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Braingain
Talentabwanderung (Braindrain) – die volkswirtschaftlichen Gewinne, die einem Land durch die Immigration besonders ausgebildeter oder talentierter Menschen …
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Begriff und Bedeutung
Braingain, im Deutschen auch Brain-Gain, bezeichnet die volkswirtschaftlichen Gewinne, die einem Land durch die Zuwanderung besonders ausgebildeter oder talentierter Menschen entstehen. Gemeint ist ein „Gehirn-Gewinn“ durch den zusätzlichen Beitrag zur Intelligenz und Leistungsfähigkeit eines Volkes. Betroffen sind vor allem ausgebildete Facharbeiter, Akademiker und Führungskräfte.
Braingain steht im Gegensatz zu Braindrain, der Talent- oder Abwanderung. Während Braindrain den Verlust von Bildungsinvestitionen und Humankapital beschreibt, richtet der Begriff Braingain den Blick auf mögliche Gewinne durch Migration. Dabei können sowohl das Ankunftsland als auch das Herkunftsland profitieren. Ob die Gewinne des Herkunftslandes den Verlust durch Braindrain ausgleichen oder sogar übersteigen, hängt jedoch vom Einzelfall ab.
Entwicklung der Theorie
Für das Ankunftsland besteht ein unmittelbarer Vorteil zunächst im Zuwachs an Personen. Dieser Zuwachs kann langfristig demografische Entwicklungen im Ankunftsland ausgleichen oder abmildern. Zusätzlich steigt das verfügbare Leistungs- und Qualifikationspotenzial, wenn gut ausgebildete Menschen zuwandern.
In Gesellschaft, Politik und Medien wird nach dem Artikel häufig unterschätzt, wie viel Zeit und welcher Aufwand nötig sind, um die Gewinne tatsächlich zu verwirklichen. Die Realisierung von Vorteilen ist daher nicht automatisch und kann langfristige Investitionen voraussetzen. Als vergleichbarer Zusammenhang wird die nationale Bildungspolitik genannt, bei der ebenfalls Aufwand und Zeit erforderlich sind, bevor sich Bildungsinvestitionen wirtschaftlich auswirken.
In der Migrationsforschung und in der Politik dominierte lange Zeit der Ansatz des Braindrains. Zunehmend setzt sich jedoch die Auffassung durch, dass dem einseitigen Verlust im Herkunftsland langfristig ein reziproker, also gegenseitiger, Gewinn gegenüberstehen kann. Braingain beschreibt für das Herkunftsland damit einen gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrtsgewinn durch Migration. Dieser mögliche Gewinn ist allerdings nicht garantiert.
Wohlfahrtsgewinne durch Migration
Der Artikel unterscheidet mehrere Wege, auf denen Migration zu Braingain führen kann:
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Demografischer Zuwachs: Das Ankunftsland gewinnt durch den Zuwachs an Leistungspotenzial, der durch die Fähigkeiten und Arbeitskraft der Zugewanderten entsteht.
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Rücktransfers: Das Herkunftsland kann langfristig von regelmäßigen Rücküberweisungen der Migranten profitieren. Migranten unterstützen häufig ihre Familienangehörigen finanziell. Außerdem kehren viele Migranten in ihr Ursprungsland zurück und investieren dort.
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Ausbildung: Temporäre Auslandsaufenthalte können die Qualifikation von Arbeitnehmern verbessern und erweitern. Wenn sie zurückkehren, kann die Volkswirtschaft des Herkunftslandes von diesem erworbenen Wissen profitieren. Besonders in der Forschung kann dieser Wissenstransfer für die internationale Konkurrenzfähigkeit eines Landes entscheidend sein.
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Wirtschaftliche Kontakte: Migrationsnetzwerke erleichtern Wirtschaftsakteuren im Herkunfts- und im Ankunftsland den Aufbau internationaler Verbindungen. Unternehmen können sich auf Netzwerke ehemaliger Staatsangehöriger stützen. Dadurch lassen sich internationaler Handel und Expansionsvorhaben erleichtern und beschleunigen. Sowohl Export- als auch Importvolumen sowie Investitionsbewegungen können angeregt werden.
Braingain als nationale Strategie
Staaten können die Mechanismen des Braingains gezielt als wirtschaftspolitische Strategie einsetzen. Sie versorgen ihre Wirtschaft dabei mit Investitionen aus dem Ausland oder nutzen die internationale Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften.
Als Beispiele nennt der Artikel die Philippinen, Indien und Kuba. Diese Staaten bilden medizinisches Fachpersonal weit über ihren eigenen Bedarf hinaus aus, um die Fachkräfte anschließend in wohlhabendere Staaten zu „exportieren“. Hintergrund ist der große Mangel an medizinischem Fachpersonal innerhalb der OECD-Staaten. Nach der Darstellung des Artikels erscheint diese Strategie erfolgreich und hat zu großen Migrationsbewegungen aus weniger entwickelten Staaten geführt. Ihr möglicher Nutzen beruht darauf, dass das Herkunftsland durch Rücküberweisungen, Rückkehr, Investitionen, zusätzliche Qualifikationen und wirtschaftliche Netzwerke profitieren kann, während das Ankunftsland benötigte Fachkräfte gewinnt.