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Abitur in Berlin
Die Präsentationsprüfung umfasst drei Teile: die Präsentation (50 % der Note), das anschließende Prüfungsgespräch (25 % der Note) und seit dem Schuljahr …
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Grundstruktur des Berliner Abiturs
Das Abitur in Berlin wird durch den erfolgreichen Abschluss der gymnasialen Oberstufe und die anschließende Abiturprüfung erworben. Die Qualifikationsphase umfasst vier Halbjahre; ihre Leistungen bestimmen etwa zwei Drittel der Abiturendnote. Die Prüfung besteht aus vier Prüfungsfächern und einer fünften Prüfungskomponente.
Seit 2012 entsprechen Einführungs- und Qualifikationsphase am sechsjährigen Gymnasium, das in Berlin ab Klasse 7 beginnt, den Jahrgangsstufen 10 bis 12. An Integrierten Sekundarschulen (ISS), Gemeinschafts- und Beruflichen Schulen liegen sie in den Jahrgangsstufen 11 bis 13. Mit Ausnahme von Sport gehören alle Fächer zu einem von drei Aufgabenfeldern: I sprachlich-literarisch-künstlerisch, II gesellschaftswissenschaftlich und III mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch.
Oberstufe, Kurse und Zulassung
Die dreijährige Oberstufe besteht aus einer einjährigen Einführungsphase und einer zweijährigen Qualifikationsphase. In der Qualifikationsphase gibt es fünfstündige Leistungskurse (LK) sowie zwei- bis vierstündige Grundkurse (GK). Ein LK muss Deutsch, Mathematik, eine mindestens seit Jahrgangsstufe 9 durchgehend gelernte Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft sein; am Fachgymnasium ist das berufliche Richtungsfach zu wählen. Der zweite LK richtet sich nach dem Schulangebot.
Für die Gesamtqualifikation werden genau 32 Kurse eingebracht: 8 LKs und 24 GKs. Unter den vier Abiturprüfungsfächern müssen zwei der Fächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprache sein. Verpflichtend sind unter anderem vier Kurse Deutsch, vier Kurse einer durchgehend belegten Fremdsprache, vier Kurse Mathematik und vier Kurse einer Naturwissenschaft. Hinzu kommen Vorgaben für künstlerische Fächer, Gesellschaftswissenschaften und Geschichte. Sport-Praxis ist vier Kurse lang zu belegen, zählt aber grundsätzlich nicht mit; bei Sport als Prüfungsfach gelten zusätzliche Theorie- und Einbringvorgaben.
Zur Abiturprüfung wird nur zugelassen, wer die acht LKs und 24 GKs einbringt und die zulässigen Leistungsausfälle einhält. Ein Ausfall ist ein einzubringender Kurs mit 1 bis 4 Punkten. Höchstens vier Ausfälle in GKs und insgesamt zwei in LKs sind erlaubt. Kein einzubringender Kurs darf 0 Punkte haben. In mindestens 6 von 8 LKs und 20 von 24 GKs müssen mindestens 5 Punkte erreicht sein. Die Prüfungsfächer 1 bis 4 müssen durchgehend belegt und eingebracht werden; das Referenzfach der fünften Komponente muss ebenfalls durchgehend belegt werden.
Schriftliche Prüfungen und Nachprüfungen
Nach dem vierten Semester werden drei schriftliche Klausuren geschrieben: in beiden Leistungskursen sowie in einem Grundkurs als drittem Prüfungsfach. Sie finden von April bis Mitte Mai statt und dauern in der Regel 240 bis 300 Minuten. Die Aufgaben können Stoff aus allen vier Semestern behandeln. Es gibt einen vorher unbekannten Schwerpunkt, ergänzt durch mindestens einen zweiten Schwerpunkt aus einem anderen Semester.
Mindestens eines der drei schriftlichen Prüfungsfächer muss zentral geprüft werden. Seit 2006/2007 gilt die landesweite zentrale Prüfung für Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen, seit 2012/2013 auch für Geografie und Biologie sowie seit 2014/2015 für Geschichte, Chemie und Physik. Für dezentral geprüfte Fächer, etwa Musik, Bildende Kunst oder Politikwissenschaft, erstellt die Lehrkraft zwei Aufgabenvorschläge; die Senatsverwaltung wählt einen aus.
In allen drei schriftlichen Fächern kann eine mündliche Nachprüfung angesetzt werden, um ein Ergebnis zu verbessern oder in manchen Fällen das Bestehen zu ermöglichen. Schriftliche und mündliche Leistung werden im Verhältnis 3 zu 1 verrechnet; gerundet wird erst nach der Multiplikation mit dem Faktor 4. Es sind bis zu zwei zusätzliche mündliche Prüfungen möglich.
Mündliche Prüfung und fünfte Komponente
Die reguläre mündliche Prüfung erfolgt in einem weiteren Grundkursfach. Nach meist 20 bis 30 Minuten Vorbereitung dauert sie 20 Minuten. Sie umfasst zwei gleichwertige Teile: zehn Minuten für die Darstellung von Ergebnissen zu einer Aufgabe aus einem Semester und zehn Minuten für ein dialogisches Prüfungsgespräch zu einem anderen Semester. In Aufgabenfeld I und III stammt eine Aufgabe aus dem vierten Semester; das andere Semester kann der Kandidat wählen. In Aufgabenfeld II wählt der Kandidat das Semester für die erste, gegebenenfalls materialbasierte Aufgabe; die Lehrkraft bestimmt das ergänzende Semester. In Mathematik kann ein abweichendes Format mit direkter Präsentation der Ergebnisse gelten.
Die 2006/07 eingeführte fünfte Prüfungskomponente (5. PK) ist entweder eine Präsentationsprüfung oder eine Besondere Lernleistung (BLL). Beide verlangen einen fächerübergreifenden Aspekt und sind einzeln oder in Gruppen von bis zu vier Personen möglich. Bei der meistgewählten Präsentationsprüfung sind ein über vier Semester belegtes Referenzfach und ein mindestens zwei Semester belegtes Bezugsfach anzugeben. Die Präsentationsprüfung darf nicht in einem der ersten vier Prüfungsfächer stattfinden.
Eine BLL kann dagegen auch in einem bereits gewählten Prüfungsfach erstellt werden. Sie kann auf einer Arbeit, einer Wettbewerbsarbeit wie „Jugend forscht“ oder Bundesfremdsprachenwettbewerb oder einem zweisemestrigen Seminarkurs beruhen. Sie wird mit Kurzpräsentation und Prüfungsgespräch vorgestellt. Eine Präsentationsprüfung dauert für eine Person 30 Minuten und je weitere Person 10 Minuten länger. Die Präsentation zählt 50 %, das Gespräch 25 %; zusätzlich zählt seit 2012/13 eine etwa 5- bis 8-seitige schriftliche Ausarbeitung 25 %. Eine BLL dauert für eine Person 20 Minuten und je weitere Person 5 Minuten länger.
Punkte, Bestehen und Durchschnittsnote
Die Gesamtqualifikation setzt sich aus zwei Blöcken zusammen. Im Kursblock werden acht LKs doppelt und 24 GKs einfach gewertet. Von maximal 600 Punkten sind mindestens 200 erforderlich, darunter mindestens 80 LK-Punkte und 120 GK-Punkte. Im Prüfungsblock werden die fünf Prüfungen einschließlich der fünften Komponente vierfach gewertet. Hier sind mindestens 100 von 300 möglichen Punkten nötig.
Die Mindestwerte folgen aus jeweils 5 Punkten („ausreichend“): 8 LKs · 5 P. · 2 = 80, 24 GKs · 5 P. = 120 und 5 Prüfungen · 5 P. · 4 = 100.
Die Durchschnittsnote N wird nach der Formel N = 17/3 − Gesamtpunktzahl/180 ermittelt. Ein Ergebnis unter 1,0 wird als 1,0 bewertet. Die Note wird mit einer Stelle nach dem Komma angegeben und nicht gerundet. Die Tabelle reicht von 1,0 bei 900–823 Punkten bis 4,0 bei 300 Punkten.
Abitur für Nichtschüler
Auch Nichtschüler können in Berlin das Abitur über eine externe Nichtschüler- oder Fremdenprüfung ablegen. Die Vorbereitung kann autodidaktisch oder bei externen Anbietern erfolgen, etwa an der Schule für Erwachsenenbildung oder am Lichtenberg-Kolleg. Weil keine Unterrichtsvornoten einfließen, sind mehr Prüfungen als beim regulären Abitur abzulegen: vier schriftliche und vier mündliche Prüfungen in insgesamt acht Fächern.