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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Anna Puzio

Philosophische Auseinandersetzung mit der Anthropologie des Transhumanismus legte sie die erste philosophische Studie zur Anthropologie des Transhumanismus vor.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Person und Arbeitsgebiet
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Weg
  3. 3. Verständnis von Mensch und Technik
  4. 4. Robotik, Religion und Umwelt
  5. 5. Ausgewählte Veröffentlichungen

Person und Arbeitsgebiet

Anna Puzio (* 11. Juni 1994 in Chorzów) ist deutsche Philosophin, römisch-katholische Theologin und Germanistin. Sie forscht vor allem zur Anthropologie, Technikanthropologie und Technikethik. Dabei fragt sie, was technische Entwicklungen für das Verständnis des Menschen, des Körpers und das Zusammenleben bedeuten. Ihre Arbeit ist für die Auseinandersetzung mit Robotik, Künstlicher Intelligenz und neuen Medizin- und Zukunftstechnologien bedeutsam.

Zurzeit arbeitet sie an der Universität Bern und ist seit 2022 Forscherin im niederländischen Forschungsprogramm Ethics of Socially Disruptive Technologies (ESDiT) an der University of Twente.

Ausbildung und beruflicher Weg

Puzio wuchs vor allem in Oldenburg (Oldenburg) auf. Sie studierte Theologie, Germanistik und Philosophie in Münster und München. An der Hochschule für Philosophie München promovierte sie am Lehrstuhl für Medienethik zur Anthropologie des Transhumanismus. Transhumanismus bezeichnet hier eine Denkweise, die technische Möglichkeiten zur Veränderung oder Verbesserung des Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Ihre Dissertation erschien unter dem Titel Über-Menschen. Philosophische Auseinandersetzung mit der Anthropologie des Transhumanismus. Die Promotion entstand im interdisziplinären, kooperativen Promotionskolleg Ethik, Kultur und Bildung für das 21. Jahrhundert der Hochschule für Philosophie München, der Katholischen Stiftungshochschule und der Katholischen Universität Eichstätt; sie erhielt dabei ein Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung.

Nach Stationen in Münster, München, Frankfurt am Main, Wien, Oxford, Cambridge und Berkeley (USA) lebt sie in Wien. ESDiT ist ein Programm der Universitäten Eindhoven University of Technology, Universiteit Leiden, University of Twente, Universiteit Utrecht, Wageningen University & Research, Technische Universiteit Delft sowie des University Medical Center Utrecht.

Verständnis von Mensch und Technik

Im Schwerpunkt Technikanthropologie untersucht Puzio, wie Technologisierung das Menschen- und Körperverständnis verändert. Sie vertritt ein dynamisches, offenes und inklusives Verständnis von Mensch und Körper: Es soll Veränderungen des Menschen und Diversität berücksichtigen. Dabei knüpft sie unter anderem an Kritischen Posthumanismus und Neuen Materialismus an.

Ihre Forschung verbindet Anthropologie und Ethik mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Sie befasst sich mit Technikideologien und deren Folgen für die Demokratie, außerdem mit Körperoptimierung, Enhancement und Medizinethik. Enhancement meint technische oder medizinische Maßnahmen zur Optimierung menschlicher Fähigkeiten. In der Medizinethik untersucht sie neue medizinische Technologien.

Im ESDiT-Programm erforscht sie Zukunftstechnologien wie Reproduktionstechnologien, Bio- und Gehirn-Technologien, Robotik, Bots und Avatare sowie Geo- und Climate-Engineering. Sie arbeitet interdisziplinär und international, beteiligt sich an wissenschaftlichen Netzwerken, Forschungsprojekten sowie politischen und ethischen Kommissionen und vermittelt Technikthemen auch über Medienbeiträge.

Robotik, Religion und Umwelt

Ein zentraler Bereich ist die Roboterethik. Puzio untersucht, wie Menschen mit Robotern interagieren und welche anthropologischen und ethischen Fragen sich aus Mensch-Roboter-Beziehungen ergeben. Dazu gehören auch Bots und Avatare.

Als christliche Theologin erforscht sie die Beziehungen zwischen Theologie beziehungsweise Religion und Technik. Themen sind religiöse Roboter, Grief Bots und Death Bots. Sie initiierte und gründete das interreligiöse, internationale Netzwerk für Theologie und KI mit und ist Gründerin sowie Herausgeberin der Buchreihe Religion and Artificial Intelligence beim Springer Verlag.

Außerdem verknüpft sie Technikethik mit Umweltethik. Sie argumentiert anthropozentrismuskritisch, hinterfragt also eine ausschließlich am Menschen ausgerichtete Sichtweise, und untersucht das Verhältnis zu nicht-menschlichen Entitäten wie Tieren und Maschinen.

Ausgewählte Veröffentlichungen

Die Monografie Über-Menschen. Philosophische Auseinandersetzung mit der Anthropologie des Transhumanismus erschien 2022 bei Transcript in Bielefeld (ISBN 978-3-8376-6305-1). Sie wird im Artikel als erste philosophische Studie zur Anthropologie des Transhumanismus bezeichnet.

Ebenfalls 2022 gab sie mit Eva-Maria Endres und Carolin Rutzmoser den Band Menschsein in einer technisierten Welt. Interdisziplinäre Perspektiven auf den Menschen im Zeichen der digitalen Transformation heraus. Weitere genannte Arbeiten behandeln unter anderem Personsein im Zusammenhang mit KI, einen neuen materialistischen Ansatz zur Technikanthropologie, einen öko-relationalen Ansatz der Roboterethik, die materielle Handlungsmacht eines Large Language Model sowie religiöse Funktionen von Robotern.

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