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Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich
Die Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich. Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich, ist eine seit 2013 in Österreich staatlich …
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Staatlich anerkannte Vertretung
Die Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich, kurz ALEVI, ist seit 2013 eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft in Österreich. Bis 2015 lautete ihre Eigenbezeichnung Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich; damals wurde oft die Abkürzung IAGÖ verwendet. Sie beansprucht, die etwa 60.000 bis 80.000 Aleviten in Österreich zu vertreten.
Der Anerkennung als Religionsgemeinschaft ging 2010 die Anerkennung als eigenständige eingetragene religiöse Bekenntnisgesellschaft voraus. Eine Religionsgemeinschaft besitzt gegenüber einer Bekenntnisgesellschaft erweiterte Privilegien und Pflichten.
Anerkennung und Streit um das Verhältnis zum Islam
Der Islam ist in Österreich seit 1912 durch das Islamgesetz anerkannt. 1979 entstand die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) als Vertretung der österreichischen Muslime. Sie wurde wegen einer sunnitischen Dominanz kritisiert; unter anderem Schiiten und Aleviten fühlten sich nicht oder nicht ausreichend vertreten.
Am 23. März 2009 beantragte der Kulturverein der Aleviten in Wien beim Kultusamt die Anerkennung einer Islamischen Alevitischen Glaubensgemeinschaft als eingetragene Bekenntnisgemeinschaft. Das Kultusamt lehnte zunächst ab: Mit der IGGiÖ gebe es bereits eine gesetzlich anerkannte muslimische Vertretung, eine zweite islamische Glaubensgemeinschaft sei daher nicht zulässig. Der österreichische Verfassungsgerichtshof hob diese Begründung am 1. Dezember 2010 als verfassungswidrig auf. Am 16. Dezember 2010 erkannte das Kultusamt die Gemeinschaft an.
Dabei kam es zur Spaltung zwischen dem Kulturverein der Aleviten in Wien und der Föderation der Aleviten-Gemeinden in Österreich. Der Kulturverein betrachtete das Alevitentum als islamische Konfession und verwendete deshalb den Zusatz „Islamische“. Die Föderation grenzte sich dagegen vom Islam ab, verstand das Alevitentum als unabhängige Religion und stellte einen konkurrierenden Antrag unter dem Namen „Alevitische Glaubensgemeinschaft“.
Anerkennung als Religionsgemeinschaft
Für die staatliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft musste eine Mitgliederzahl von mindestens zwei Promille der österreichischen Bevölkerung nachgewiesen werden, damals etwa 17.000 Personen. Diese Voraussetzung war 2013 erfüllt. Die Anerkennung wurde am 22. Mai 2013 ausgesprochen. Im Jahr 2015 entfernte die Gemeinschaft das Wort „Islamisch“ aus ihrer Eigenbezeichnung.
Aufbau und Aufgaben
Die ALEVI besteht aus einem Bundesvorstand und einem zentralen Glaubensrat; Präsident ist Yüksel Bilgin. Außerdem gibt es neun Glaubensgemeinden, die jeweils für ein österreichisches Bundesland zuständig sind.
Zu ihren Zielen zählen die „lebendige Erhaltung des Alevitentums“ sowie die „Betreuung und Erziehung ihrer Mitglieder nach der islamisch alevitisch-bektaschitischen Glaubenslehre“.