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Briefe an Julia

Briefe an Julia ist ein US-amerikanischer Liebesfilm aus dem Jahr 2010 unter der Regie von Gary Winick mit Amanda Seyfried, Vanessa Redgrave und Christopher …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Filmprofil und Bedeutung
  2. 2. Handlung und zentrale Beziehungen
  3. 3. Vorlage, Entstehung und Veröffentlichung
  4. 4. Der wahre Club di Giulietta
  5. 5. Musik und deutsche Fassung

Filmprofil und Bedeutung

Briefe an Julia (Originaltitel: Letters to Juliet) ist ein US-amerikanischer Liebesfilm aus dem Jahr 2010 unter der Regie von Gary Winick. In den Hauptrollen spielen Amanda Seyfried, Vanessa Redgrave und Christopher Egan. Der 106 Minuten lange, englisch, italienisch und spanischsprachige Film handelt von einer jungen Journalistin, die in Verona auf ein ungewöhnliches System handschriftlicher Liebesbriefe stößt und dadurch eine Suche nach einer vor fünfzig Jahren verlorenen Liebe auslöst.

Der Film basiert auf dem Buch Letters to Juliet (2006) von Lise Friedman und Ceil Friedman. Dieses dokumentiert das Phänomen der Briefe an Shakespeares berühmteste Protagonistin Julia. Briefe an Julia erschien am 19. August 2010 in den deutschen Kinos. Die Altersfreigaben sind FSK 0 und JMK ohne Einschränkung.

Handlung und zentrale Beziehungen

Sophie Hall arbeitet als junge amerikanische Journalistin für das New Yorker Magazine, zunächst nur als Rechercheurin. Eigentlich möchte sie selbst Artikel schreiben. Ihr Verlobter Victor ist leidenschaftlicher Koch und will in sechs Wochen ein eigenes Restaurant eröffnen. Deshalb reisen beide für eine Art vorgezogene Flitterwochen nach Italien.

In Verona interessiert sich Victor vor allem für die kulinarischen Spezialitäten, während Sophie die romantische Atmosphäre der Stadt erkundet. In einem Hof mit dem berühmten Balkon von Shakespeares Julia beobachtet sie Frauen, die Briefe an Julia heften und sich davon Rat für ihre unglücklichen Liebesbeziehungen erhoffen. Die Italienerinnen Isabella, Francesca, Donatella und Maria sammeln die Briefe ein. Sie nennen sich „Sekretärinnen von Julia“ und beantworten tatsächlich jeden Brief handschriftlich.

Sophie findet einen fünfzig Jahre alten Brief, der im Gemäuer verborgen war. Sie beantwortet ihn; eine Woche später erscheint die Verfasserin Claire Smith-Wyman aus England in Verona. Sophie begleitet Claire bei der Suche nach deren früherer Liebe Lorenzo Bartolini. Dabei muss sie auch Claires Enkel Charlie Wyman ertragen, der zunächst schroff und unfreundlich ist. Er glaubt, dass die Reise seiner Großmutter falsche Hoffnungen macht und Sophie für eine mögliche Enttäuschung verantwortlich sein wird.

Die Suche ist schwierig, weil es 74 Personen mit dem Namen Lorenzo Bartolini gibt. Sophie grenzt die Zahl durch Ausschlussverfahren ein, dennoch dauert die Suche viele Tage. Während Claire zuversichtlich bleibt, wird Charlie freundlicher. Zwischen ihm und Sophie entwickelt sich eine gegenseitige Anziehung. Charlie erzählt, dass Claire ihn aufgezogen hat, nachdem seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren.

Als sich herausstellt, dass einer der gesuchten Männer gestorben ist, reagiert Charlie aus Sorge um Claire wütend auf Sophie. Claire weist ihn zurecht, weil er dabei alte Wunden Sophies berührt: Sophie wurde in ihrer Kindheit von ihrer Mutter verlassen. Nach der Versöhnung wollen alle nach Verona zurückkehren. Sophie und Charlie küssen sich unter dem Sternenhimmel.

Am folgenden Tag finden sie zufällig einen Weinberg, in dem Lorenzos Enkel, Sohn und schließlich Lorenzo selbst arbeiten. Claire will zunächst aufgeben, erkennt Lorenzo dann aber und fällt ihm glücklich in die Arme. Sophie kehrt nach Verona zurück. Claire erkennt, dass Sophie und Charlie sich verliebt haben, und schickt Charlie hinter Sophie her. Er sieht jedoch, wie Sophie und Victor sich küssen, und fährt enttäuscht zurück.

Die Wiedervereinigung von Claire und Lorenzo inspiriert Sophie zu ihrem ersten Zeitungsartikel. Chefredakteur Bobby lobt ihn und veröffentlicht ihn in New York. Sophie beendet ihre Beziehung zu Victor, dessen Restaurant eröffnet wird, weil sie erkennt, dass ihre Gefühle und Interessen inzwischen woanders liegen.

Bei Claires und Lorenzos Hochzeit trifft Sophie Charlie wieder. Sie glaubt zunächst, er sei mit seiner Ex-Freundin Patricia gekommen; tatsächlich ist Patricia seine Cousine. Claire bittet Sophie, ihren damaligen Brief vor Lorenzos Familie vorzulesen. Sophie wird traurig, weil ihr eigenes Glück unerreichbar scheint, und flieht auf den Balkon eines nahegelegenen Gebäudes. Charlie folgt ihr. Sie gesteht ihm ihre Liebe, und Charlie erwidert sie. Beim Versuch, über eine Weinranke zu ihr hinaufzuklettern, stürzt er; anschließend küssen sie sich.

Vorlage, Entstehung und Veröffentlichung

Die Produzentinnen Ellen Barkin und Carolin Kaplan entdeckten in der New York Times einen Artikel über das Buch Letters to Juliet von Lise und Ceil Friedman und sicherten sich die Filmrechte. Das Buch verbindet historische Informationen über Verona und Romeo und Julia mit den emotionalen Briefen an Julia und den möglichen lebensverändernden Antworten darauf. In den Produktionsangaben wird die Produzentin als Caroline Kaplan genannt.

Gael García Bernal ersetzte den ursprünglich vorgesehenen Hauptdarsteller Hugh Dancy. Vanessa Redgrave und Franco Nero waren auch im wirklichen Leben seit 2006 verheiratet. Ashley Lilley spielt Patricia, Charlies Cousine, und war Amanda Seyfrieds beste Freundin; beide hatten bereits 2008 in Mamma Mia! mitgewirkt. In beiden Filmen heißt Seyfrieds Figur Sophie.

Gedreht wurde in New York City, Verona, Siena und Soave. Die Dreharbeiten in Italien dauerten vier Monate, große Teile wurden chronologisch aufgenommen. Der Hof mit Julias Balkon wurde während der Dreharbeiten vorübergehend erstmals für Touristen geschlossen. Das Budget wird auf rund 30 Millionen US-Dollar geschätzt. Briefe an Julia war Gary Winicks letzter Film. Bei den in Victors Küche gezeigten Nudeln handelt es sich größtenteils um Gummibänder.

Die Premiere fand am 25. April 2010 beim Tribeca Film Festival statt, am 29. April 2010 wurde der Film beim Newport Beach International Film Festival gezeigt. In Australien und Neuseeland startete er am 13. Mai 2010, in den USA und Kanada am 14. Mai 2010. In Deutschland und der Schweiz lief er ab dem 19. August 2010 im Kino. Am Eröffnungswochenende wurden in den USA über 13,5 Millionen US-Dollar eingenommen; insgesamt waren es dort über 53 Millionen US-Dollar.

Amanda Seyfried wurde 2010 bei den Teen Choice Awards als Hauptdarstellerin in einer romantischen Komödie nominiert; der Film erhielt dort ebenfalls eine Nominierung. Vanessa Redgrave wurde 2010 bei den Satellite Awards und 2011 bei den Saturn Awards als beste Nebendarstellerin nominiert.

Der wahre Club di Giulietta

Briefe an Julia greift eine reale Tradition in Verona auf. Seit dem späten 19. Jahrhundert wurden Nachrichten an Julias Grab hinterlassen. Etwa seit den 1930er Jahren werden Briefe an Julia auch per Post geschickt. Das Interesse wurde unter anderem durch George Cukors berühmten Romeo-und-Julia-Film von 1936 verstärkt.

Der damalige Museumsdirektor Antonio Avena gestaltete Julias Haus so um, dass es den Erwartungen der Touristen entsprach. Aus einer heruntergekommenen Taverne wurde ein mittelalterlich wirkendes Gebäude. Avena ließ einen Balkon aus Teilen eines Sarkophags aus dem 14. Jahrhundert anfertigen und ergänzte ein gotisches Portal sowie ein Rosettenfenster.

Für Julias häufig besuchtes Grab wurde Ettore Solimani als Verwalter eingesetzt. Er verkaufte Eintrittskarten, führte Besucher in das Grabmal, pflanzte Rosen und trainierte Tauben, die im Hof auf den Schultern der Menschen landeten. Besucher begannen, ihm Briefe zu schreiben, und er antwortete als „Julias Sekretär“.

Heute werden die Briefe an den „Club di Giulietta“ weitergeleitet. Die Organisation besteht aus etwa zehn Sekretären und Sekretärinnen, die verschiedene Sprachen sprechen und in Verona arbeiten. Sie teilen die Briefe nach ihren Interessen und ihrem Wissen auf. Jeder Brief erhält eine handschriftliche Antwort und wird an den Absender zurückgeschickt. Die Mitglieder verstehen sich als eine Art Beichtväter: Sie wollen freundlich und mit gesundem Menschenverstand helfen. Julia gilt dabei als Symbol für Mut, Stärke und die Möglichkeit, den eigenen Träumen zu folgen.

Musik und deutsche Fassung

Der Soundtrack enthält unter anderem You Got Me und What If von Colbie Caillat, Chianti Country, Verona von Andy Georges, Un Giorno Così von 883, Per Avere Te von Franco Morselli, Quando, Quando, Quando von Laura Jane und Chris Mann, Variations On A Theme By Mozart (Magic Flute) Op. 9, Sospesa von Malika Ayane und Pacifico, Per Dimenticare von Zero Assoluto, Sono Bugiarda (I’m A Believer) von Caterina Caselli, Guarda Che Luna von Fred Buscaglione und Love Story von Taylor Swift. Bei Caterina Casellis Titel ist der Zusatz I’m A Believer laut Artikel aus dem Italienischen eigentlich mit „I’m a Liar“ zu übersetzen.

Die deutschsprachige Synchronisation entstand bei der Berliner Synchron. Dialogbuch und Dialogregie übernahm Stephan Hoffmann. Sophie wird von Magdalena Turba gesprochen, Victor von Nico Mamone, Charlie von Peter Lontzek und Claire von Judy Winter. Bobby spricht Frank-Otto Schenk, Donatella Monica Bielenstein, Isabella Melanie Pukaß und Lorenzo Bartolini Christian Rode.

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