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Was heißt Bioethik?
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 48 Zeilen
- Massentierhaltung, Sterbehilfe, Klonen, Gentechnik. All das sind schwierige Themen, die in
- Politik und Gesellschaft heiß diskutiert werden. Sie gehören alle zu einem bestimmten Problemkreis der Philosophie,
- der Bioethik. Grundsätzlich widmet sich die Bioethik dem Schutz des Lebens in Natur und Gesellschaft. Oft müssen dabei
- verschiedene Interessen abgewogen werden. Die Bioethik wird unterteilt in Medizinethik, Genethik und Naturethik.
- Die Naturethik stellt die Frage, wie die Natur als Ganzes geschützt werden kann und welche Rolle dabei der Mensch
- spielt. Sie besteht aus Pflanzen und Tierethik. Die Tierethik sagt: Tiere sind empfindungsfähige Lebewesen.
- Menschen sind deshalb verpflichtet, Tiere vor Schmerzen zu bewahren. Manche Philosophinnen und Philosophen meinen
- sogar, dass Tiere eine eigene Würde haben und damit ein Anrecht auf Achtung ihrer Interessen und Bedürfnisse, z.B.
- gutes Futter. Der Alltag sieht aber oft anders aus. In der industrialisierten Fleischproduktion sind die Bedingungen
- für Tiere oft qualvoll, ob in der Aufzucht, dem Transport oder der Schlachtung. Aber kaum einer möchte auf
- seinen saftigen Burger verzichten. Was wiegt hier schwerer? Die Lust auf Fleisch oder das Wohl der Tiere?
- Die Pflanzenethik stellt die Frage: Haben auch Pflanzen eine eigene Würde und damit ein Anrecht auf eigene
- Wertschätzung? Diese Frage stellt sich z.B. Im Rahmen des Patentrechtes. Große Saatgutunternehmen lassen sich
- bestimmte Pflanzensorten patentieren. Landwirte dürfen diese dann nur gegen Gebühr anbauen.
- Dürfen Großunternehmen die Rechte an Pflanzen besitzen, um einen höheren Gewinn zu erzielen?
- [Musik] Die Medizinethik gilt für alle Fragen im Gesundheitswesen. Die zwei grundlegenden
- Werte sind der Schutz des Lebens und das Selbstbestimmungsrecht des Patienten. Rund um die moderne Medizin mit ihren
- technischen Möglichkeiten sind gleich eine ganze Reihe von ethischen Problemen entstanden. Ein Beispiel ist die
- Sterbehilfe. Ein Mensch möchte sterben, z.B. weil er eine unheilbare und schmerzhafte Krankheit wie Krebs hat. In
- Deutschland ist in so einem Fall nur die passive Sterbehilfe erlaubt. Dabei wird auf den Einsatz lebenserhaltender
- Maßnahmen verzichtet. In den Niederlanden und Luxemburg ist bei unheilbar kranken Menschen auch die
- aktive Sterbehilfe erlaubt. Dabei wird unter ärztlicher Aufsicht ein tödliches Medikament verabreicht. Wenn ein Mensch
- sterben möchte, wiegt dann das Selbstbestimmungsrecht des Patienten mehr oder das ärztliche Gebotleben zu
- erhalten. Ein weiteres Beispiel ist die Transplantationsmedizin.
- Ein Mensch ist durch Leber oder Nierenversagen auf ein Spenderorgan angewiesen. Er hofft, dass ihm eine
- gesunde Leber hilft weiterzuleben oder eine Spenderniere neue Lebensqualität ohne Dialyse ermöglicht. Leider gibt es
- immer weniger Spendergane als gebraucht werden. Wer soll diese Organe bekommen? Die Organe werden über eine europaweite
- Warteliste vergeben. Ist es moralisch vertretbar, dass ein alter Mensch unter Umständen das lebensrettende Organ
- bekommt und ein Kind nicht? Unser letztes Problemfeld ist die Genethik, wo es natürlich vor allem um
- Genetik geht, also der gezielten Veränderung von Erbgut. Im Mittelpunkt steht die Frage, unter welchen Umständen
- die Wissenschaft in das Erbgut von Menschen, Tieren und Pflanzen eingreifen darf. Pflanzen werden z.B. genetisch
- manipuliert, um sie gegen Krankheiten zu immunisieren und die Erträge zu steigern.
- Das Erbgut von Tieren wird manipuliert, um die Produktion von Milch, Eiern oder Fleisch zu erhöhen. Aber auch die
- Humangenetik weckt Hoffnungen, z.B. darauf, Erbkrankheiten zu behandeln oder zu verhindern.
- Die Befürworter argumentieren: Genmanipulationen sind normal in der Natur. Die gesamte Evolution beruht auf
- der Mutation von Erbguten. Deshalb ist es kein Problem gezielt, Genmanipulation zu betreiben, um z.B. Erbkrankheiten zu
- verhindern. Die Gegner argumentieren: Die Wissenschaft hat nicht das Recht,
- künstlich Leben herzustellen oder vielleicht irgendwann sogar Menschen zu klonen.
- Darf die Wissenschaft das Erbgut von Menschen manipulieren, um sie vor Krankheiten zu schützen?
- Die Beispiele zeigen, welche unterschiedlichen Problemfelder in der Bioethik eine Rolle spielen und wie
- schwierig dabei oft die ethischen Abwegungen in der Gesellschaft sind. Deshalb gibt es sogenannte
- Ethikkkommissionen. In den Kommissionen treffen sich Mediziner, Naturwissenschaftler,
- Philosophen, Theologen und Juristen und denken über diese Fragen nach. Dann geben sie den Politikern Empfehlungen,
- wie diese Themen gesetzlich geregelt werden könnten. Da diese Fragen aber auch unser
- allerleben beeinflussen, ist es wichtig, dass sich jeder dazu Gedanken macht. Es geht schließlich darum, in was für eine
- Gesellschaft wir zusammenleben möchten. Wie wollen wir mit der Natur umgehen, damit sie auch für künftige Generationen
- noch lebenswert ist? Gestehen wir auch Tieren und Pflanzen einen besonderen Schutz zu? Vielleicht sogar unbelebten
- Dingen wie Flüssen, sehen oder Gletschern? Was ist hier ethisch vertretbar und was nicht?
Zum Nachlesen
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