Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Additiver und divisiver Rhythmus

In der Musik bezeichnen divisiv und additiv verschiedene Arten von Rhythmus und Metrum, deren Gruppierung und Aufbau. Die Begriffe erscheinen erstmals in …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Teilung bei divisivem Rhythmus
  3. 3. Aufbau und Betonung bei additivem Rhythmus
  4. 4. Weitere Einordnung

Grundidee

In der Musik bezeichnen divisiver und additiver Rhythmus unterschiedliche Arten, Rhythmus und Metrum zu gruppieren und aufzubauen. Das Metrum ist die zugrunde liegende regelmäßige Ordnung von Schlägen, etwa im Vier-Viertel-Takt.

Beim divisiven Rhythmus wird eine vorgegebene rhythmische Dauer in kleinere oder auch größere Notenwerte unterteilt, ohne dass sich die Gesamtlänge oder das zugrunde liegende Metrum ändert. Beim additiven Rhythmus werden dagegen kleinere Gruppen unterschiedlicher Länge aneinandergereiht. Dadurch können Betonungen entstehen, die dem Metrum widersprechen.

Teilung bei divisivem Rhythmus

Ein divisiver Rhythmus halbiert, viertelt oder teilt einen gegebenen Rhythmus auf andere Weise in kleinere Gruppen. So können vier Viertel in acht Achtel geteilt werden. Die kleineren Gruppen bilden dabei kein neues Metrum: Ein Vier-Viertel-Takt bleibt ein Vier-Viertel-Takt, auch wenn eine Achtel durch eine Pause ersetzt wird.

Auch eine Vergrößerung kann gemeint sein: Aus vier Vierteln werden zwei Halbe. Dies wird wohl auch als multiplikativ bezeichnet. Ein Beispiel sind die doppelten Offbeats des Reggae, die durch die Teilung eines einfachen Offbeats entstehen.

Aufbau und Betonung bei additivem Rhythmus

Beim additiven Rhythmus werden innerhalb eines Metrums, zwischen Takten oder in Taktgruppen Gruppen verschiedener Länge nacheinander aufgebaut. Diese Gruppen können sich gegen die Akzente des zugrunde liegenden Metrums richten; deshalb wird additiver Rhythmus auch Akzentverschiebung genannt.

Ein Vier-Viertel-Takt kann als 3 + 3 + 2 Achtelgruppen gegliedert werden. Dadurch liegen Betonungen auf „zwei und“ und vier, während der Vier-Viertel-Takt normalerweise eins und drei betont. Ein Beispiel ist der Ragtime, besonders Maple Leaf Rag und Easy Winners. Auch ein 4/4-Takt kann durch das Aneinanderhängen eines 3/8-, eines 2/8- und eines 3/8-Taktes entstehen.

Weitere Einordnung

Eine additive Gruppierung ist nicht unbedingt asymmetrisch oder ungerade: Die Gruppierung 3 + 2 + 3 kann so aufgefasst werden. Additive Rhythmen finden sich in Folklore sowie bei Béla Bartók und Philip Glass in dessen minimalistischer Musik.

Werden Rhythmen verschiedener Gruppierungen und Längen gegeneinander verschoben, also phasenverschoben mit sehr langsamer Schwebung gespielt, entsteht Polymetrik; gegebenenfalls kann auch ein Kreuzrhythmus entstehen.

Lernvideos zu Additiver und divisiver Rhythmus

Weiterlesen