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Bedarfsermittlung einfach erklärt | Bedarfsarten Primär- Sekundärbedarf, Bruttobedarf & Nettobedarf
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 36 Zeilen
- Stellt euch vor, wir stellen als Unternehmen Tische her. Jeder Tisch besteht vereinfacht aus einer Tischplatte und vier Tischbeinen. Sowohl
- Tischplatten als auch Tischbeine beschaffen wir von einem externen Lieferanten. Okay, nun kommt ein Auftrag von einem Kunden, z.B. überh Stück. Um
- diesen Auftrag zu erfüllen, brauchen wir also 10 Tische. Jetzt kommen schon die ersten Fachbegriffe. Der Bedarf an verkaufsfähigen Produkten, in diesem
- Fall diese zehn Tische, wird als Primärbedarf bezeichnet. Der aus dem Primärbedarf, z.B. anhand von Stücklisten, abgeleitete Bedarf an
- Rohstoffen und Vorprodukten, also Hauptbestandteilen des Produkts, wird als Sekundärbedarf bezeichnet. In diesem Fall Zeh Tischplatten und 40 Tischbeine.
- Darüber hinaus werden noch Hilfs und Betriebstoffe, z.B. Schrauben, Lacke und Klebstoffe benötigt. Der Bedarf an Hilfs- und Betriebsstoffen wird als der
- Zierbedarf bezeichnet. Da dieser in der Regel nicht für jede Schraube genau ermittelt wird, sondern eher verbrauchsorientiert, also anhand des
- Verbrauchs in der Vergangenheit ermittelt wird, wollen wir den Terzieherbedarf zunächst einmal außer Acht lassen. Also kümmern wir uns in
- erster Linie um den primär und den Sekundärbedarf. Okay, zwar wissen wir, dass wir für den Kundenauftrag zehn Tische benötigen, aber wir wissen nicht,
- wie viel wir genau produzieren bzw. beschaffen müssen. Um das nur kurz anzudeuten, stellt euch vor, dass ihr von diesen zehn Tischen bereits sechs
- auf Lager habt. Dann erscheint es doch logisch, dass wir nicht die kompletten zehnt Tische produzieren müssen, sondern nur die vier, die wir nicht vorrätig
- haben. Also, um die Frage zu beantworten, wie viel wir vom Primär und Sekundärbedarf auch tatsächlich produzieren bzw. beschaffen müssen,
- kümmern sich die nächsten drei Begriffe. Fangen wir mit dem Primärbedarf an. Zehn Tische sind vom Kunden bestellt worden. Nun wissen wir aus der Vergangenheit,
- dass ein Teil der produzierten Tische Qualitätskontrolle nicht besteht und entsprechend nicht ausgeliefert werden kann oder aufgrund von Transportschäden
- einige Tische Mängel aufweisen und somit ersetzt werden müssen. Um dennoch die korrekte Menge in einem einwandfreien Zustand an den Kunden auszuliefern,
- planen wir von daher z.B. 10 % mehr ein. Dieses mehr wird als Zusatzbedarf bezeichnet. Damit haben wir den nächsten Fachbegriff und zwar brutto Primärbedarf
- und der setzt sich zusammen aus dem Primärbedarf und dem Zusatzbedarf. Wenn wir nun kein Lager hätten und sonst nichts berücksichtigen müssten, wäre das
- auch gleichzeitig der Nettobedarf. Wir würden also elf Tische produzieren und damit wäre die Sache im Prinzip auch abgeschlossen. Die Realität ist jedoch
- etwas komplexer, deshalb erweitern wir unser Beispiel um folgende Angaben. Im Lager für fertige Erzeugnisse sind noch sechs Tische
- vorrätig, wobei zwei davon für absolute Notfälle als eiserne Reserve nicht verplant werden darf. Das ist der sogenannte Sicherheitsbestand. Darüber
- hinaus wissen wir, dass zwei weitere Tische noch für andere Aufträge reserviert sind. Auf der anderen Seite sind noch drei Tische in der Produktion,
- die noch verplant werden können. Nun stellt sich die Frage, über welchen Bestand können wir denn wirklich für unseren Auftrag verfügen? Okay, wir
- zählen zusammen. Sechs Tische ist der aktuelle Bestand. 2 Tische Sicherheitsbestand. Diese dürfen wir ja nicht verplanen. -2 Reservierung, sie
- sind ja für andere Aufträge reserviert. Können wir also auch nicht verplanen. Auf der anderen Seite kommen noch drei dazu aus den bereits bestehenden
- Fertigungsaufträgen. Wenn wir das ausrechnen, bleiben fünf Tische, die wir für uns einplanen können. Der Fachbegriff dafür lautet disponieren.
- Deshalb wird dieser Bestand auch als disponierbarer Lagerbestand bezeichnet. Nun wissen wir, dass wir von den elf Tischen Bruttobedarf nur noch sechs
- Tische auch tatsächlich fertigen müssen, da fünf Tische auf Lager liegen, über die wir tatsächlich auch verfügen können. Diese sechs Tische werden als
- Nettobedarf bezeichnet. Allerdings wissen wir immer noch nicht, wie viele Tischplatten und wie viele Tischbeine wir dafür bestellen müssen.
- Die Berechnung ist leider nicht so, dass wir einfach 4 x 6 nehmen und diese 24 auch bestellen, da es bei den Tischbeinen natürlich auch Lagerbestände
- geben kann. Dann müssen wir also auch beim Sekundärbedarf den Nettobedarf ermitteln. Das funktioniert genauso wie auch beim Primärbedarf. Deshalb werde
- ich nun beispielhaft für die Tischbeine Zahlen vorgeben und euch gerne bitten, zunächst einmal selbst den Nettosekundärbedarf an Tischbeinen zu
- ermitteln. Okay, schauen wir uns das Ganze gemeinsam an. Sechs Tische sind noch zu fertigen. Für jeden Tisch brauchen wir vier Tischbeine, also
- insgesamt 24. Das ist unser Sekundärbedarf. Bruttosekundärbedarf 27- disponibierbarer Lagerbestand 9. Also beträgt der
- Nettosekundärbedarf 18 Tischbeine und diese 18 Tischbeine sind dann auch tatsächlich zu beschaffen. Okay, ich hoffe es ist etwas Ordnung in die ganzen
- Bedarfsarten reingekommen. Eine zusammenfassende Checkliste und noch eine zusätzliche Übungsaufgabe mit Lösung findet ihr in der
- Videobeschreibung. Ich wünsche euch noch viel Spaß beim Lernen und bis dann.
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