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Arbeitskreis für Agrargeschichte
Der Arbeitskreis für Agrargeschichte war ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die auf dem Gebiet der Agrargeschichte arbeiteten.
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Was war der Arbeitskreis für Agrargeschichte?
Der Arbeitskreis für Agrargeschichte war ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die auf dem Gebiet der Agrargeschichte arbeiteten. Agrargeschichte ist die Forschung, die untersucht, wie sich Landwirtschaft und das Leben auf dem Land im Laufe der Geschichte entwickelt haben. Der Arbeitskreis war also keine Schule oder Behörde, sondern ein Zusammenschluss von Forschenden zum Austausch über dieses Fachgebiet. Er bestand von 1994 bis 2012 und hatte im Jahr 2011 rund 150 Mitglieder. Sein Ziel war es, die deutsche agrarhistorische Forschung zu fördern, und zwar disziplinenübergreifend (also über die Grenzen einzelner Fachgebiete hinweg) und im internationalen Kontext. Letzter Vorsitzender war Stefan Brakensiek, der an der Universität Duisburg-Essen tätig ist.
Fachliche Ausrichtung und Zusammenarbeit mit anderen Fächern
Neben der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, die untersucht, wie Menschen lebten und wirtschafteten, traten im Arbeitskreis zunehmend auch kultur-, politik- und umweltgeschichtliche Zugänge in den Blick. Außerdem verstärkte sich die Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftszweigen: mit der Archäologie (Erforschung alter Überreste), der Geographie, der Soziologie (Wissenschaft von der Gesellschaft) und der Volkskunde (Erforschung von Alltagskultur und Traditionen).
Tagungen und Kolloquien
Der Arbeitskreis veranstaltete jährliche Sommertagungen, also regelmäßige Arbeitstreffen seiner Mitglieder. Darüber hinaus fanden größere Kolloquien statt; das sind wissenschaftliche Tagungen mit Vorträgen und Diskussionen zu einem bestimmten Thema. Die größeren Kolloquien befassten sich mit: Formen der Kommunikation in der ländlichen Gesellschaft (1997), dem Wandel von Dorf-Stadt-Beziehungen (1999), der Umweltgeschichte der Landwirtschaft (2004) und Bauern als Händlern (2006).
Newsletter, Homepage und Förderpreis
Zur Information der Mitglieder und Interessierten gab es mehrere Angebote. Unter der Redaktion von Johannes Bracht erschien zweimal jährlich der AKA-Newsletter, ein regelmäßiger Informationsbrief, der über die fachspezifischen Debatten, also die aktuellen Diskussionen im Fach, informierte. Bracht richtete 2002 zudem die Homepage des Arbeitskreises ein. Sie war als breites Wissenschaftsforum gedacht und berichtete auch über Forschungen und Publikationen der Mitglieder. Von 2008 bis 2012 verlieh der Arbeitskreis außerdem alle zwei Jahre den Förderpreis Agrargeschichte. Dieser Preis war mit 1000 Euro dotiert und wurde für die beste agrargeschichtliche Abschlussarbeit vergeben, zum Beispiel eine Bachelor-, Master- oder Magisterarbeit.
Kooperationen und Auflösung
Der Arbeitskreis arbeitete mit Partnerorganisationen im deutschsprachigen Ausland und im Ausland zusammen: mit der französischen Assocation d'Histoire des Sociétés Rurales, dem österreichischen Institut für Geschichte des ländlichen Raumes sowie der schweizerischen Gesellschaft für ländliche Geschichte. In Deutschland bestand eine Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Agrargeschichte (GfA). Zudem bestand ein enger Zusammenhang zwischen dem Arbeitskreis, der GfA und der Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie. Zum 31. Dezember 2012 löste sich der Arbeitskreis auf. Personen, die am fachlichen Austausch interessiert waren, wurde empfohlen, Mitglied in der Gesellschaft für Agrargeschichte zu werden. Diese Gesellschaft führt einige Aktivitäten des Arbeitskreises fort.