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Buena Vista Social Club

Mit über acht Millionen Verkäufen ist es das erfolgreichste Album des Genres Weltmusik. Orquesta Buena Vista Social Club auf dem ZMF 2015 in Freiburg. Nach …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Entstehung und Bedeutung
  2. 2. Beteiligte Musiker
  3. 3. Dokumentarfilm und weltweiter Erfolg
  4. 4. Veröffentlichungen und Chartdaten
  5. 5. Nachfolgeprojekte und Auszeichnungen

Entstehung und Bedeutung

Buena Vista Social Club ist zunächst der Titel eines 1996 aufgenommenen Musikalbums und wurde später zu einer international bekannten Marke für kubanische Musik. Das Projekt entstand mit dem US-amerikanischen Gitarristen Ry Cooder und kubanischen Altmeistern, die Juan de Marcos González zusammengestellt hatte. Die Musiker knüpften an die traditionelle kubanische Musik der 1940er und 1950er Jahre an, insbesondere an den Son, einen traditionellen kubanischen Musikstil. Mit über acht Millionen Verkäufen ist das Album das erfolgreichste Album des Genres Weltmusik.

Ry Cooder reiste 1996 wegen eines geplanten Projekts mit afrikanischen Musikern nach Kuba. Dieses Projekt kam nicht zustande; stattdessen arbeitete er mit Juan de Marcos González und den Afro-Cuban All Stars zusammen. González war zuvor Tresero und Leiter der Gruppe Sierra Maestra und verwirklichte mit Buena Vista Social Club erstmals ein Projekt, das den orchestralen Son der 1950er Jahre wiederaufleben ließ. Cooder übernahm die All Stars und ließ sich von González geeignete Sänger empfehlen. Neben den Saiteninstrumentalisten Eliades Ochoa und Barbarito Torres wurden vor allem repräsentative Sänger dieses Musikstils beteiligt.

Das Titelstück ist eine Komposition von Orestes López. Es ist ein Danzón, also ein kubanisches Instrumentalstück, das in einen Mambo übergeht und ein längeres Pianosolo von Rubén González enthält. Das Stück war die Erkennungsmelodie des Club Social de Buena Vista, eines in den 1940er und 1950er Jahren sehr populären afrokubanischen Kulturvereins im Stadtteil Buena Vista von Havanna, dem heutigen Municipio Playa. Einige der beteiligten Musiker waren dort bereits aufgetreten.

Zusammen mit A Toda Cuba Le Gusta der Afro-Cuban All Stars und Rubén González’ Introducing Rubén González sollte Buena Vista Social Club 1997 für den Grammy in der Kategorie Tropical Latin Performance nominiert werden. Die drei CDs konnten gleichzeitig erscheinen. Der unerwartet große Verkaufserfolg von Buena Vista Social Club, besonders in der westlichen Welt, führte zu weiteren Projekten.

Beteiligte Musiker

Zu den wichtigsten Solisten des Musikprojekts, die auch im Dokumentarfilm vorgestellt wurden, gehören:

  • Ibrahim Ferrer (1927–2005), Sänger
  • Compay Segundo (1907–2003), Sänger und Gitarrist
  • Omara Portuondo (* 1930), Sängerin
  • Rubén González (1919–2003), Pianist
  • Eliades Ochoa (* 1946), Sänger und Gitarrist
  • Ry Cooder (* 1947), Gitarrist

Im Film werden außerdem folgende kubanische Musiker ausführlicher vorgestellt: Orlando „Cachaíto“ López (1933–2009) am Bass, Amadito Valdés (* 1946) am Schlagzeug, Manuel „Guajiro“ Mirabal (1933–2024) an der Trompete und Barbarito Torres (* 1956) an der Laúd, einem kubanischen Saiteninstrument.

Dokumentarfilm und weltweiter Erfolg

Der Erfolg des Albums führte zum gleichnamigen Dokumentarfilm von Wim Wenders. 1998, nachdem Ry Cooder mit Buena Vista Social Club den wichtigsten Musikpreis Grammy gewonnen hatte, reiste er erneut nach Kuba. Er wollte ein Soloalbum mit dem Sänger Ibrahim Ferrer aufnehmen. Cooder brachte seinen langjährigen Freund, den deutschen Regisseur Wim Wenders, und dessen Filmcrew mit.

Während der Aufnahmen zu Ferrers Album und bei einigen anschließenden Konzerten entstand der Dokumentarfilm Buena Vista Social Club. Der 1999 veröffentlichte Film verstärkte den internationalen Erfolg der CD erheblich und machte die Musiker einem weltweiten Publikum bekannt. 2017 erschien der weitere Dokumentarfilm Buena Vista Social Club: Adios.

Veröffentlichungen und Chartdaten

Das Studioalbum Buena Vista Social Club wurde am 16. Juni 1997 erstmals veröffentlicht. Es erreichte Platz 1 in Deutschland und blieb dort 166 Wochen; dafür erhielt es Dreifachgold. In Österreich kam es auf Platz 36 und war 15 Wochen in den Charts, in der Schweiz auf Platz 7 mit 113 Wochen. In beiden Ländern wurde es mit Doppelplatin beziehungsweise Dreifachplatin ausgezeichnet. Im Vereinigten Königreich erreichte es Platz 42 und blieb 46 Wochen in den Charts, in den Vereinigten Staaten Platz 80 und 19 Wochen. Für beide Länder ist Platin angegeben.

Weitere Veröffentlichungen sind:

  • Buena Vista Social Club at Carnegie Hall: Livealbum, erstmals veröffentlicht am 10. Oktober 2008; Deutschland Platz 49 (3 Wochen), Österreich Platz 49 (5 Wochen), Schweiz Platz 37 (3 Wochen), Vereinigtes Königreich Platz 55 (1 Woche).
  • Lost & Found: Kompilation, erstmals veröffentlicht am 20. März 2015; Deutschland Platz 95 (1 Woche), Schweiz Platz 48 (6 Wochen), Vereinigtes Königreich Platz 86 (1 Woche).
  • Chan Chan (Live): Single aus At Carnegie Hall, erstmals im Oktober 2008 veröffentlicht; Schweiz Platz 68 (1 Woche), im Vereinigten Königreich ist keine Chartplatzierung angegeben und eine Silberauszeichnung vermerkt.
  • Buena Vista Social Club: Videoalbum, erstmals veröffentlicht am 19. Juli 2012; im Vereinigten Königreich Platz 18, Dreifachplatin und 57 Wochen in den Charts.

Nachfolgeprojekte und Auszeichnungen

Nach dem Album und dem Film setzten die Musiker ihre Arbeit mit zahlreichen internationalen Konzerten und Soloalben fort. World Circuit veröffentlichte nach den drei ursprünglichen CDs weitere Tonträger unter dem Namen Buena Vista Social Club, darunter Buena Vista Social Club presents Ibrahim Ferrer, Buena Vista Social Club presents Omara Portuondo, Rubén González: Chanchullo, Orlando „Cachaíto“ López: Cachaíto, Ibrahim Ferrer: Buenos Hermanos, Omara Portuondo: Flor de Amor, Buena Vista Social Club presents Manuel „Guajiro“ Mirabal, Angá Díaz: Echu Mingua, Ibrahim Ferrer: Mi Sueño, Buena Vista Social Club at Carnegie Hall, Buena Vista Social Club: Lost and Found sowie Rhythms Del Mundo – Cuba. Lost and Found enthält zuvor unveröffentlichte Stücke aus den ursprünglichen Studioaufnahmen. Einige dieser Veröffentlichungen erhielten Gold-, Platin- oder Silberauszeichnungen, darunter Buena Vista Social Club presents Ibrahim Ferrer, Buena Vista Social Club presents Omara Portuondo, Buenos Hermanos und Rhythms Del Mundo – Cuba.

Auch nach dem Tod von drei der fünf am Ursprungsprojekt beteiligten kubanischen Solisten wurde die Marke weitergeführt. Verbliebene und neu hinzugekommene Musiker traten regelmäßig in weiterhin gut besuchten Konzerten auf. Das von Jesús Ramos geleitete Orquesta Buena Vista Social Club kündigte im November 2013 an, sich nach einer internationalen Abschiedstournee vom Sommer 2014 bis zum Herbst 2015 aufzulösen. Im September 2012 war außerdem die Produktion der ersten CD seit einem Jahrzehnt angekündigt worden; daran sollten Omara Portuondo und Eliades Ochoa mitwirken.

Der Erfolg führte zu Nachahmungen wie The Bar at Buena Vista, Pasión de Buena Vista und Live from Buena Vista. Der Stadtteilname „Buena Vista“ war nicht geschützt. Außerhalb Kubas wurde „Buena Vista“ durch die CDs und den Film bekannter als „Son“, obwohl Son der wichtigste traditionelle kubanische Musikstil des Projekts ist.

Ry Cooder erhielt 1998 den Grammy Award für Best Tropical Latin Performance. In den zusammengefassten Verkaufszertifizierungen sind insgesamt 2× Silber, 14× Gold und 29× Platin angegeben. Für das Album Buena Vista Social Club werden unter anderem folgende Verkäufe genannt: Deutschland 850.000, Vereinigte Staaten 1.500.000, Kanada 400.000, Vereinigtes Königreich 710.000, Schweiz 160.000, Österreich 90.000, Belgien 175.000, Brasilien 100.000, Japan 100.000, Australien 70.000, Dänemark 60.000, Italien 50.000, Schweden 40.000, Norwegen 25.000 und Griechenland 7.500. Für Europa werden je nach Organisation 3.000.000 Verkäufe bei IFPI und 1.800.000 bei Impala angegeben; die Angaben stammen aus unterschiedlichen Zertifizierungsübersichten.

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