dem Meeresspiegel liegt und von Wissenschaftlern als möglicher Kontinent betrachtet wird.
Der Gebirgszug erstreckt sich von der Gegend östlich der Banks Peninsula etwa 1450 km nach Osten. Im Norden grenzt er an den Hikurangi Trench und das Hikurangi Plateau, im Süden an den Bounty Trough. Östlich der Chatham Rise beginnt die Tiefsee des südlichen Pazifischen Ozeans.
Form und Meerestiefen
Die Chatham Rise steigt aus Tiefen von 2000 bis 2500 m auf eine Höhe von meist 200 bis 500 m unter dem Meeresspiegel an. Zwei flache Erhebungen im westlichen Teil, die Mernoo Bank und die Veryon Bank, liegen sogar weniger als 100 m unter der Meeresoberfläche.
Die südöstlichen Flanken der Chatham Terrace und die Ostspitze fallen bis auf etwa 4000 m Tiefe ab. Die maximale Breite des Gebirgszugs beträgt 330 km. Rund 850 km östlich der Südinsel Neuseelands ragen die Chatham Islands aus dem Pazifischen Ozean heraus.
Geologischer Aufbau
Geologische Untersuchungen am Meeresboden, unter anderem 650 km östlich der Chatham Island am östlichen Ende der Chatham Rise, zeigen enge Zusammenhänge mit Gesteinen Neuseelands. Granitsteine von der Takahe Dredge Site haben dieselbe Zusammensetzung und mit 97 Mio. Jahren dasselbe Alter wie Granite aus Canterbury und Marlborough. Auch Schiefergestein und Sedimente stimmen mit Funden von den Chatham Islands überein.
Die von Sedimenten bedeckten Gesteine sind jeweils 90 bis 100 Mio. Jahre alt und stammen aus der Kreidezeit. Südlich von Chatham Island und Pitt Island wurden außerdem Überreste eines Schildvulkans gefunden, der vor 80 bis 85 Mio. Jahren aktiv war. Heute gilt das Gebiet um die Chatham Islands und der größte Teil der Chatham Rise als tektonisch stabil, weil es mehr als 1000 km von der aktiven Alpine Fault entfernt liegt, an der sich die Pazifische Platte und die Australische Platte gegeneinander verschieben.
Phosphat und Nutzungskonflikt
Auf der Chatham Rise liegt etwa 450 km östlich von Christchurch ein Phosphat-Vorkommen. Es befindet sich auf einer Fläche von 820 km² in etwa 400 m Tiefe. Auf der am besten ausbeutbaren Fläche umfasst es 23,4 Mio. Tonnen Rohstoff. Das Vorkommen entstand vor sieben bis zwölf Mio. Jahren.
Das Unternehmen Chatham Rock Phosphate (CRP) plante, das Phosphat zwei Jahre nach der endgültigen Genehmigung abzubauen. New Zealand Petroleum & Minerals hatte bereits 2013 eine Genehmigung erteilt. Gegen das Vorhaben gab es jedoch erheblichen Widerstand von neuseeländischen Umweltschutzorganisationen und der Fischereiindustrie. Daraufhin widerrief die Environmental Protection Authority (EPA) 2015 die Genehmigung. CRP hielt dennoch an dem Projekt fest, beantragte erneut eine Genehmigung und erwartete laut Artikel für 2018 einen positiven Bescheid.
Ökosystem und Fischerei
Die Chatham Rise liegt in einer Konvergenzzone, also in einem Bereich, in dem unterschiedliche Wassermassen zusammentreffen. Dort mischt sich nördliches subtropisches, nitratarmes Wasser mit südlichem subarktischem, nitratreichem Wasser. Dadurch entsteht eine erhöhte Produktion von Phytoplankton, also mikroskopisch kleinen pflanzlichen Organismen im Meer. Auf dieser Grundlage hat sich ein komplexes Ökosystem mit vielen Meeresbewohnern, Seevögeln und Meeressäugetieren entwickelt.
Wegen ihres Fischreichtums wird die Chatham Rise von der neuseeländischen Fischindustrie als Fanggebiet genutzt. Um das Ökosystem weniger stark zu belasten, wurden Fangquoten für die wichtigsten gefangenen Fischarten festgelegt. Zu den hauptsächlich gefangenen Arten gehören Hoki (Macruronus novaezelandiae), Orange Roughy (Hoplostethus atlanticus), Pseudocyttus maculatus, Allocyttus niger, Neocyttus rhomboidalis, Dornhaie (Squalidae) und Grenadierfische (Macrouridae). Als Beifang werden unter anderem sechs Arten von Schwarzköpfen (Alepocephalidae), Tiefsee-Plattköpfe (Bembridae), verschiedene Seekatzen (Chimaera) und die Grubenaalart Diastobranchus capensis genannt.
Meerestiere und Seevögel
Tintenfische spielen im Ökosystem eine wichtige Rolle, weil sie Nahrung für viele Raubtiere sind. In der Region kommen unter anderem Arrow Squid (Nototodarus sloani), Onykia ingens (Moroteuthis ingens), Onykia robsoni (Moroteuthis robsoni), Neon Flying Squid (Ommastrephes bartrami) und Riesenkalmar (Architeuthis) vor.
Einige Robbenarten sind nur selten anzutreffen, darunter der Neuseeländische Seebär (Arctocephalus forsteri), der Neuseeländische Seelöwe (Phocarctos hookeri) und der Südliche Seeelefant (Mirounga leonine). Wale und Delfine kommen dagegen häufig vor. Gesichtet wurden zum Beispiel Großer Tümmler (Tursiops truncatus), Stundenglasdelfin (Lagenorhynchus cruciger) und Südlicher Glattdelfin (Lissodelphus peronii). Außerdem nennt der Artikel mehrere Walgattungen und -arten, darunter Blauwal (Balaenoptera musculus), Finnwal (Balaenoptera physalus), Pottwal (Physeter macrocephalus), Schwertwal (Orcinus orca) und Seiwal (Balaenoptera borealis). Auch die Seevögel zeigen eine große Vielfalt: Insgesamt werden 70 verschiedene Spezies genannt.