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Beinhaus von Douaumont
Das Beinhaus von Douaumont (französisch Ossuaire de Douaumont) ist eine französische nationale Grabstätte für die Gebeine der Gefallenen, die nach der …
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Funktion und Lage
Das Beinhaus von Douaumont (französisch: Ossuaire de Douaumont) ist eine französische nationale Grabstätte. Es bewahrt die Gebeine von über 130.000 französischen und deutschen Soldaten auf, die nach der Schlacht um Verdun nicht identifiziert werden konnten. Das Beinhaus ist damit zugleich Begräbnisstätte und Gedenkort für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Die Anlage liegt auf dem Thiaumont-Rücken beim Gebiet der ehemaligen Ortschaft Douaumont, direkt neben der früheren Befestigungsanlage Ouvrage de Thiaumont. Sie befindet sich etwa einen Kilometer südwestlich des Fort Douaumont und etwa fünf Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Verdun. Marschall Pétain wählte den Standort, weil dort die schwersten Kämpfe stattgefunden hatten. Durch seine Lage auf der Anhöhe ist das Beinhaus vom gesamten ehemaligen Schlachtfeld aus sichtbar. 2019 besuchten 556.424 Menschen den Ort.
Entstehung und historische Bedeutung
1920 besuchte Bischof Charles-Marie-André Ginisty das provisorische Ossarium, in dem die gefundenen Gefallenen zunächst bestattet worden waren. Er setzte sich für eine würdigere Begräbnisstätte und einen Ort der Trauer für die Hinterbliebenen ein. Am 22. August 1920 legte Marschall Philippe Pétain den Grundstein.
Am 18. September 1927 wurden die Gebeine aus dem provisorischen Holzgebäude in das neue Beinhaus überführt. Die offizielle Einweihung erfolgte am 7. August 1932 durch den französischen Staatspräsidenten Albert Lebrun. Erster Kaplan der Kapelle war Ferdinand Noël, ein ehemaliger Militärgeistlicher; sein Grab befindet sich in der Kapelle.
Im September 1984 trafen sich François Mitterrand und Helmut Kohl vor dem Beinhaus zu einer französisch-deutschen Versöhnungsfeier. Am 22. September legten der französische Präsident und der deutsche Bundeskanzler gemeinsam Kränze zum Gedenken an die Toten beider Weltkriege nieder. Die Gedenkplatte erinnert an ihre Erklärung: „Wir haben uns versöhnt. Wir haben uns verständigt. Wir sind Freunde geworden.“ Am 9. Februar 2014 wurde erstmals der Name eines deutschen Soldaten, Peter Freundl (gefallen am 28. Mai 1916), auf einem Bogen des Beinhauses eingraviert.
Aufbau und Ausstattung
Das Gebäude wurde von Léon Azéma, Jacques Hardy und Max Edrei entworfen. Die Bauzeit dauerte von 1920 bis 1932; die offizielle Einweihung fand nach zwölf Jahren Bauzeit statt. An der Außenseite befinden sich unter anderem die Wappen aller Städte, die den Bau finanziell unterstützten.
Das 137 m lange Innere besteht aus einem Tonnengewölbe mit 46 Seitenkammern. Diese Kammern stehen jeweils für einen Hauptsektor des Schlachtfeldes, der sich von Avocourt bis Les Éparges erstreckt. Jede Kammer enthält zwei bis drei Granitgrüfte. Im Untergeschoss liegen die Gebeine von insgesamt etwa 130.000 Soldaten, die hauptsächlich durch Sprenggeschosse getötet wurden.
Zur Anlage gehören eine Halle mit Gedenksteinen und Grabplatten für gefallene Franzosen mit bekanntem Namen sowie eine Kapelle. Eine Madonnenstatue aus dem ursprünglichen provisorischen Holzgebäude steht links neben dem Eingang. Im Turm gibt es ein kleines Museum; im Untergeschoss befinden sich ein Raum für Filmvorführungen und ein Souvenirladen. Die Gebeinekammern können an der Rückseite des Gebäudes durch Fensterscheiben von außen eingesehen werden.
Der 46 m hohe und besteigbare Tour des morts, auch La Lanterne des morts („Turm der Toten“) genannt, enthält die zwei Tonnen schwere Glocke Bourdon de la Victoire. Sie läutet dreimal täglich und bei offiziellen Anlässen. Rotierende Scheinwerfer beleuchten nachts das Schlachtfeld. Höhe und Beleuchtung symbolisieren die Mahnwache und ersetzen die ständige Trauerwache. Der Turm wurde von den USA, die Glocke von Frau Thorburn Van Buren gestiftet. Die Statuen stammen von Berthe Girardet und Élie-Jean Vézien, die Buntglasfenster von Georges Desvallières.
Kriegsgräber vor dem Beinhaus
Vor dem Beinhaus liegt ein Friedhof mit 16.142 Gräbern französischer Soldaten. Die Grabfläche umfasst 144.380 m².
Neben den Bereichen mit christlichen Kreuzen gibt es ein eigenes Feld für muslimische Gefallene aus den damaligen französischen Kolonien. Ihre Grabstellen sind nach Mekka ausgerichtet; diese Gestaltung war bereits bei der Planung vorgesehen.
Sammelgräber und Welterbestatus
Auf mehreren Sammelfriedhöfen im Umkreis von Verdun sind insgesamt etwa 120.000 identifizierte Tote beigesetzt. Rund 10 % dieser Toten wurden in ihre Heimat überführt.
Als Grab- und Gedenkstätte des Ersten Weltkriegs gehört das Beinhaus von Douaumont seit 2023 zum UNESCO-Welterbe in Frankreich.