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Buddenbrooks (1959)

Buddenbrooks ist ein zweiteiliger deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1959. Er weicht an mehreren Stellen stark von der gleichnamigen Romanvorlage von Thomas Mann …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Verhältnis zur Romanvorlage
  2. 2. Aufstieg, Heiratspläne und erste Krisen
  3. 3. Zerfall der Familie und des Unternehmens
  4. 4. Herstellung und Veröffentlichung
  5. 5. Auszeichnungen und Beurteilung

Überblick und Verhältnis zur Romanvorlage

„Buddenbrooks“ ist ein zweiteiliger deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1959 und eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Thomas Mann. Im Mittelpunkt steht der gesellschaftliche und wirtschaftliche Niedergang einer angesehenen Lübecker Kaufmannsfamilie. Regie führte Alfred Weidenmann; das Drehbuch schrieben Harald Braun, Jacob Geis und Erika Mann. Produzent war Hans Abich. Die Musik stammt von Werner Eisbrenner, die Kameraarbeit von Friedl Behn-Grund. Der erste Teil dauert 99 Minuten, der zweite 107 Minuten; beide Teile sind ab 12 Jahren freigegeben.

Die Handlung weicht deutlich vom Roman ab. Die Generation um Johann Buddenbrook senior fehlt vollständig, und der Film beginnt erst mit Tony Buddenbrooks Verlobung mit Bendix Grünlich. Jean Buddenbrook stirbt infolge der Aufregung um die Revolution im März 1848. Tony hat keine Tochter namens Erika. Hanno stirbt vor seinem Vater Thomas, der bereits während seiner Vereidigung zum Senator zusammenbricht. Thomas’ größter geschäftlicher Konkurrent heißt im Film Wagenström statt Hagenström. Auch die Jahreszahlen stimmen fast nie mit denen des Romans überein.

Aufstieg, Heiratspläne und erste Krisen

Die Buddenbrooks sind eine wohlhabende und angesehene Kaufmannsfamilie in Lübeck. Konsul Jean Buddenbrook und seine Frau Elisabeth haben unter anderem die Kinder Antonie, genannt Tony, Thomas und Christian. Tony verspottet zunächst den biederen Geschäftsmann Bendix Grünlich, der mit ihrer Familie befreundet ist. Christian bringt seinen Vater durch öffentliche Berichte über seine Verehrung für eine Theaterschauspielerin in Verlegenheit und wird deshalb zu einem englischen Geschäftsfreund geschickt. Thomas führt heimlich eine Beziehung mit der Blumenverkäuferin Anna.

Nachdem Grünlich Tony einen Heiratsantrag gemacht hat, flieht sie zur befreundeten Familie Schwarzkopf. Dort verliebt sie sich in Morten Schwarzkopf. Grünlich findet sie jedoch wieder, und ihr Vater drängt sie zu einer standesgemäßen Ehe mit ihm. Tony stimmt schließlich widerstrebend zu.

Während der Revolution von 1848 wird Jean Buddenbrook durch den Steinwurf eines Revolutionärs verletzt und stirbt wenig später. Thomas übernimmt das Familienunternehmen. Um den gesellschaftlichen Erwartungen an seine Stellung zu entsprechen, trennt er sich von Anna. Er baut das Unternehmen aus und beteiligt Christian nach dessen Rückkehr aus England an der Leitung.

Bald entstehen neue Probleme: Christian lässt private Ausgaben von der Firma bezahlen, während Grünlich vor dem Bankrott steht. Thomas verweigert seinem Schwager finanzielle Hilfe. Grünlichs Hauptgläubiger, der Bankier Kesselmeyer, macht deutlich, dass Jean Buddenbrook bei der Wahl seines Schwiegersohns unvorsichtig gewesen sei. Tonys Ehe mit Grünlich zerbricht. Thomas heiratet unterdessen die Kaufmannstochter Gerda Arnoldsen.

Zerfall der Familie und des Unternehmens

Thomas und Gerda bekommen einen Sohn, Justus Johann Kaspar, genannt Hanno, dessen Geburt Thomas stolz in die Familienchronik einträgt. Tony findet in dem gutherzigen Münchner Hopfenhändler Alois Permaneder einen neuen Ehemann. Die Ehe scheitert jedoch: Alois trinkt zu viel, beleidigt Tony in einem Streit mit einem „verworfenen“ Wort und zieht sich aus dem Geschäftsleben zurück, um von den Zinsen ihrer Mitgift zu leben. Obwohl Thomas einen zweiten Familienskandal verhindern will, lässt Tony sich erneut scheiden.

Christian berichtet seiner Mutter von seiner Beziehung zur Theaterschauspielerin Aline Puvogel. Elisabeth lehnt diese Verbindung ab, doch Christian verlobt sich mit Aline. Nach Elisabeths Tod heiratet er sie. Aline lässt den zunehmend exzentrischen Christian später in eine psychiatrische Einrichtung einweisen.

Auch die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich. Nach dem Tod seiner Schwester Clara erfährt Thomas, dass Elisabeth Claras Erbe an deren Ehemann, Pastor Tiburtius, ausgezahlt und der Firma dadurch wichtige Mittel entzogen hat. Am 100. Jahrestag des Unternehmens erhält Thomas zwar die Nachricht, dass er Senator werden soll, gleichzeitig erfährt er aber vom Scheitern eines Getreidegeschäfts, zu dem Tony ihn überredet hatte: Ein Hagelschlag hat die Ernte vernichtet.

Während einer Typhusepidemie verfasst Thomas sein Testament. Hanno erkrankt an Typhus und stirbt. Thomas fühlt sich kurz vor seiner Vereidigung zum Senator unwohl. Nach einem Zahnarztbesuch bricht er während der Vereidigung tot zusammen. Damit ist der Untergang der Firma und der Familie besiegelt. Der Konkurrent Wagenström kauft das Haus der Buddenbrooks. Gerda kehrt zu ihren Eltern nach Amsterdam zurück; Tony bleibt allein mit der Haushälterin Ida zurück.

Herstellung und Veröffentlichung

Produziert wurde der Film von der Filmaufbau GmbH in Göttingen. Die Innenaufnahmen entstanden in den Real-Film-Studios in Hamburg-Wandsbek, die Außenaufnahmen in Travemünde und Lübeck. Robert Herlth, Kurt Herlth und Arno Richter gestalteten die Filmbauten; Herbert Ploberger entwarf die Kostüme. Eberhard Krause war Produktionsleiter.

Die Premiere fand am 11. November 1959 in der Lübecker Stadthalle statt. Zu den Ehrengästen gehörten Thomas Manns Witwe Katia und ihre Tochter Erika. Der erste Teil startete am 12. November 1959 im Ufa-Palast Kassel, der zweite Teil am 20. November 1959.

Auszeichnungen und Beurteilung

Beim Deutschen Filmpreis 1959 erhielt der Film zwei Auszeichnungen: Hanns Lothar wurde als bester Nebendarsteller geehrt, Robert Herlth für das beste Szenenbild.

Die zeitgenössisch beziehungsweise später veröffentlichten Kritiken bewerteten die Verfilmung insgesamt als handwerklich gediegen und als Kinounterhaltung beachtlich, sahen sie aber nicht als gleichwertige Umsetzung des Romans. Hervorgehoben wurden die dichte Darstellung der hanseatischen Patrizierwelt, Robert Herlths Filmbauten und einzelne schauspielerische Leistungen. Kritisiert wurden die starke Verkürzung der Vorlage und das Fehlen von Thomas Manns dichterischer Deutung. Mehrere Beurteilungen hielten den handlungsreicheren zweiten Teil für wirkungsvoller als den ersten.

Lernvideos zu Buddenbrooks (1959)

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