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Andreas Nehring

Andreas Nehring (* 1957 in Braunschweig) ist deutscher evangelischer Theologe. Inhaltsverzeichnis. 1 Leben; 2 Schriften (Auswahl); 3 Quellen …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Person und akademischer Werdegang
  2. 2. Forschung und Schriften

Person und akademischer Werdegang

Andreas Nehring (* 1957 in Braunschweig) ist ein deutscher evangelischer Theologe. Sein Fachgebiet ist die Religions- und Missionswissenschaft. Religionswissenschaft untersucht Religionen vergleichend und in ihren kulturellen, gesellschaftlichen und geschichtlichen Zusammenhängen; Missionswissenschaft befasst sich unter anderem mit christlicher Mission und ihren Wirkungen.

Von 1979 bis 1985 studierte Nehring Theologie mit den Schwerpunkten Religionswissenschaft und Religionsgeschichte in Neuendettelsau, Hamburg, Bangalore und Heidelberg. Im Januar 1985 legte er in Braunschweig das erste theologische Examen ab und absolvierte danach sein Vikariat. Von April 1986 bis Mai 1987 forschte er in Tokio; im Januar 1988 folgte das zweite theologische Examen.

Im Juli 1991 wurde er an der Universität Erlangen-Nürnberg im Fach Missions- und Religionswissenschaften promoviert. Von März 1993 bis April 1997 lehrte er als Dozent für Religionswissenschaft in Chennai. Anschließend war er von Oktober 1997 bis September 2005 Assistent an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau im Fach Religions- und Missionswissenschaft.

Nach seiner Habilitation im Juni 2001 – einer weiteren wissenschaftlichen Qualifikation für die Hochschullehre – vertrat Nehring von Oktober 2005 bis April 2006 einen Lehrstuhl an der Universität Hamburg. Seit April 2006 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Religions- und Missionswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Von Oktober 2013 bis September 2014 war er Fellow am FAU-Forschungskolleg „Schicksal, Freiheit und Prognose“. Außerdem lehrte er 2014 und 2017 als Gastprofessor in Salzburg. Von 2022 bis 2026 leitete er als Direktor das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschungskolleg „Alternative Rationalities and Esoteric Practices in Global Perspective“ am Center for Advanced Studies Erlangen.

Forschung und Schriften

Nehrings Schriften behandeln Religionen in globalen und interkulturellen Zusammenhängen. Wichtige Themen sind Buddhismus in Japan, die Darstellung tamilischer Gesellschaft und Religion durch Missionare, Religion und Macht, postkoloniale Theologien, Sakralität sowie religiöse und esoterische Praktiken. Postkoloniale Theologien fragen danach, wie koloniale Herrschaft und ihre Folgen religiöses Denken, Wissen und Machtverhältnisse prägen.

Seine Dissertation erschien 1992 unter dem Titel „Rissho-Kosei-kai. Eine neubuddhistische Religion in Japan“. Die Arbeit war zugleich seine Dissertation von 1991 in Erlangen. Mit „Orientalismus und Mission. Die Repräsentation der tamilischen Gesellschaft und Religion durch Leipziger Missionare 1840–1940“ veröffentlichte er 2003 seine Habilitationsschrift. Das Buch untersucht, wie Missionare die tamilische Gesellschaft und Religion im Zeitraum von 1840 bis 1940 darstellten.

Mehrere Werke gab Nehring gemeinsam mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern heraus. Dazu gehören Bände über ökologische theologische Antworten, Vorurteile und Fundamentalismus in Indien, religiöse Veränderungen und kulturelle Diskurse, Wissensproduktion zwischen Indien und Europa im 18. und 19. Jahrhundert sowie interreligiösen Vergleich in Religionswissenschaft und Theologie.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die dreibändigen „Postkoloniale Theologien“. Band 1 erschien 2013 mit Simon Tielesch, Band 2 2018 mit Simon Wiesgickl und Band 3 2026 mit Simon Wiesgickl und Katrin Winkler. Der dritte Band trägt den Untertitel „Ökologie und Klimagerechtigkeit“. 2014 gab Nehring außerdem gemeinsam mit Doris Feldmann Gayatri Spivaks „Kritik der postkolonialen Vernunft. Hin zu einer Geschichte der verrinnenden Gegenwart“ heraus und übersetzte es.

Weitere herausgegebene Bücher sind „Heilige und geheiligte Dinge. Formen und Funktionen“ (2017), „Interreligious Comparison in Religious Studies and Theology“ (2018) und „Sakralität und Macht“ (2018). Für 2026 sind „Esoteric Practices and Alternative Rationalities. A Global Perspective“ sowie der von Stefanie Burkhardt, Claudia Jahnel und Simon Wiesgickl herausgegebene Band „Religion-Macht-Kultur. Religionswissenschaftliche und Interkulturell Theologische Perspektiven“ verzeichnet.

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