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Bedarfsermittlung einfach erklärt | Bedarfsarten Primär- Sekundärbedarf, Bruttobedarf & Nettobedarf

Berufskolleg Hückeswagen5:13 41.685 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 36 Zeilen
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  1. Stellt euch vor, wir stellen als Unternehmen Tische her. Jeder Tisch besteht vereinfacht aus einer Tischplatte und vier Tischbeinen. Sowohl
  2. Tischplatten als auch Tischbeine beschaffen wir von einem externen Lieferanten. Okay, nun kommt ein Auftrag von einem Kunden, z.B. überh Stück. Um
  3. diesen Auftrag zu erfüllen, brauchen wir also 10 Tische. Jetzt kommen schon die ersten Fachbegriffe. Der Bedarf an verkaufsfähigen Produkten, in diesem
  4. Fall diese zehn Tische, wird als Primärbedarf bezeichnet. Der aus dem Primärbedarf, z.B. anhand von Stücklisten, abgeleitete Bedarf an
  5. Rohstoffen und Vorprodukten, also Hauptbestandteilen des Produkts, wird als Sekundärbedarf bezeichnet. In diesem Fall Zeh Tischplatten und 40 Tischbeine.
  6. Darüber hinaus werden noch Hilfs und Betriebstoffe, z.B. Schrauben, Lacke und Klebstoffe benötigt. Der Bedarf an Hilfs- und Betriebsstoffen wird als der
  7. Zierbedarf bezeichnet. Da dieser in der Regel nicht für jede Schraube genau ermittelt wird, sondern eher verbrauchsorientiert, also anhand des
  8. Verbrauchs in der Vergangenheit ermittelt wird, wollen wir den Terzieherbedarf zunächst einmal außer Acht lassen. Also kümmern wir uns in
  9. erster Linie um den primär und den Sekundärbedarf. Okay, zwar wissen wir, dass wir für den Kundenauftrag zehn Tische benötigen, aber wir wissen nicht,
  10. wie viel wir genau produzieren bzw. beschaffen müssen. Um das nur kurz anzudeuten, stellt euch vor, dass ihr von diesen zehn Tischen bereits sechs
  11. auf Lager habt. Dann erscheint es doch logisch, dass wir nicht die kompletten zehnt Tische produzieren müssen, sondern nur die vier, die wir nicht vorrätig
  12. haben. Also, um die Frage zu beantworten, wie viel wir vom Primär und Sekundärbedarf auch tatsächlich produzieren bzw. beschaffen müssen,
  13. kümmern sich die nächsten drei Begriffe. Fangen wir mit dem Primärbedarf an. Zehn Tische sind vom Kunden bestellt worden. Nun wissen wir aus der Vergangenheit,
  14. dass ein Teil der produzierten Tische Qualitätskontrolle nicht besteht und entsprechend nicht ausgeliefert werden kann oder aufgrund von Transportschäden
  15. einige Tische Mängel aufweisen und somit ersetzt werden müssen. Um dennoch die korrekte Menge in einem einwandfreien Zustand an den Kunden auszuliefern,
  16. planen wir von daher z.B. 10 % mehr ein. Dieses mehr wird als Zusatzbedarf bezeichnet. Damit haben wir den nächsten Fachbegriff und zwar brutto Primärbedarf
  17. und der setzt sich zusammen aus dem Primärbedarf und dem Zusatzbedarf. Wenn wir nun kein Lager hätten und sonst nichts berücksichtigen müssten, wäre das
  18. auch gleichzeitig der Nettobedarf. Wir würden also elf Tische produzieren und damit wäre die Sache im Prinzip auch abgeschlossen. Die Realität ist jedoch
  19. etwas komplexer, deshalb erweitern wir unser Beispiel um folgende Angaben. Im Lager für fertige Erzeugnisse sind noch sechs Tische
  20. vorrätig, wobei zwei davon für absolute Notfälle als eiserne Reserve nicht verplant werden darf. Das ist der sogenannte Sicherheitsbestand. Darüber
  21. hinaus wissen wir, dass zwei weitere Tische noch für andere Aufträge reserviert sind. Auf der anderen Seite sind noch drei Tische in der Produktion,
  22. die noch verplant werden können. Nun stellt sich die Frage, über welchen Bestand können wir denn wirklich für unseren Auftrag verfügen? Okay, wir
  23. zählen zusammen. Sechs Tische ist der aktuelle Bestand. 2 Tische Sicherheitsbestand. Diese dürfen wir ja nicht verplanen. -2 Reservierung, sie
  24. sind ja für andere Aufträge reserviert. Können wir also auch nicht verplanen. Auf der anderen Seite kommen noch drei dazu aus den bereits bestehenden
  25. Fertigungsaufträgen. Wenn wir das ausrechnen, bleiben fünf Tische, die wir für uns einplanen können. Der Fachbegriff dafür lautet disponieren.
  26. Deshalb wird dieser Bestand auch als disponierbarer Lagerbestand bezeichnet. Nun wissen wir, dass wir von den elf Tischen Bruttobedarf nur noch sechs
  27. Tische auch tatsächlich fertigen müssen, da fünf Tische auf Lager liegen, über die wir tatsächlich auch verfügen können. Diese sechs Tische werden als
  28. Nettobedarf bezeichnet. Allerdings wissen wir immer noch nicht, wie viele Tischplatten und wie viele Tischbeine wir dafür bestellen müssen.
  29. Die Berechnung ist leider nicht so, dass wir einfach 4 x 6 nehmen und diese 24 auch bestellen, da es bei den Tischbeinen natürlich auch Lagerbestände
  30. geben kann. Dann müssen wir also auch beim Sekundärbedarf den Nettobedarf ermitteln. Das funktioniert genauso wie auch beim Primärbedarf. Deshalb werde
  31. ich nun beispielhaft für die Tischbeine Zahlen vorgeben und euch gerne bitten, zunächst einmal selbst den Nettosekundärbedarf an Tischbeinen zu
  32. ermitteln. Okay, schauen wir uns das Ganze gemeinsam an. Sechs Tische sind noch zu fertigen. Für jeden Tisch brauchen wir vier Tischbeine, also
  33. insgesamt 24. Das ist unser Sekundärbedarf. Bruttosekundärbedarf 27- disponibierbarer Lagerbestand 9. Also beträgt der
  34. Nettosekundärbedarf 18 Tischbeine und diese 18 Tischbeine sind dann auch tatsächlich zu beschaffen. Okay, ich hoffe es ist etwas Ordnung in die ganzen
  35. Bedarfsarten reingekommen. Eine zusammenfassende Checkliste und noch eine zusätzliche Übungsaufgabe mit Lösung findet ihr in der
  36. Videobeschreibung. Ich wünsche euch noch viel Spaß beim Lernen und bis dann.

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