Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Autotrophie

Auf der Grundlage der Biomassenproduktion autotropher Lebewesen ist die Heterotrophie entstanden, eine Ernährungsform, bei der organische Verbindungen zur …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee der Autotrophie
  2. 2. Formen und Energiequellen
  3. 3. Photoautotrophie und Photosynthese
  4. 4. Chemoautotrophie
  5. 5. Kohlenstoffassimilation

Grundidee der Autotrophie

Autotrophie ist die Fähigkeit von Lebewesen, ihre Baustoffe und organischen Reservestoffe ausschließlich aus anorganischen Stoffen aufzubauen. Für diesen Stoffaufbau wird Energie benötigt. Meist bezieht sich „autotroph“ auf die Kohlenstoffquelle: Kohlenstoff-autotrophe Organismen decken ihren gesamten Kohlenstoffbedarf aus anorganischen Quellen.

Autotrophe Lebewesen sind vor allem photosynthesebetreibende Primärproduzenten, insbesondere Pflanzen. Ihre Biomasse bildet eine Grundlage für Heterotrophie: Heterotrophe Organismen verwenden organische Verbindungen als Baustoffe. Tiere, Pilze sowie viele Bakterien und Archaeen leben heterotroph, entweder als Konsumenten oder als Destruenten.

Formen und Energiequellen

Nach der Energiequelle unterscheidet man zwei Formen:

  • Photoautotrophie: Licht liefert die Energie.
  • Chemoautotrophie: Chemische Stoffumsetzungen liefern die Energie.

Autotrophie kann sich außerdem auf andere Baustoffe als Kohlenstoff beziehen. Stickstoff fixierende Bakterien sind beispielsweise hinsichtlich ihrer Stickstoffquelle autotroph.

Photoautotrophie und Photosynthese

Photoautotrophie ist die Nutzung von Licht als Energiequelle bei der Autotrophie. Photoautotrophe Lebewesen sind fast alle Pflanzen und Algen sowie einige Bakterien, zum Beispiel Schwefelpurpurbakterien und Grüne Schwefelbakterien.

Mit Chlorophyll-haltigen Systemen wandeln sie Lichtenergie in chemische Energie in Form von ATP um. Diese Phototrophie liefert die Energie, um Bau- und Reservestoffe aus anorganischen Stoffen aufzubauen. Ein Beispiel ist der Schwimmfarn Salvinia minima: Lichtenergie, Wasser, anorganische Stoffe und Kohlendioxid aus der Luft genügen ihm als Nahrung.

Bei der oxygenen Photosynthese wird Wasserstoff aus Wasser für Reduktionen bei der Assimilation von Kohlenstoffdioxid gewonnen. Der dabei nicht benötigte Sauerstoff des Wassers wird als molekularer Sauerstoff (O₂) freigesetzt. Heterotrophe Lebewesen können diesen Sauerstoff zur Atmung nutzen.

Chemoautotrophie

Chemoautotrophie ist die Nutzung chemischer Energie, um CO₂ zum Aufbau von Biomasse zu verwenden. Sie kommt bei Bakterien und Archaeen vor. Dazu zählen unter anderem Schwefelbakterien, nitrifizierende Bakterien und einige Methanbildner.

Diese Organismen können die Reduktionsmittel für die CO₂-Fixierung aus anorganischen Stoffen gewinnen. Sie werden deshalb lithotroph genannt; in Verbindung mit Chemoautotrophie heißt dies chemolithoautotroph.

Kohlenstoffassimilation

Kohlenstoff-autotrophe Organismen verwenden in der Regel Kohlenstoffdioxid (CO₂) als anorganische Kohlenstoffquelle. Bei einigen Wasserpflanzen wurde zusätzlich die Aufnahme von Carbonat-Ionen nachgewiesen. Die anorganischen Kohlenstoffverbindungen werden reduziert, also chemisch mit Elektronen beziehungsweise Wasserstoff umgesetzt, und der Kohlenstoff wird in organische Verbindungen eingebaut.

Wichtige Wege der CO₂-Assimilation sind der Calvinzyklus, der Wood-Ljungdahl-Weg, der reverse Citratzyklus und die Carboxylierung von Pyruvat. Alle Pflanzen nutzen den Calvinzyklus; er ist zugleich der energieaufwändigste Weg. Einige Mikroorganismen besitzen andere Assimilationswege, etwa den reversen Citratzyklus.

Auch heterotrophe Organismen können geringe Teile ihres Kohlenstoffbedarfs durch CO₂-Assimilation decken, etwa bei der Carboxylierung von Pyruvat zu Beginn der Gluconeogenese oder als anaplerotische Reaktion zum Auffüllen des Citratzyklus. Sie gelten dennoch nicht als autotroph: Per Definition müssen autotrophe Organismen ihren Kohlenstoffbedarf ausschließlich aus anorganischen Quellen decken.

Weiterlesen

Ernährung 1 Ökologie/Biologie · 2 Nahrungstypen · 3 Tiere. 3.1 Spezialisierungstypen; 3.2 Art der Nahrungsaufnahme; 3.3 Art des Nahrungserwerbs · 4 Pflanzen · 5 … Biologie Auf dem Gebiet der Pharmazie werden Medikamente, wie beispielsweise Insulin oder zahlreiche Antibiotika, aus genetisch veränderten Mikroorganismen statt aus … Lebewesen Eigenschaften von Lebewesen (Übersicht) ; Aufnahme ; Pflanzen nehmen Lichtenergie auf und erzeugen durch Photosynthese Biomasse (Primärproduktion). Photosynthese Sie wird von Pflanzen, Algen und manchen Bakterien betrieben. Bei diesem biochemischen Vorgang wird Lichtenergie mit Hilfe von lichtabsorbierenden Farbstoffen … Licht Licht ist eine Form der elektromagnetischen Strahlung. Im engeren Sinne sind nur die für das menschliche Auge sichtbaren Anteile des elektromagnetischen … Chemie Zentrale Begriffe der Chemie sind chemische Reaktionen und chemische Bindungen. Durch chemische Reaktionen werden chemische Bindungen gebildet oder gespalten. Heterotrophie Hinsichtlich der Zellatmung sind heterotrophe Organismen auf den ebenfalls von anderen Lebewesen, den Pflanzen, gebildeten Sauerstoff angewiesen. Tiere, Pilze … Pilze Die Pilze (Fungi) sind ein Reich eukaryotischer Lebewesen. Sie sind wie die Pflanzen (Plantae), zu denen sie lange gerechnet wurden, sesshaft, können jedoch … Bakterien Bakterien bewegen sich meist frei im Flüssigmedium schwimmend durch Flagellen, auch als Geißeln bezeichnet, die anders als die Geißeln der Eukaryoten (z. B. Archaeen Darüber hinaus wurde die globale Einteilung innerhalb der Archaeen und Bakterien mittels phylogenetischer Analyse des 16S-rRNS-Gens reformiert. ... Biologie. Konsument (Ökologie) In dem Modell der Nahrungskette, gegliedert nach Trophieniveaus, folgen die Konsumenten den Produzenten. In einem Ökosystem wird die Produktion der … Destruent Als Destruent (auch Reduzent oder (Re-)Mineralisierer) wird in der Ökologie ein Organismus bezeichnet, der organische Substanzen abbaut und in anorganische …