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Akademische Zeitangabe
Akademische Zeitangaben sind die Darstellung einer Uhrzeit, bei der Termine eine Viertelstunde später beginnen als angegeben. Diese sind besonders an …
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Grundidee der akademischen Zeitangabe
Akademische Zeitangaben regeln, dass Veranstaltungen später beginnen können als die angegebene Uhrzeit. Die übliche Verzögerung beträgt eine Viertelstunde und heißt „akademisches Viertel“ oder „akademische Viertelstunde“. Sie ist besonders an wissenschaftlichen Hochschulen verbreitet.
„cum tempore“ (c. t., lateinisch: „mit Zeit“) bedeutet: Der Termin beginnt 15 Minuten nach der angegebenen Zeit. „sine tempore“ (s. t., lateinisch: „ohne Zeit“) bedeutet dagegen: Die Veranstaltung beginnt genau zur angegebenen Uhrzeit. Hochschulen können die Zusätze weglassen, wenn ihre Praxis bekannt und einheitlich geregelt ist.
Ablauf und Verbreitung
Bei einer Angabe von zwei Zeitstunden, etwa „8 Uhr bis 10 Uhr c. t.“, beginnt eine normalerweise 90 Minuten dauernde Vorlesung um 8:15 Uhr und endet um 9:45 Uhr. Dadurch entstehen vor und nach der Veranstaltung jeweils 15 Minuten Pause. Bei einer nur einstündig angegebenen Veranstaltung wird nur die Viertelstunde am Anfang hinzugefügt: „8 Uhr bis 9 Uhr c. t.“ dauert effektiv von 8:15 Uhr bis 9:00 Uhr.
In Skandinavien ist das akademische Viertel üblich. In den meisten anderen Ländern beginnen Vorlesungen genau zum angekündigten Zeitpunkt. Auch in Österreich und der Schweiz war es früher üblich, heute beginnen die meisten Vorlesungen dort pünktlich. In Deutschland gibt es beide Regelungen; systematische Studien dazu, welche inzwischen häufiger ist, gibt es nicht.
Schreibweisen am Beispiel 9 Uhr
- 9 Uhr sine tempore, kurz 9 Uhr s. t. oder 9 h st: 9:00 Uhr.
- 9 Uhr cum tempore, kurz 9 Uhr c. t. oder 9 h ct: 9:15 Uhr.
- 9 Uhr magno cum tempore, kurz 9 Uhr m. c. t. oder 9 h mct: 9:30 Uhr.
- 9 Uhr maximo cum tempore, kurz 9 Uhr mm. c. t. oder 9 h mmct: 9:45 Uhr.
Die beiden letzten Formen sind heute selten. Die oft verwendeten Formen „magna cum tempore“ und „maxima cum tempore“ sind grammatikalisch falsch: Tempus ist ein Neutrum der konsonantischen Deklination; deshalb lautet der Ablativ von magnus beziehungsweise maximus „magno“ beziehungsweise „maximo“.
Entstehung der Regelung
Über viele Jahrhunderte unterrichteten Professoren in ihren über die Universitätsstadt verteilten Privaträumen. Die Zeit wurde durch Glockenschläge von Turmuhren, später durch den Stundenschlag von Wanduhren bestimmt. Nach dem Stundenschlag hatten Studierende Zeit, zu den Lehrveranstaltungen zu gehen.
Manche Veranstaltungen begannen außerdem mit einer Rekapitulation, also der Wiederholung des Stoffs der vorherigen Vorlesung. Wer diese Wiederholung nicht benötigte, konnte selbstständig eine Viertelstunde später erscheinen.