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Blues Brothers
Blues Brothers (Originaltitel: The Blues Brothers) ist eine US-amerikanische (Musical-)Filmkomödie von John Landis aus dem Jahr 1980. Neben John Belushi und …
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Film und Grundidee
Blues Brothers (Originaltitel: The Blues Brothers) ist eine US-amerikanische Musical-Filmkomödie von John Landis aus dem Jahr 1980. Die Hauptrollen spielen John Belushi als „Joliet“ Jake Blues und Dan Aykroyd als Elwood Blues. Der Film verbindet Musiknummern, Komik und aufwendige Action- und Verfolgungsszenen. Zahlreiche bekannte Musiker und Schauspieler treten auf, darunter Aretha Franklin, James Brown, Cab Calloway, Ray Charles, John Lee Hooker, Carrie Fisher und John Candy.
Der Film entstand in Chicago und Umgebung. Die Premiere war am 16. Juni 1980 in Chicago und am 18. Juni 1980 in New York. Es gibt mehrere Fassungen: Die Kinofassung dauert 133 Minuten, der Directors Cut 142 Minuten, die BluRay-Fassung 132 Minuten und die Limited Extended Collector’s Edition 148 Minuten. 1998 erschien die weniger erfolgreiche Fortsetzung Blues Brothers 2000.
Rettung des Waisenhauses
Nach mehrjähriger Haft wird Jake Blues aus dem Staatsgefängnis von Joliet entlassen. Sein Bruder Elwood holt ihn im „Bluesmobil“ ab, einem ausgemusterten 1974er Dodge Monaco der Mount Prospect Police. Die Brüder besuchen das katholische Waisenhaus ihrer Kindheit. Die Mutter Oberin, von ihnen „der Pinguin“ genannt, erklärt, dass es wegen 5000 Dollar Steuerschulden geschlossen werden soll. Geld aus kriminellen Quellen lehnt sie ab.
Ihr Ziehvater Curtis weist darauf hin, dass auch er seine Unterkunft verlieren wird. Bei einem Gottesdienst von Right Reverend Cleophus James hat Jake die Eingebung, die alte Band wiederzuvereinigen und durch ein Konzert ehrlich Geld zu verdienen. Die Brüder sehen dies als Auftrag „im Auftrag des Herrn“ und gewinnen die inzwischen berufstätigen ehemaligen Bandmitglieder zurück. Dabei geraten sie mit der Polizei, einer Gruppe amerikanischer Nationalsozialisten und einer zunächst unbekannten, schwer bewaffneten Frau aneinander. Diese Frau erweist sich später als Jakes Verlobte, die er bei der Hochzeit verlassen hatte.
Konzert, Flucht und Ende
Die Band spielt zunächst in Bob’s Country Bunker, wo sie sich als die angekündigten „The Good Ole Boys“ ausgibt. Danach überzeugt sie ihren früheren Manager Maury Sline, ein großes Konzert zu organisieren. Eine Werbeaktion sorgt für einen vollen Saal. Als Jake und Elwood wegen einer Panne fast zu spät kommen, überbrückt Curtis die Zeit mit Minnie the Moocher.
Das Konzert bringt Erfolg: Ein begeisterter Plattenproduzent zahlt hinter der Bühne einen Vorschuss. Verfolgt von Polizei, Bewährungshelfer Burton Mercer, den „Good Ole Boys“ und dem Kneipenbesitzer fliehen die Brüder mit dem Geld durch einen unterirdischen Kanal. Sie fahren nach Chicago, um die Steuerschuld rechtzeitig bar zu bezahlen. Bei der Verfolgungsjagd werden Polizei, Feuerwehr, Armee und Nationalgarde mobilisiert; die Nationalsozialisten werden abgehängt. Jake und Elwood bezahlen die 5000 Dollar noch rechtzeitig, werden danach aber festgenommen. Am Schluss spielt die gesamte Band im Gefängnis Jailhouse Rock vor den Mitgefangenen.
Entstehung und Musik
Vor dem Drehbuch schrieb Judy Jacklin, John Belushis Frau, das Taschenbuch Blues Brothers Private über Vorgeschichte und Bandentstehung. Der Plattenvertrag der Blues Brothers sah auch einen Film vor. Dan Aykroyd schrieb dafür zunächst ein 324 Seiten langes Drehbuch.
Für die Dreharbeiten wurden 13 identische frühere Polizeifahrzeuge der California Highway Patrol, 1974er Dodge Monaco, sowie ein etwa zwei Meter langes Modell als Bluesmobil hergestellt; sieben Fahrzeuge wurden zerstört. Für die Einkaufszentrum-Verfolgung wurde die seit 1978 verlassene Dixie Square Mall in Harvey, Illinois, renoviert und ausgestattet. Die Filmfiguren der Nationalsozialisten persiflieren eine für Skokie, Illinois, erlaubte Demonstration der Nationalsozialistischen Partei Amerikas im Jahr 1977.
Der Soundtrack The Blues Brothers – Original Soundtrack Recording erschien 1980 bei Atlantic Records. Zu den Liedern gehören Gimme Some Lovin’, Everybody Needs Somebody to Love, The Old Landmark, Think, Minnie the Moocher, Sweet Home Chicago und Jailhouse Rock. John Lee Hookers im Film gespieltes Boom Boom ist nicht auf dem Soundtrack enthalten. Fast alle Musikaufnahmen entstanden als Playback; James Browns Gesang wurde live zum Bild aufgenommen, und Boom Boom mit John Lee Hooker war die einzige vollständig live eingespielte Nummer.
Fassungen, Synchronisation und Wirkung
Die DVD-Langfassung enthält zusätzliche Szenen. Dort wird etwa erklärt, dass das Bluesmobil nachts in einem Transformatorraum parkt und deshalb magische Kräfte besitzt; außerdem ist Elwood bei seiner Arbeit in einer Fabrik für Industriekleber in Sprühdosen zu sehen. Diese Szenen waren zunächst nicht deutsch synchronisiert. Am 8. September 2016 erschien eine erstmals vollständig deutsch synchronisierte Langfassung als auf 5555 Exemplare limitierte Limited Extended Collector’s Edition. Im September 2022 wurde die Extended Version ohne Limitierung auf DVD, BD und UHD-BD veröffentlicht.
Die deutsche Erstfassung entstand bei Berliner Synchron nach Dialogbuch und unter Dialogregie von Arne Elsholtz. Jake wird von Rainer Basedow, Elwood von Thomas Danneberg gesprochen. Spätere Nachsynchronisationen übernahmen Lunatic Synchron in München und Cinephon Filmproduktions GmbH in Berlin.
Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken: Bei Rotten Tomatoes erreicht er auf Grundlage von 52 Kritiken 72 %, bei Metacritic einen Score von 60 bei 12 Kritiken. Das Lexikon des internationalen Films bezeichnete ihn als ungewöhnliche Mischung aus Musik- und Actionfilm; in Europa wurde er zum Kultfilm, während er in den USA eher ein mäßiger Erfolg blieb. 1981 erhielt er für den Schnitt der Toneffekte den Golden Reel Award. 2020 wurde Blues Brothers in das National Film Registry aufgenommen. Bühnenadaptionen orientieren sich meist am Film; die erste, A Tribute to the Blues Brothers, hatte am 12. August 1991 im Whitehall Theatre im Londoner West End Premiere.