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Bukephalos
In dem Roman Der Vorleser von Bernhard Schlink (1995) schlägt der jugendliche Protagonist Michael Berg das verdeutschte Diminutiv des Namens Bukephalos …
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Bedeutung und Einordnung
Bukephalos, latinisiert Bucephalus, war das Streitross Alexanders des Großen und gilt als das bekannteste Pferd der Antike. Der Name wird aus dem Altgriechischen als „ochsenköpfig“ übersetzt. Bukephalos lebte ungefähr von 355 bis Juni 326 v. Chr. Alexander bekam das Pferd, als er zehn oder zwölf Jahre alt war.
Für die Überlieferung ist Bukephalos vor allem wichtig, weil er eng mit dem Bild Alexanders als außergewöhnlichem Feldherrn verbunden wurde. Das Pferd begleitete Alexander nach der Erzählung in allen seinen Schlachten und wurde später durch Denkmäler, Kunstwerke und literarische Anspielungen erinnert.
Zähmung und Kauf
Nach der Erzählung Plutarchs wurde Bukephalos Philipp II., dem Vater Alexanders, in Dion zum Kauf angeboten. Niemand habe das Pferd reiten können. Alexander beobachtete die misslungenen Versuche und bemerkte, dass das Tier Angst vor dem Schatten von Reiter und Pferd hatte. Er stellte es deshalb so, dass es seinen Schatten nicht sehen konnte, und konnte es reiten.
Philipp II. kaufte Bukephalos daraufhin für 13 Talente. Der Preis wird als völlig überhöht beschrieben: Für denselben Gegenwert hätte der Monatssold für 1500 Soldaten bezahlt werden können. Die Quelle Plutarch gilt an dieser Stelle allerdings als unsicher, weil er wohl in vielen Punkten weniger glaubwürdige Quellen benutzte.
Leben, Tod und offene Fragen
Der Überlieferung nach konnte nur Alexander Bukephalos reiten. Das Pferd soll sehr alt geworden sein, etwa 30 Jahre. Nach der Schlacht am Hydaspes soll Bukephalos ertrunken sein. Alexander gründete ihm zu Ehren auf dem Schlachtfeld die Stadt Alexandreia Bukephalos, das heutige Jhelam in der pakistanischen Provinz Punjab. Außerdem soll er das Pferd prunkvoll beerdigt und am Sterbeort ein Denkmal errichtet haben.
Zu wichtigen Einzelheiten gibt es keine sicheren Informationen. Unklar sind Rasse, Farbe, Zeichnung und Geschlecht des Pferdes. Auch zum Namen „Ochsenkopf“ und zur Todesursache existieren nur Vermutungen. Manche Quellen bezeichnen Bukephalos sogar als Einhorn.
Darstellungen und Nachwirkung
Bukephalos wurde in Denkmälern und Kunstwerken mehrfach dargestellt. Genannt werden Denkmäler in Neapel, darunter „Alexander am Granikos“, in Rom vor dem Quirinalspalast sowie als wesentlicher Teil des Alexander-der-Große-Denkmals in Thessaloniki. Die Galerie des Artikels verweist außerdem auf Darstellungen im Alexandermosaik, auf einer makedonischen Bronzemünze des Severus Alexander, auf eine Darstellung der Zähmung in Edinburgh und auf „Alexander und Bukephalos“ von François Schommer um 1900.
Auch in der Literatur wurde der Name aufgegriffen. In Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“ von 1995 schlägt Michael Berg das verdeutschte Diminutiv „Bukeffelchen“ als Kosenamen für Hanna Schmitz vor. In Franz Kafkas Erzählung „Der neue Advokat“ von 1920 heißt der Protagonist Dr. Bucephalus. In den „Abenteuern des Freiherrn von Münchhausen“ wird ein Pferd mit einem „Lamm und Bucephal zugleich“ verglichen.