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Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft

Die Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft e. V. (ASM) ist ein 1953 gegründeter gemeinnütziger Verein mit Sitz in Tübingen. Aufgabe der ASM ist laut …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Aufgabe
  2. 2. Ziele und Einordnung
  3. 3. Entwicklung des Vereins
  4. 4. Organisation und Auszeichnungen

Überblick und Aufgabe

Die Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft e. V. (ASM) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Tübingen, der 1953 gegründet wurde. Nach eigener Darstellung fördert sie die Soziale Marktwirtschaft und richtet sich dabei sowohl an die Wissenschaft als auch an eine interessierte Öffentlichkeit.

Die Soziale Marktwirtschaft ist hier der Bezugspunkt für wirtschafts- und gesellschaftspolitische Bildung. Die ASM will Zusammenhänge in diesen Bereichen verständlicher machen und setzt dabei besonders auf ökonomische Bildung, also Bildung über wirtschaftliche Abläufe und wirtschaftspolitische Fragen.

Ziele und Einordnung

Die ASM möchte laut eigenen Angaben zur Weiterbildung über wirtschafts- und gesellschaftspolitische Zusammenhänge beitragen. Sie arbeitet mit ordnungsökonomisch ausgerichteten Denkfabriken zusammen, darunter der Ludwig-Erhard-Stiftung, der Hanns Martin Schleyer-Stiftung, dem Walter Eucken Institut und NOUS – Netzwerk für Ordnungsökonomik und Sozialphilosophie. Ordnungsökonomik untersucht, welche Regeln und Institutionen für eine funktionierende Wirtschaft wichtig sind.

Der Sozialwissenschaftler Ralf Ptak bezeichnete die ASM unter Alexander Rüstow als wichtige Institution, um ordoliberale Ideen in die Politik und eine breitere Öffentlichkeit zu übertragen. Ordoliberalismus ist eine Richtung, nach der der Staat verlässliche Regeln für Wettbewerb und Markt schaffen soll. Elmar Altvater sah die ASM dagegen als Instrument zur Propagierung der Marktwirtschaft. Nach seiner Einschätzung erreichte sie wegen ihres elitär-intellektuellen Auftretens eher ein bürgerlich-akademisches Publikum als breite Massen. Dieter Plehwe und Bernhard Walpen ordnen die ASM als Denkfabrik mit direkter Beziehung zur Mont Pèlerin Society ein.

Entwicklung des Vereins

Gegründet wurde der Verein am 23. Januar 1953 in Heidelberg durch den Ökonomen Otto Lautenbach. Lautenbach hatte zuvor den Freiwirtschaftsbund geleitet, trennte sich aber nach dem Zweiten Weltkrieg von den Freiwirtschaftlern. Anders als der Sozialreformer Silvio Gesell betrachtete er nicht den Zins als Hauptproblem, sondern eine immer weiter zunehmende Staatstätigkeit, die seiner Auffassung nach in Kollektivismus und einen totalen Staat führen könne.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung verglich die Aufgabe der ASM 1953 mit einem Wachhund, der bei wirtschaftspolitisch bedenklichen Entwicklungen „laut zu bellen“ solle. Die ASM galt als „inoffizielles Sprachrohr“ der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung und unterstützte besonders in Wahlkampfzeiten die Politik Ludwig Erhards. Wichtige Plattformen waren Arbeitstagungen mit Denkern und Praktikern der Sozialen Marktwirtschaft, darunter Ludwig Erhard, Wilhelm Röpke, Alfred Müller-Armack, Franz Böhm, Günter Schmölders und Karl Schiller.

1961 wurde Wolfgang Frickhöffer Vorsitzender; Alexander Rüstow erhielt den Ehrenvorsitz. Im November 1991 wurde Joachim Starbatty Vorsitzender, und 1993 zog die Geschäftsstelle von Heidelberg nach Tübingen. Im November 2014 folgte Nils Goldschmidt auf Starbatty. Vor dem Hintergrund von Starbattys politischem Engagement für die AfD richtete sich die ASM inhaltlich und personell neu aus. 2018 gab Starbatty die ihm verliehene Alexander-Rüstow-Plakette zurück und trat aus dem Verein aus; damit wollte er seine Ablehnung gegenüber Angela Merkel ausdrücken, die im selben Jahr ausgezeichnet wurde.

Organisation und Auszeichnungen

Vorsitzender ist Nils Goldschmidt; Geschäftsführerin ist Ute Friederich. Zum Vorstand gehören außerdem Claus Dierksmeier, Rolf Hasse, Thomas Köster und Winfried Kreis. Der wissenschaftliche Beirat umfasst unter anderem Lars Feld, Otmar Issing, Jan-Otmar Hesse, Stefan Kolev, Martin Nettesheim, Jürgen Stark und Christian Waldhoff.

Seit 1964 vergibt die ASM die Alexander-Rüstow-Plakette an Persönlichkeiten, die sich um die Stärkung und Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft verdient gemacht haben. Beispiele für Ausgezeichnete sind Ludwig Erhard (1967), Alfred Müller-Armack (1976), Angela Merkel (2018), Jeffrey D. Sachs (2021) und Deirdre N. McCloskey (2024).

Seit 2016 verleiht die ASM außerdem die Alfred-Müller-Armack Verdienstmedaille zur Erinnerung an Alfred Müller-Armack. Ausgezeichnet wurden Franz Schoser (2016), Walter Oswalt und Rolf H. Hasse (2018), Ortwin Guhl und Karen Horn (2022) sowie Jürgen Stark (2023).

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