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Ashvamedha
Ashvamedha (Sanskrit अश्वमेध, aśvamedha, „Pferdeopfer“) ist eines der bedeutendsten königlichen Opferrituale der vedischen Religion.
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Was ist das Ashvamedha?
Ashvamedha (Sanskrit aśvamedha, wörtlich „Pferdeopfer“) ist eines der bedeutendsten königlichen Opferrituale der vedischen Religion. In den älteren Veden, vor allem im Yajurveda, wurden viele Rituale und Opfer beschrieben, die den Göttern dargebracht wurden, um bestimmte Wünsche oder Versprechen zu erfüllen. Das Ashvamedha war ausschließlich dem König vorbehalten und eng mit dem Machtanspruch des Herrschers verbunden.
Ablauf des Rituals
Ein Pferd wurde an einem glückverheißenden Tag freigelassen. Das Heer hatte dem Tier zu folgen, wohin es auch lief, und gegen jeden zu kämpfen, der es wagte, das Pferd zu fangen und damit die Macht des Königs herauszufordern. So diente das Ritual auch als Demonstration königlicher Herrschaft: Viele Könige boten dem Opferherrn ihre Unterwerfung an, andere kämpften dagegen. Während das Pferd umherzog, wurde der Opferplatz vorbereitet: Er wurde mit einem golddurchwirkten Tuch bedeckt, und es wurden Paläste für die fürstlichen Gäste sowie eigene Häuser für deren Frauen errichtet. Brahmanen und Vaishyas wurden täglich gespeist, bis ihre Zahl hunderttausend erreichte. Nach der Rückkehr des Heeres mit dem Pferd wurde das Tier getötet und geopfert. Auch die Frauen des königlichen Hauses wohnten der Opferung bei. Das Herz des Tieres wurde vom Oberpriester ins Opferfeuer geworfen; der König und seine Brüder atmeten den Geruch ein, wodurch ihre Seelen gereinigt und sie von Sünden befreit werden sollten.
Beispiel: Das Ashvamedha des Yudhishthira
Im Mahabharata (Buch 14) wird ein Pferdeopfer beschrieben: Der Rishi Vyasa riet dem König Yudhishthira nach der Schlacht bei Kurukshetra, ein Rossopfer zu verrichten, um seine alte Kraft wiederzugewinnen. Das Opfer hatte hier also einen sühnenden Charakter. Das Heer stand unter Führung des Helden Arjuna und musste gegen viele Stämme kämpfen. Nach der Rückkehr des Pferdes wurde es getötet und geopfert, und das Einatmen des Geruchs des ins Feuer geworfenen Herzens sollte Yudhishthira und seine Brüder von ihren Sünden reinigen.
Spätere Geschichte
Das Ritual wurde hunderte Jahre später im Gupta-Reich unter König Samudragupta wiederbelebt; auch sein Enkel Kumaragupta I. vollzog es, wie Münzprägungen belegen. Danach geriet es erneut weitgehend in Vergessenheit. Im 12. Jahrhundert ist ein entsprechendes Ritual durch den Raja von Kannauj erwähnt. Das letzte Ashvamedha veranstaltete offenbar 1716 Raja Jai Singh II. von Amber. Im Jahr 1994 führten indische Nationalisten bzw. Traditionalisten erneut ein Pferdeopferritual durch, wobei jedoch nur die Pappmachéstatue eines Pferdes geopfert wurde.
Vergleich mit Babylonien
Die Archäologen William Foxwell Albright und P. E. Dumont stellten eine Parallele zwischen dem vedischen Pferdeopfer und einem babylonischen Stieropfer her, das von der Trommel lilissu begleitet wurde.