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Unsichtbarer Schnitt
Hierzu müssen einige Regeln befolgt werden, etwa ein fließender, stufenweiser Übergang von Einstellungsgrößen, der Beginn einer Szene mit einem …
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Grundidee
Der unsichtbare Schnitt, auch „découpage classique“ oder „continuity editing“, ist die vorherrschende Montageform im Classical Hollywood. Er wird auch „classical narration“ genannt. Ziel dieser Montageform ist es, die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die Handlung zu lenken und von den filmischen Mitteln abzulenken.
„Unsichtbar“ bedeutet dabei meist nicht, dass kein Schnitt erkennbar wäre. Gemeint ist, dass der Schnitt vom Zuschauer möglichst nicht bewusst wahrgenommen wird. Dadurch soll der Eindruck entstehen, dass das Geschehen ohne Unterbrechung weiterfließt.
Regeln der Montage
Für den unsichtbaren Schnitt gelten mehrere Regeln. Einstellungsgrößen sollen fließend und stufenweise ineinander übergehen. Eine Szene beginnt häufig mit einem „establishing shot“, also einer Totalen, die Ort und Situation übersichtlich zeigt.
Dialogszenen werden oft im Schuss-Gegenschuss-Verfahren gestaltet: Die Kamera zeigt abwechselnd die sprechenden Figuren. Wichtig ist außerdem die Wahrung der Achsenverhältnisse. Das bedeutet, dass die Kamera nicht plötzlich auf die andere Seite der Handlungsachse springt; ein solcher Wechsel wäre ein Achsensprung und könnte die räumliche Orientierung stören.
Auch elliptisches Erzählen gehört dazu. Dabei wird Redundantes, also für das Verständnis nicht Nötiges, ausgelassen. Die Handlung bleibt verständlich, wirkt aber verdichtet und flüssig.
Hitchcocks Sonderfall
Wörtlich unsichtbar ist der Schnitt im Film „Cocktail für eine Leiche“ von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1948. Der Film bedient sich ausschließlich versteckter Schnitte. Er basiert auf einem Theaterstück, einem geschlossenen Drama, in dem Ort, Zeit und Handlung einheitlich sind. Hitchcock übertrug diese Geschlossenheit in seinen Film.
Damals wurde auf Filmrollen gedreht, deren Länge auf etwa zehn Minuten Drehzeit begrenzt war. Hitchcock musste also zwischen den Rollen schneiden, gestaltete die Übergänge aber so, dass die Illusion entstand, der Film sei in einer einzigen Einstellung aufgenommen. Dafür kaschierte er Schnitte unter anderem mit starken Close-ups auf einheitlich gefärbte Gegenstände, zum Beispiel auf das schwarze Gewebe eines Jackenrückens: Eine Rolle endete mit diesem Bild, die nächste begann mit genau demselben Bild.