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Axel von Löwen

Die große Bibliothek der Löwen'schen Sammlung gehört mit heute 1.669 Titeln (1.978 Einzelbände) zu den umfangreichsten Beständen der historischen Bibliothek …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Militär und Politik
  2. 2. Öffentliche Sammlung und Bibliothek
  3. 3. Auszeichnungen und Standeserhebungen

Militär und Politik

Axel von Löwen (* 1. November 1686 auf Gut Öbysholm in Frötuna; † 25. Juli 1772 in Stralsund) war ein schwedischer General der Infanterie und Generalgouverneur von Schwedisch-Vorpommern. Seit 1731 war er Freiherr, seit 1751 Graf. Sein Vater war der Landeshauptmann Otto Wilhelm Löwen.

Löwen wählte früh den Militärberuf. Mit 17 Jahren beorderte König Carl XII. ihn als Volontär zur Festungsverteidigung nach Elbing. 1707 diente er unter Friedrich von Hessen und General Erik Sparre; danach wurde er Generaladjutant des Prinzen von Oranien. 1712 beteiligte er sich an der Verteidigung Wismars gegen Dänemark. Bis 1737 stieg er zum General der Infanterie und zum Kommandeur aller finnischen Truppen auf. Seine militärischen Verdienste verschafften ihm die Freundschaft des Königs.

1723 heiratete er Sofia Carolina Piper (1707–1732), eine Tochter Carl Pipers. 1735 heiratete er Eva Horn af Ekebyholm (1716–1790), Tochter des Reichsrats und Kanzleipräsidenten Graf Arvid Bernhard Horn. Diese Verbindung förderte seine politische Karriere. Seit 1739 gehörte Löwen dem Reichsrat an. Er vermittelte zwischen den Parteien hattarna und mössorna, gewann dadurch aber auch Gegner.

1748 wurde er Generalgouverneur in Schwedisch-Vorpommern. Die Versetzung galt einerseits als Anerkennung seiner Verdienste, ermöglichte seinen Gegnern in Stockholm jedoch auch, ihn aus der dortigen Politik zu entfernen. Er hatte bereits 1747 Johann August Meyerfeldt als Generalgouverneur abgelöst und blieb bis zu seiner Suspendierung 1766 im Amt. 1755 erwarb er das Gut Groß Schoritz. Seine Stralsunder Residenz, das Löwensche Palais, wurde beim Bombenangriff auf Stralsund am 6. Oktober 1944 zerstört. Löwen wurde in der Kirche von Frötuna begraben.

Öffentliche Sammlung und Bibliothek

In Stralsund widmete sich Löwen Literatur, Kunst und Wissenschaft. Er baute eine systematisch wissenschaftliche Bibliothek sowie Sammlungen von Kunst, Militaria und Pretiosen auf. Zu den bedeutenden Geschenken seines Königs gehörten Kleinodien, eine kostbare Prachtbibel und ein großes Bildnis Carls XII., zu dem Löwen ein vertrautes Verhältnis pflegte.

Sein Nachlass und seine Bibliothek werden im Stadtarchiv Stralsund aufbewahrt. Erhaltene Quittungen zeigen Buchkäufe von mindestens 3.636,36 Reichstalern bei deutschen und mindestens 2.747,64 Reichstalern bei schwedischen Buchhändlern. Geschäftsbeziehungen unterhielt er unter anderem zu Johann Carl Dähnert in Greifswald, Carl Urban Hjärne und Graf Olof Törnflycht. Als herausragende Erwerbung gilt die in Paris hergestellte Handschrift des portugiesischen Mathematikers Francesco de Mello, die dessen König und Gönner Manuel I. gewidmet war.

1761 errichtete Löwen für seine Sammlung einen Fideikommiss zugunsten der Stadt Stralsund. Ein Fideikommiss bindet Vermögen dauerhaft an einen festgelegten Zweck; Löwen verlangte ausdrücklich, die Sammlung dem publico zum Dienst und damit öffentlich zugänglich zu machen. Zunächst befand sie sich im großen Rathaussaal, der heute Löwenscher Saal heißt. Bei der ersten Inventarisierung 1795 verzeichnete das Protocollum inventationis 1.399 Buchtitel, Karten- und Kupferstichkonvolute, 195 Gemälde und Graphiken, 24 Elfenbeinstatuen, Spielbretter, Pokale, Waffen wie 22 Gewehre und 6 Paar Pistolen, ein großes Festungsmodell, Artillerieinstrumente sowie Armaturen und mechanische Maschinen: insgesamt einige Tausend Einzelteile.

Von diesem Bestand ist nur ein Bruchteil erhalten. Schäden entstanden durch unsachgemäße Lagerung, Ausleihen, die Räumung des Saals 1819 für den Empfang des preußischen Königs und die Verbringung auf den Rathausboden 1849. 1859 erhielt der Museumsverein der Stadt die dezimierte Sammlung als Leihgabe. Die wertvollsten verbliebenen Stücke wurden im Zweiten Weltkrieg nach Boldevitz ausgelagert und gingen dort verloren. Seit 1989 werden Stücke mithilfe der Inventarlisten von 1795 identifiziert und im Kulturhistorischen Museum Stralsund wieder als Sammlung präsentiert.

Die Bibliothek umfasst heute 1.669 Titel in 1.978 Einzelbänden und zählt zu den umfangreichsten Beständen der historischen Bibliothek des Stadtarchivs Stralsund im Johanniskloster. 2012 erschienen einzelne Bände auf dem antiquarischen Buchmarkt; sie könnten auch aus Verlusten nach dem Zweiten Weltkrieg an den Auslagerungsorten stammen. Mit 963 Bänden war die Löwensche Bibliothek der am stärksten von solchen Verlusten betroffene Teilbestand der Archivbibliothek.

Auszeichnungen und Standeserhebungen

Löwen wurde am 14. Juni 1731 in den schwedischen Freiherrnstand erhoben. Am 20. Februar 1748 wurde er Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Es folgten 1748 zwei hohe Orden: Am 16. April wurde er Kommandeur des Schwertordens, am 17. April Ritter des Seraphinenordens. Am 21. November 1751 wurde er in den schwedischen Grafenstand erhoben.

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