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Carola Roloff

Carola Roloff (* 24. Januar 1959 in Holzminden) ist Tibetologin, Buddhologin und buddhistische Nonne. Seit April 2025 ist sie Senior Research Fellow im …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und akademische Tätigkeit
  2. 2. Ordination und Forschungsschwerpunkte
  3. 3. Studium, Lehre und gesellschaftliches Engagement
  4. 4. Veröffentlichungen

Person und akademische Tätigkeit

Carola Roloff (* 24. Januar 1959 in Holzminden) ist Tibetologin, Buddhologin und buddhistische Nonne. Sie arbeitet an der Universität Hamburg: Von 2018 bis März 2025 war sie Gastprofessorin für Buddhismus und Dialog in modernen Gesellschaften an der Akademie der Weltreligionen. Seit April 2025 ist sie dort Senior Research Fellow im Bereich „Pluralistische Dialogische Religionspädagogik“.

Ihre Arbeit verbindet die wissenschaftliche Erforschung des Buddhismus mit Religionspädagogik und interreligiösem Dialog. Sie setzt sich besonders dafür ein, Buddhismus in das Projekt Religionsunterricht für Alle einzubeziehen.

Ordination und Forschungsschwerpunkte

Roloff wuchs in einer protestantischen Familie auf. 1980 reiste sie nach Indien, um in Dharamsala Buddhismus und Tibetisch zu lernen. 1981 trat sie als Nonne (śrāmaṇerī) in den tibetisch-buddhistischen Mūlasarvāstivāda-Orden ein und erhielt den Ordensnamen Jampa Tsedroen. Ihr spiritueller Lehrer war bis zu dessen Tod 2003 Geshe Thubten Ngawang.

Am 6. Dezember 1985 erhielt sie in Kaohsiung, Taiwan, die volle Ordination zur bhikṣuṇī in der Dharmaguptaka-Linie. Eine bhikṣuṇī ist eine voll ordinierte buddhistische Nonne. Roloff lernte Englisch, Tibetisch, Sanskrit und Pali und übersetzte vor allem aus dem Tibetischen.

Ein zentraler Schwerpunkt ist die Erforschung buddhistischer Ordinationstraditionen und der Stellung von Frauen im Buddhismus. 2007 organisierte sie mit Unterstützung des Dalai Lama eine Konferenz zur Wiederherstellung der vollen Ordination für Frauen in der tibetischen Mūlasarvāstivāda-Traditionslinie. Im selben Jahr erhielt sie die Auszeichnung Outstanding Women in Buddhism Awards.

Studium, Lehre und gesellschaftliches Engagement

Ab 1997 studierte Roloff an der Universität Hamburg. 2009 promovierte sie in Tibetologie mit einer Arbeit über Red mda' ba, einen zentralen Gelehrten des tibetischen Buddhismus. Danach leitete sie ein DFG-Projekt in Hamburg und lehrte unter anderem am Numata-Zentrum für Buddhismuskunde der Universität Hamburg.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören buddhistische Ethik, buddhismusbezogene Perspektiven in der pluralistischen dialogischen Religionspädagogik, interreligiöser Dialog, Genderfragen im Buddhismus und Anerkennungsprozesse buddhistischer Minderheiten in Europa. Sie engagiert sich in internationalen Gremien, darunter dem Committee for Bhikṣuṇī Ordination in the Tibetan Buddhist Tradition und dem Board des European Network of Buddhist Christian Studies (ENBCS).

Veröffentlichungen

Roloffs Werke behandeln vor allem buddhistische Ordensregeln, Nonnenordination, Dialog zwischen Religionen, Ethik und Religionsunterricht. Zu ihren wichtigen Veröffentlichungen zählen „A brief survey of the Vinaya“ (1992), „Red mdaʾba - Buddhist yogi scholar of the fourteenth century“ (2009) und „The Buddhist Nuns’ Ordination in the Tibetan Canon, Possibilities of the Revival of the Mūlasarvāstivāda Bhikṣuṇī Lineage“ (2020).

Als Herausgeberin wirkte sie unter anderem an „Mit Würde und Beharrlichkeit: die Erneuerung buddhistischer Nonnenorden“ (2011), „Buddhismus im Westen: ein Dialog zwischen Religion und Wissenschaft“ (2011), „Buddhism in dialogue with contemporary societies“ (2021) und „Buddhistischer Religionsunterricht. Bestandsaufnahme und Perspektiven“ (2023) mit.

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