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Butsudan
Ein Butsudan (jap. 仏壇) ist ein Schrein in einem buddhistischen Tempel oder Kloster, oder auch ein buddhistischer Hausaltar in japanischen Wohnungen zur …
Bedeutung und Funktion
Ein Butsudan (jap. 仏壇) ist ein buddhistischer Schrein. Er kann in einem buddhistischen Tempel oder Kloster stehen, ist aber auch als buddhistischer Hausaltar in japanischen Wohnungen verbreitet. Dort zeigt er die Verbundenheit mit dem Buddhismus und dient der Verehrung der Ahnen sowie der kürzlich Verstorbenen.
Wenn jemand stirbt, gibt ein buddhistischer Priester dem Verstorbenen einen neuen Namen. Dieser Name wird auf einem Ihai, also einem Ahnentäfelchen, aufgezeichnet und im Butsudan aufgestellt. Den Seelen der Verstorbenen werden Opfergaben dargebracht, zum Beispiel Reis oder Tee. Beim O-Bon, dem jährlichen Totenfest, ist der Butsudan das Zentrum der Verehrung.
Aufbau und Inhalt
Ein Butsudan besteht meist aus einem Schrein, der mit Flügeltüren verschlossen werden kann. Er kann aufwendig aus vergoldetem Schnitzwerk hergestellt sein, aber auch aus Kunststoff bestehen.
Zum Inhalt gehören häufig ein Bild oder eine Figur Buddhas, außerdem oft eine Rolle mit Kalligraphie. Ein Beispiel dafür ist ein Gohonzon im Nichiren-Buddhismus. Daneben können Fotos, Täfelchen mit den Namen der Verstorbenen und Gegenstände im Altar stehen, die an die Verstorbenen erinnern.
Heutige Entwicklung
In der Gegenwart haben viele japanische Wohnungen keine Nische mehr für einen Schrein in voller Größe. Außerdem kommt es vor, dass Einzelkinder Schreine sowohl von der väterlichen als auch von der mütterlichen Seite erben. Deshalb wird es immer üblicher, alte Schreine aufzugeben.
Dabei wird der Schrein zerlegt und einem Tempel übergeben. Dort werden mehrere Schreine gemeinsam in einer Zeremonie verbrannt. Gleichzeitig werden kleine Butsudan beliebter, etwa in der Größe eines Schuhkartons, weil man sie auf einem Regal oder in einem Schrank aufstellen kann.
Abgrenzung
Shintōistische Hausaltäre in Japan heißen Kamidana. Eine Tokonoma ist eine Wandnische für Dekorationen; sie ist ebenfalls buddhistischen Ursprungs.