Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Arbeitskreis Säkularität und Humanismus in der SPD

Der Arbeitskreis Säkularität und Humanismus in der SPD (AKSH) ist eine seit 2022 anerkannte Interessensvereinigung innerhalb der Sozialdemokratischen Partei …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Was ist der AKSH
  2. 2. Geschichte bis 2010
  3. 3. Ablehnung durch die Parteispitze
  4. 4. Neue Anläufe und Anerkennung
  5. 5. Organisation

Was ist der AKSH

Der Arbeitskreis Säkularität und Humanismus in der SPD (AKSH) ist eine seit 2022 offiziell anerkannte Interessensvereinigung innerhalb der SPD. Er vertritt Mitglieder, die für die Trennung von Staat und Religion und einen religiös-weltanschaulich neutralen Staat eintreten. Er richtet sich an konfessionsfreie, humanistische, atheistische und agnostische Mitglieder, steht aber auch religiösen SPD-Mitgliedern offen. Sprecherinnen sind die Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge und die ehemalige Berliner Staatssekretärin Sabine Smentek. Laut einer statistischen Auswertung spricht der Kreis die Interessen von über 150.000 konfessionsfreien SPD-Mitgliedern an.

Geschichte bis 2010

Die Haltung der SPD zu Säkularismus und Laizismus wandelte sich mehrfach seit der Parteigründung. 2007 erschien ein Aufruf im SPD-Parteiportal; danach organisierten sich laut Eigenangaben über 400 Mitglieder im Netzwerk LaizistInnen in der SPD. Im Oktober 2010 beschloss ein bundesweites Treffen, die offizielle Anerkennung eines Arbeitskreises durch den Parteivorstand anzustreben. Zum Netzwerk gehörten u. a. Rolf Schwanitz (später Gründungsvorstand), Gerd Andres, Doris Barnett, Ingrid Matthäus-Maier und Carsten Schneider.

Ablehnung durch die Parteispitze

Während der Parteivorstand religiöse Arbeitskreise (Christinnen und Christen in der SPD, Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, Arbeitskreis muslimischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten) anerkannte und förderte, lehnten SPD-Chef Sigmar Gabriel und Generalsekretärin Andrea Nahles die Gründung ab; die Webseite des geplanten Arbeitskreises wurde abgeschaltet. Beobachter sahen dafür einen „pro-religiösen Konsens“ und „Rücksicht auf die Kirchen“. Auf kommunaler Ebene gab es jedoch Anerkennungen, etwa 2012 in Heidelberg und später in Freiburg, Berlin, Düsseldorf und Mettmann.

Neue Anläufe und Anerkennung

Das Netzwerk firmierte später als Säkulare Sozialdemokrat_innen. Im März 2019 verbot Generalsekretär Lars Klingbeil in einem Brief an Gerhard Lein den Mitgliedern unter anderem, sich öffentlich als „Sozialdemokraten“ zu bezeichnen. Ende 2019 veröffentlichten Herausgeber um Lale Akgün, frühere islampolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, die programmatische Schrift „säkular. sozial. demokratisch. Ein Plädoyer für die Trennung von Religion und Politik“ bei der Friedrich-Ebert-Stiftung. Klingbeils Nachfolger Kevin Kühnert unterstützte den Arbeitskreis über Jahre und ebnete den Weg zur Anerkennung: Der Bundesparteitag beschloss im Dezember 2021 die Einrichtung der Säkularen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, und Anfang April 2022 wurde der Kreis unter dem Namen AKSH offiziell anerkannt.

Organisation

Seit der Gründungsversammlung am 12. Oktober 2022 im Willy-Brandt-Haus sind Carmen Wegge und Sabine Smentek Sprecherinnen des Bundesvorstands. Zum Vorstand gehören (Stand September 2024) außerdem u. a. Lale Akgün, Gerhard Lein, Amardeo Sarma und Melanie Wegling. Die Geschäfte werden beim SPD-Parteivorstand geführt; mit den religiösen Arbeitskreisen der SPD findet regelmäßiger Austausch statt.

Weiterlesen