Bedarfsermittlung einfach erklärt | Bedarfsarten Primär- Sekundärbedarf, Bruttobedarf & Nettobedarf Berufskolleg Hückeswagen https://www.youtube.com/watch?v=w31S8KZp1Mg Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Stellt euch vor, wir stellen als Unternehmen Tische her. Jeder Tisch besteht vereinfacht aus einer Tischplatte und vier Tischbeinen. Sowohl 0:08 Tischplatten als auch Tischbeine beschaffen wir von einem externen Lieferanten. Okay, nun kommt ein Auftrag von einem Kunden, z.B. überh Stück. Um 0:18 diesen Auftrag zu erfüllen, brauchen wir also 10 Tische. Jetzt kommen schon die ersten Fachbegriffe. Der Bedarf an verkaufsfähigen Produkten, in diesem 0:27 Fall diese zehn Tische, wird als Primärbedarf bezeichnet. Der aus dem Primärbedarf, z.B. anhand von Stücklisten, abgeleitete Bedarf an 0:36 Rohstoffen und Vorprodukten, also Hauptbestandteilen des Produkts, wird als Sekundärbedarf bezeichnet. In diesem Fall Zeh Tischplatten und 40 Tischbeine. 0:47 Darüber hinaus werden noch Hilfs und Betriebstoffe, z.B. Schrauben, Lacke und Klebstoffe benötigt. Der Bedarf an Hilfs- und Betriebsstoffen wird als der 0:55 Zierbedarf bezeichnet. Da dieser in der Regel nicht für jede Schraube genau ermittelt wird, sondern eher verbrauchsorientiert, also anhand des 1:03 Verbrauchs in der Vergangenheit ermittelt wird, wollen wir den Terzieherbedarf zunächst einmal außer Acht lassen. Also kümmern wir uns in 1:10 erster Linie um den primär und den Sekundärbedarf. Okay, zwar wissen wir, dass wir für den Kundenauftrag zehn Tische benötigen, aber wir wissen nicht, 1:20 wie viel wir genau produzieren bzw. beschaffen müssen. Um das nur kurz anzudeuten, stellt euch vor, dass ihr von diesen zehn Tischen bereits sechs 1:29 auf Lager habt. Dann erscheint es doch logisch, dass wir nicht die kompletten zehnt Tische produzieren müssen, sondern nur die vier, die wir nicht vorrätig 1:36 haben. Also, um die Frage zu beantworten, wie viel wir vom Primär und Sekundärbedarf auch tatsächlich produzieren bzw. beschaffen müssen, 1:44 kümmern sich die nächsten drei Begriffe. Fangen wir mit dem Primärbedarf an. Zehn Tische sind vom Kunden bestellt worden. Nun wissen wir aus der Vergangenheit, 1:54 dass ein Teil der produzierten Tische Qualitätskontrolle nicht besteht und entsprechend nicht ausgeliefert werden kann oder aufgrund von Transportschäden 2:02 einige Tische Mängel aufweisen und somit ersetzt werden müssen. Um dennoch die korrekte Menge in einem einwandfreien Zustand an den Kunden auszuliefern, 2:11 planen wir von daher z.B. 10 % mehr ein. Dieses mehr wird als Zusatzbedarf bezeichnet. Damit haben wir den nächsten Fachbegriff und zwar brutto Primärbedarf 2:23 und der setzt sich zusammen aus dem Primärbedarf und dem Zusatzbedarf. Wenn wir nun kein Lager hätten und sonst nichts berücksichtigen müssten, wäre das 2:32 auch gleichzeitig der Nettobedarf. Wir würden also elf Tische produzieren und damit wäre die Sache im Prinzip auch abgeschlossen. Die Realität ist jedoch 2:41 etwas komplexer, deshalb erweitern wir unser Beispiel um folgende Angaben. Im Lager für fertige Erzeugnisse sind noch sechs Tische 2:50 vorrätig, wobei zwei davon für absolute Notfälle als eiserne Reserve nicht verplant werden darf. Das ist der sogenannte Sicherheitsbestand. Darüber 3:00 hinaus wissen wir, dass zwei weitere Tische noch für andere Aufträge reserviert sind. Auf der anderen Seite sind noch drei Tische in der Produktion, 3:08 die noch verplant werden können. Nun stellt sich die Frage, über welchen Bestand können wir denn wirklich für unseren Auftrag verfügen? Okay, wir 3:15 zählen zusammen. Sechs Tische ist der aktuelle Bestand. 2 Tische Sicherheitsbestand. Diese dürfen wir ja nicht verplanen. -2 Reservierung, sie 3:24 sind ja für andere Aufträge reserviert. Können wir also auch nicht verplanen. Auf der anderen Seite kommen noch drei dazu aus den bereits bestehenden 3:32 Fertigungsaufträgen. Wenn wir das ausrechnen, bleiben fünf Tische, die wir für uns einplanen können. Der Fachbegriff dafür lautet disponieren. 3:40 Deshalb wird dieser Bestand auch als disponierbarer Lagerbestand bezeichnet. Nun wissen wir, dass wir von den elf Tischen Bruttobedarf nur noch sechs 3:50 Tische auch tatsächlich fertigen müssen, da fünf Tische auf Lager liegen, über die wir tatsächlich auch verfügen können. Diese sechs Tische werden als 3:58 Nettobedarf bezeichnet. Allerdings wissen wir immer noch nicht, wie viele Tischplatten und wie viele Tischbeine wir dafür bestellen müssen. 4:06 Die Berechnung ist leider nicht so, dass wir einfach 4 x 6 nehmen und diese 24 auch bestellen, da es bei den Tischbeinen natürlich auch Lagerbestände 4:14 geben kann. Dann müssen wir also auch beim Sekundärbedarf den Nettobedarf ermitteln. Das funktioniert genauso wie auch beim Primärbedarf. Deshalb werde 4:22 ich nun beispielhaft für die Tischbeine Zahlen vorgeben und euch gerne bitten, zunächst einmal selbst den Nettosekundärbedarf an Tischbeinen zu 4:32 ermitteln. Okay, schauen wir uns das Ganze gemeinsam an. Sechs Tische sind noch zu fertigen. Für jeden Tisch brauchen wir vier Tischbeine, also 4:41 insgesamt 24. Das ist unser Sekundärbedarf. Bruttosekundärbedarf 27- disponibierbarer Lagerbestand 9. Also beträgt der 4:52 Nettosekundärbedarf 18 Tischbeine und diese 18 Tischbeine sind dann auch tatsächlich zu beschaffen. Okay, ich hoffe es ist etwas Ordnung in die ganzen 5:01 Bedarfsarten reingekommen. Eine zusammenfassende Checkliste und noch eine zusätzliche Übungsaufgabe mit Lösung findet ihr in der 5:09 Videobeschreibung. Ich wünsche euch noch viel Spaß beim Lernen und bis dann.