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11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center
11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2002 der Brüder Jules und Gédéon Naudet über den Terroranschlag …
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Film und Ausgangspunkt
„11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center“ (Originaltitel: „9/11“) ist ein 112 Minuten langer Dokumentarfilm aus den USA und Frankreich von 2002. Regie und Kamera übernahmen die Brüder Jules und Gédéon Naudet zusammen mit James Hanlon. Der englischsprachige Film ist ab FSK 12 freigegeben.
Die französischen Filmemacher hatten zunächst ein Porträt über die Ausbildung eines Feuerwehrmanns in New York City geplant. Als sie am 11. September 2001 die Feuerwehr von New York (FDNY) begleiteten, wurden sie jedoch Zeugen der Rettungseinsätze nach den Anschlägen auf das World Trade Center. Der Film verbindet daher die Geschichte des Feuerwehrrekruten Antonios „Tony“ Benetatos mit unmittelbar gefilmten Ereignissen, Einsätzen und Folgen der Katastrophe.
Einschläge und Rettungseinsatz
Zu Beginn zeigt der Film Ausbildungsschritte von Feuerwehrleuten und stellt Rekrut Tony Benetatos vor. Jules Naudet begleitet dann einen Löschzug der Wache in der Duane Street zu einem gemeldeten Gasalarm. Während des Routineeinsatzes hört er ein Flugzeug, richtet die Kamera auf das World Trade Center und filmt, wie American-Airlines-Flug 11 in die Nordfassade des Nordturms einschlägt. Die separat an Fernsehsender verkaufte Aufnahme wurde auf zwölf Sekunden gekürzt; mit dem Honorar finanzierten die Brüder die umfangreichere Dokumentation.
Anschließend dokumentiert Jules Naudet die Reaktion der Einheit unter Einsatzleiter Joseph W. Pfeifer: Meldungen an die Leitstelle, die Anfahrt, die Ankunft in der Lobby des Nordturms und den unvollkommenen Aufbau einer Kommandozentrale. Probleme mit Aufzügen und Funkverkehr erschweren den Einsatz. Immer mehr Einheiten treffen ein; erste Löschtrupps steigen im Gebäude nach oben. Viele dieser Feuerwehrleute überleben den Tag nicht.
Gédéon Naudet befindet sich beim ersten Einschlag auf der Feuerwache und geht mit Kamera zu Fuß zur Einsatzstelle. Dabei filmt er zufällig den Einschlag von United-Airlines-Flug 175 in den Südturm. Zertrümmerte Gegenstände fallen auf die Straße. Die Bilder aus der Lobby zeigen außerdem, dass die Einsatzkräfte zunächst nicht verstehen, welche Bedeutung die neben ihnen herabfallenden Trümmer haben.
Einstürze und Folgen
Jules Naudets Kamera hält die Reaktion auf den Einsturz des benachbarten Südturms fest: Auf den ohrenbetäubenden Lärm folgen Dunkelheit und große Mengen weißlichen Feinstaubs. Im Gebäude versuchen Feuerwehrleute, den leblosen Körper des Feuerwehrpfarrers und Kaplans Mychal Judge zu bergen. Wegen schlechter Sicht, Orientierungslosigkeit sowie weiter herabfallender Menschen und Trümmer ist das Verlassen des Komplexes schwierig. Die Gruppe gelangt schließlich hinaus; kurz darauf stürzt auch dieses Gebäude ein, und Jules Naudet wird erneut von Dunkelheit und Staub umgeben.
Auf der Wache trifft die Einheit nach und nach wieder zusammen. Die Feuerwehrleute umarmen sich und weinen; alle Mitglieder dieser Einheit haben überlebt. Tony Benetatos bleibt zunächst vermisst, kehrt aber sechs Stunden später zurück. Er hatte nach dem Einsturz des ersten Turms zusammen mit einem pensionierten Feuerwehroffizier eine Brandstelle unterstützt.
In der Zeit danach begleiten die Naudet-Brüder die Suche am Ground Zero. Zunächst suchen Feuerwehrleute nach Überlebenden, doch zunehmend werden nur noch Tote geborgen, darunter 343 Feuerwehrleute.
Ort, Besonderheit und Veröffentlichung
Die im Film gezeigte Wache 100 Duane Street gehört in Manhattan zum Battalion 1, zur Drehleiter 1 und zum Löschfahrzeug 7. Sie liegt in der Duane Street zwischen Church Street und Broadway und wurde 1904 bis 1905 nach Plänen von Trowbridge & Livingston erbaut.
Die Aufnahme von American-Airlines-Flug 11 galt zunächst als einzige Aufnahme des ersten Einschlags. Zum zweiten Jahrestag zeigte ABC ein Amateurvideo von Pavel Hlava, das den Einschlag beziehungsweise eine Rauchwolke aus großer Entfernung an der Einfahrt des Brooklyn-Battery Tunnel festhielt. Eine dritte Aufnahme besteht aus einer Folge einzelner Bilder eines Videostreams, den Wolfgang Staehle für eine Kunstinstallation eingerichtet hatte.
Bei der US-Erstausstrahlung am 11. März 2002 sahen den Film geschätzt 40 bis 50 Millionen Menschen, etwa ein Drittel aller Fernsehzuschauer der USA. Die US-Fernsehfassung mit Robert De Niro als Kommentator ist ungefähr 30 Minuten länger als die in Deutschland veröffentlichte DVD-Version. Die Videofassung enthält zusätzliches Material und Interviews mit Feuerwehrleuten, Rettungsmannschaften und den Naudet-Brüdern. Die deutsche Fernseherstausstrahlung war am 11. September 2002 im Ersten.
2002 war die Dokumentation fünfmal für einen Emmy nominiert und gewann zwei Preise. Außerdem erhielt sie beim Deutschen Fernsehpreis 2002 den Preis für das Beste internationale Programm sowie bei den Satellite Awards den Special Humanitarian DVD Award. Drei spätere Filme der Brüder Naudet zum 5., 10. und 15. Jahrestag verfolgen Rettungskräfte weiter; viele sind pensioniert, zahlreiche leiden an gesundheitlichen Einschränkungen, und manche sterben im Verlauf der Filmreihe daran.