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Buddenbrooks (1923)
Buddenbrooks ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahre 1923 von Gerhard Lamprecht nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Mann.
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Überblick
Buddenbrooks, auch Die Buddenbrooks, ist ein deutscher Stummfilm von Gerhard Lamprecht aus dem Jahr 1923. Er entstand nach Motiven des Romans Buddenbrooks (1901) von Thomas Mann. Die Produktion übernahm Albert Pommer; das Drehbuch schrieben Alfred Fekete, Luise Heilborn-Körbitz und Gerhard Lamprecht. Der Film erzählt von Konflikten innerhalb einer angesehenen Lübecker Kaufmannsfamilie.
Handlung
Die Handlung spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert in Lübeck. Thomas Buddenbrook gehört trotz seiner Jugend zu den führenden Mitgliedern einer angesehenen hanseatischen Kaufmannsfamilie. Seine Heimatstadt beauftragt ihn, eine große Getreidelieferung abzuwickeln. Wird der vereinbarte Termin nicht eingehalten, droht eine hohe Konventionalstrafe, also eine vertraglich festgelegte Geldstrafe.
Thomas’ Bruder Christian lebt zunächst fern von Lübeck ein Künstlerleben. Er kehrt in die Heimat zurück und wird Teilhaber des Familiengeschäfts.
Die Schwester Tony wird dazu gedrängt, den Agenten Bendix Grünlich zu heiraten, weil die Familie ihn für eine wirtschaftlich vorteilhafte Partie hält. Später zeigt sich jedoch, dass Grünlich hoch verschuldet ist.
Herstellung und Restaurierung
Der Film wurde Mitte 1923 für Albert Pommer hergestellt und passierte am 16. August 1923 die Zensur. Seine Uraufführung fand am 31. August 1923 im Berliner Tauentzienpalast statt. Die ursprüngliche Fassung umfasste sechs Akte und 2383 Meter Film; die angegebene Laufzeit beträgt 105 Minuten.
Erhalten blieb zunächst ein Fragment von rund 85 Minuten, das 2001 restauriert neu veröffentlicht wurde. 2023/2024 entstand im Förderprogramm Filmerbe aus zwei Nitrat-Kopien und einer 16-mm-Kopie aus dem Nachlass des Regisseurs eine nahezu vollständige 2k-Restaurierung. Eszter Takácz leitete Restaurierung und Viragierung, also die farbliche Tönung des Filmmaterials. Die Deutsche Kinemathek ließ dafür von Marco Brosolo eine neue Filmmusik komponieren. Die restaurierte Fassung wurde am 18. November 2024 im Berliner Kino Arsenal in der Filmreihe „Losers & Winners“ erstmals gezeigt. Die Filmbauten entwarf Otto Moldenhauer.
Zeitgenössische und spätere Bewertung
Paimann’s Filmlisten bewertete die Filmhandlung als modern und sehr packend. Hervorgehoben wurden die liebevoll ausgearbeitete Regie, die Darstellung, die Ausstattung und die Fotografien.
Oskar Kalbus schrieb 1935, Lamprechts Regie zeige besonders deutlich, dass sich der seelische und gefühlsmäßige Gehalt eines Romans mit filmischen Mitteln wiedergeben lasse. Er lobte außerdem die Darsteller, darunter Alfred Abel, R. A. Roberts und Mady Christians.
Das Lexikon des internationalen Films bezeichnet den Film als respektabel, betont aber, er solle nicht am Roman gemessen werden. Es verweist zugleich auf Thomas Manns negatives Urteil „gleichgültiges Kaufmannsdrama“. Besonders hervorgehoben wird Alfred Abel als Christian Buddenbrook: Seine Darstellung verbinde leichtlebige Unbekümmertheit mit Scham über die Sorgen, die seine Figur der Familie bereitet.